Mit Christus leben
Teilhabe an Tod und Auferstehung
Die Taufe gliedert den Menschen in Christi Tod ein und eröffnet ihm ein neues Leben.
5 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Die Schrift erschließt sich in dem Heiligen Geist, in dem sie geschrieben wurde. Ein kurzes Gebet stimmt auf das Lesen ein.
Vor dem LesenBetend lesen
Im Geist hören
Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.
Komm, Heiliger Geist.
Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.
Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.
Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.
Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87
Mit Christus begraben Bibel und Textverständnis
Mit Christus begraben – zu einem neuen Leben gerufen
Paulus beginnt in Römer 6 mit einer Frage, die aus der Botschaft von der Gnade entstehen könnte: Wenn Gottes Gnade die Sünde überwindet, darf der Christ dann in ihr bleiben? Seine Antwort führt zur Taufe. An ihr zeigt er, warum die Gnade den Menschen zu einem neuen Leben ruft.
Auszug aus Röm 6,3–4 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗Vers 3: Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind?
Vers 4: Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod, damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, in der Wirklichkeit des neuen Lebens wandeln.
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Paulus verbindet die Taufe mit Christi Tod und spricht vom Begrabenwerden mit ihm.
Zugleich nennt er den Vater als den, der Christus auferweckt hat, und richtet den Blick auf den Getauften: Er soll in einem neuen Leben gehen. Offen ist, wie die Taufe den Getauften in dieses Geschehen hineinnimmt.
Christus handelt Glaube und Überlieferung
Christus handelt durch ein sichtbares Zeichen
Die Kirche versteht diese Verbindung als sakramentale Teilnahme.
„Sakramental“ bedeutet hier: Christus handelt durch ein sichtbares Zeichen und schenkt darin seine Gnade. Der Katechismus bezeugt Christi Tod und Auferstehung als die heilbringende Quelle der Taufe und liest Röm 6,3–4 als Eintritt in die Gemeinschaft mit Christi Tod, Begräbnis und auferstandenem Leben (KKK 1225; 1227). Gottes Wort gibt dem Wasser sein Leben schaffendes Wirken (KKK 1228). So empfängt der Getaufte durch die Taufe Anteil an dem Heilswerk, das Paulus beschreibt.
Die Kirche verkündet dieses Heil und gibt es in der Taufe weiter. Das Zweite Vatikanische Konzil verbindet den apostolischen Auftrag deshalb mit beidem: Christus lässt durch seine Apostel das Heil verkünden und in der sakramentalen Feier mitteilen (Sacrosanctum Concilium 6). Wann immer jemand tauft, tauft Christus selbst (Sacrosanctum Concilium 7).
Quellen zu dieser Frage 2
Neues Leben Glaube und Überlieferung
Zu einem neuen Leben gerufen
Darauf gründet die konkrete Aufforderung des Paulus: Der Getaufte soll sich als für Gott lebend betrachten und seine Glieder in seinen Dienst stellen, statt der Sünde zu gehorchen (Röm 6,11–14).
Das neue Leben ist bereits empfangen und wird im täglichen Handeln sichtbar. Zugleich richtet sich die Hoffnung auf die kommende Auferstehung: Röm 6,5.8 verbindet die Gemeinschaft mit Christus mit dem Leben, das in seiner Auferstehung vollendet wird.
Quellen zu dieser Frage 1
Glaube und Zeichen Glaube und Überlieferung
Der Glaube vollzieht die Verbindung, die Taufe bezeugt sie
John Piper beschreibt die Verbindung mit Christus als ein Heil, das Christus am Kreuz vollbracht und der Mensch durch den Glauben empfängt. In diesem Zusammenhang liest er Röm 5,1 und Röm 8,1: Der Glaube empfängt die Rechtfertigung, und wer in Christus ist, steht nicht mehr unter der Verurteilung. Die Taufe bezeugt diese Wirklichkeit. In seiner Darstellung macht das Zeichen sichtbar, was der Glaube empfängt.
Gal 3,26–27 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗Vers 26: Denn alle seid ihr durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus.
Vers 27: Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen.
Was die Stelle zum Argument beiträgt
Paulus verbindet in Gal 3,26–27 den Glauben an Christus unmittelbar mit der Taufe und dem Anziehen Christi.
Mit Christus wurdet ihr in der Taufe begraben, mit ihm auch auferweckt, durch den Glauben an die Kraft Gottes, der ihn von den Toten auferweckt hat.
Kol 2,12 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was die Stelle zum Argument beiträgt
In Kol 2,12 stehen das Begrabenwerden in der Taufe und das Auferwecktwerden durch den Glauben an Gottes Kraft eng beieinander, jener Kraft, die Christus auferweckt hat.
Dieser Einwand hat einen echten biblischen Anhaltspunkt: In beiden Stellen stehen Glaube und Taufe unmittelbar nebeneinander. Im Galaterbrief wird die Gottessohnschaft aus dem Glauben heraus beschrieben, und gleich darauf wird die Taufe als Hineingenommenwerden in Christus genannt.
Diese Gegenlesung versteht die Taufe als Zeichen, das eine bestehende Verbindung sichtbar macht. Die biblische und empfangene Lehre führt die Frage weiter: Macht Christus durch das sichtbare Zeichen einen bereits empfangenen Glauben zu erkennen, oder handelt und schenkt er durch dieses Zeichen selbst?
Die Gabe empfangen Glaube und Überlieferung
Die Taufe bezeichnet die Gemeinschaft mit Christus und vermittelt, was sie bezeichnet
Die Kirche bejaht beides: Die Taufe ist ein sichtbares Zeichen der Gemeinschaft mit Christus, und Christus schenkt durch dieses Zeichen die Gnade, die es bezeichnet.
Paulus nennt die Taufe selbst das Geschehen, in dem der Glaubende mit Christus verbunden wird: Durch die Taufe ist er mit Christus begraben (Röm 6,4; Kol 2,12), wer auf Christus getauft ist, hat Christus angezogen (Gal 3,27), und in der Taufe werden alle in den einen Leib aufgenommen (1 Kor 12,13). Glaube und Taufe stehen also nebeneinander, nicht gegeneinander: Der Glaube empfängt Christus und ist die Weise, in der der Mensch sich Gottes Wirken öffnet. Die Taufe ist das von Christus eingesetzte Zeichen, durch das er die Gemeinschaft mit sich schenkt und sichtbar macht. Der Glaube erklärt daher, wie die Gabe empfangen wird; die Taufe bezeichnet diese Gabe und ist zugleich das Mittel, durch das Christus sie sakramental mitteilt. Das Konzil von Trient verwirft ausdrücklich die Auffassung, die Sakramente seien nur äußere Zeichen der durch den Glauben empfangenen Gnade (Sitzung VII, Kanon 6 über die Sakramente im Allgemeinen); das Zweite Vatikanische Konzil lehrt mit Kol 2,12, dass der Mensch durch die recht gespendete und empfangene Taufe „in Wahrheit dem gekreuzigten und verherrlichten Christus eingegliedert und wiedergeboren“ wird (Unitatis redintegratio 22).
Quellen zu dieser Frage 3
Weiterführende Erklärungen
Durch das Wasser in die Freiheit und zum ErbeUnterstützender positiver Beleg