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Priestertum und Opfer

Melchisedek und das ewige Priestertum

Genesis verbindet Melchisedek mit Brot und Wein und mit dem Priestertum des Höchsten Gottes; Psalm 110 und der Hebräerbrief beziehen diese Ordnung auf Christus. Die Kirche liest den Priester von Salem als Vorausbild des Priestertums Christi und seine Gabe von Brot und Wein als Vorzeichen der eucharistischen Opfergabe.

3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Brot und Kelch liegen auf einem breiten Altartisch; Lamm, Priester und eine leuchtende Tür verbinden Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.
EucharistieKI-generierte Illustration
Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Brot und Wein Bibel und Textverständnis

Melchisedek bringt Brot und Wein und segnet Abram

Melchisedek, König von Salem und Priester des Höchsten Gottes, tritt Abram mit Brot und Wein entgegen.

Melchisedek, der König von Salem, brachte Brot und Wein heraus. Er war Priester des Höchsten Gottes.

Auszug aus Gen 14,18–20 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Melchisedek bringt Brot und Wein heraus und ist Priester des Höchsten Gottes.

Gen 14,18–20: Zusammenhang und Übersetzung

Melchisedek tritt als König von Salem und als Priester des Höchsten Gottes auf und bringt Abram Brot und Wein. Mit dem Segen, den er über Abram spricht, verbindet Genesis 14 das Priestertum des Höchsten Gottes mit einer Gabe von Brot und Wein.

Der HERR hat geschworen und nie wird es ihn reuen: Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks.

Auszug aus Ps 110,4 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Der Psalm verheißt ein Priestertum nach der Ordnung Melchisedeks.

Ps 110,4: Zusammenhang und Übersetzung

und wurde von Gott angeredet als Hohepriester nach der Ordnung Melchisedeks.

Auszug aus Hebr 5,10 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Der Hebräerbrief bezeugt Christi Priestertum nach der Ordnung Melchisedeks.

Hebr 5–7: Zusammenhang und Übersetzung

Psalm 110 verheißt einen Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks. Der Hebräerbrief nimmt dieses Wort auf und wendet es auf Christus an: Christus empfängt die priesterliche Ordnung Melchisedeks, und die Schrift bezeugt ihn damit als den bleibenden Hohepriester.

Das Priestertum Glaube und Überlieferung

Warum die Kirche Melchisedek als Vorausbild des Priestertums Christi liest

Die Kirche liest Melchisedek im Licht des Priestertums Christi.

Die Kirche versteht Melchisedek als Vorausbild des Priestertums Christi und seine Opfergabe von Brot und Wein als Vorzeichen der eucharistischen Gabe (KKK 1333; KKK 1544). In dieser Lehre bleibt das unmittelbare Zeugnis der Schrift von der späteren typologischen Auslegung unterschieden.

Die Kirche sieht in Melchisedeks Gabe ihre eigene Opfergabe vorausgebildet (KKK 1333). Der Römische Kanon nennt Melchisedek beim Namen; so hat der Priester von Salem seinen Ort in der eucharistischen Feier.

Quellen zu dieser Frage 2

Die Rückfrage Glaube und Überlieferung

Beschreibt Genesis 14 ein eucharistisches Opfer?

Genesis 14 nennt Brot und Wein; die Frage lautet, ob damit schon das eucharistische Opfer beschrieben ist.

Der Einwand liest Genesis 14 als Begegnungserzählung: Der König von Salem kommt Abram entgegen, reicht ihm Brot und Wein und segnet ihn. Von einer Opferfeier, von Einsetzungsworten und von der Feier der Gemeinde ist an dieser Stelle nicht die Rede.

Die Typologie liegt nicht in einer Opferfeier in Genesis 14, sondern in dem, was Christus beim letzten Mahl tut: Nach der Lehre des Konzils von Trient hat er sich dort als Priester nach der Ordnung Melchisedeks erklärt und Gott dem Vater seinen Leib und sein Blut unter den Gestalten von Brot und Wein dargebracht (Sitzung XXII, Kap. 1). Darum greift die Darbringung der Gaben am Altar die Geste Melchisedeks auf (KKK 1350). Von dieser priesterlichen Ordnung her richtet sich der Blick auf die Völker: Der Prophet Maleachi verheißt an jedem Ort eine reine Opfergabe; die Kirche liest sie als die Gabe, in der das eine Opfer Gestalt gewinnt.

Quellen zu dieser Frage 4
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