Die heilige Messe
Die heilige Messe Schritt für Schritt
Die Messe verbindet Wort und Eucharistie in einer einzigen Feier. Ihre Grundgestalt ist früh bezeugt; die heutige Ordnung des römischen Ritus ist geschichtlich gewachsen. Die folgenden Stationen erklären, was sichtbar und hörbar geschieht, welche biblischen Wurzeln die Feier hat und wie die Kirche ihre Bedeutung versteht.
Die Schrift erschließt sich in dem Heiligen Geist, in dem sie geschrieben wurde. Ein kurzes Gebet stimmt auf das Lesen ein.
Vor dem LesenBetend lesen
Im Geist hören
Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.
Komm, Heiliger Geist.
Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.
Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.
Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.
Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87
Orientierung
Drei Dinge vor dem ersten Schritt
- Die Messe hat zwei untrennbare Hauptteile: Liturgie des Wortes und Liturgie der Eucharistie. Beide sind in ihrer Grundgestalt früh bezeugt; die Eröffnungsriten sammeln und bereiten die Kirche, die Schlussriten senden sie.
- Christus ist in der versammelten Kirche, im geweihten Amtsträger und in seinem Wort gegenwärtig. Unter den eucharistischen Gestalten ist er einzigartig, wahrhaft, wirklich und substanzhaft gegenwärtig.
- Die Messe macht das eine, ein für alle Mal vollbrachte Kreuzesopfer Christi sakramental gegenwärtig. Diesen Opfercharakter der Messe und die substanzhafte Gegenwart Christi hat das Konzil von Trient als Glauben der Kirche verbindlich festgehalten. Die Sonntagspflicht ist ein Kirchengebot; Gesänge, Haltungen, Leseordnung und Gebetstexte gehören zur wandelbaren liturgischen Ordnung, die die Kirche regelt.
Persönliches Zeugnis
Er kam als Gegner – und kehrte immer wieder
Der bibelfeste Pastor wollte nur beobachten. Dann begegneten ihm Jesaja, Ezechiel und Sacharja mitten in der Messe.
Scott Hahn
Scott Hahn hatte als presbyterianischer Pastor gegen die katholische Kirche gearbeitet und Katholiken zum Verlassen der Kirche bewegt. Doch Johannes 6 und seine eigene Bundes-Theologie hatten die Fronten bereits verschoben: Seine Gemeinde feierte wöchentlich Kommunion; Schüler sagten ihm, sein Modell der Bundesfamilie sehe wie die katholische Kirche aus. Hahn widersprach. 1985 saß er bei seiner ersten Werktagsmesse inkognito ganz hinten – als Beobachter, ohne zu knien, aufzustehen oder zu kommunizieren. In den Lesungen und Gebeten erkannte er Jesaja, Ezechiel und Sacharja. Bei der Erhebung der Hostie bekannte er den Herrn mit den Worten, die Thomas in Johannes 20,28 spricht: „Mein Herr und mein Gott.“ Das „Lamm Gottes“ öffnete ihm die Offenbarung neu. Am nächsten Tag kam er wieder – und dann immer wieder. In der Osternacht 1986 trat der Mann zur ersten Kommunion vor, der die Messe zuvor nur heimlich hatte beobachten wollen.
Hahns Konversionszeugnis aus erster Hand- BuchtippDas Mahl des Lammes – Die Messe als Himmel auf ErdenDeutsche Ausgabe von Scott Hahns Buch über die biblischen und himmlischen Dimensionen der Messe.Be&Be/Heiligenkreuz · 177 Seiten · ISBN 978-3-903602-27-4
- VideoDr. Scott Hahn: Former Presbyterian Minister – The Journey Home ProgramScott Hahn erzählt seinen Weg vom presbyterianischen Pastor zur katholischen Kirche.Coming Home Network · YouTube
- VideoWhere the Mass is Found in Scripture | Scott HahnEine Einführung in die biblischen Bezüge der Messe.St. Paul Center · YouTube
Schritt für Schritt
Der Ablauf im Detail
5 Abschnitte führen durch 33 Schritte — von der Vorbereitung bis zur Sendung. Jeder Schritt erklärt Handlung, Bedeutung und biblische Wurzeln.
Vorbereitung
Vorbereitung vor dem Beginn der Messe
Vor der Eröffnung der Messe versammeln sich die Gläubigen und richten sich in Gebet und Stille auf die Feier aus. Diese Stille ist eine mögliche Form tätiger innerer Teilnahme. Die Kirche versammelt sich besonders am Sonntag, dem Tag der Auferstehung des Herrn; ein Kirchengebot verpflichtet die Gläubigen, an Sonntagen und gebotenen Feiertagen an der Messe teilzunehmen, wofür auch die Messe am Vorabend genügt. Wer diese Pflicht absichtlich versäumt, ohne durch einen gewichtigen Grund wie Krankheit oder die Betreuung von Säuglingen entschuldigt zu sein, begeht eine schwere Sünde.
Aus Alltag und Zerstreuung führt die Vorbereitung in Sammlung und Stille.
Quellen und Hinweise1373 · 2180-2183
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheStützt1373Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Christus ist auch gegenwärtig, wenn die Kirche betet
- Katechismus der Katholischen KircheStützt2180-2183Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Sonntagspflicht als Kirchengebot, Vorabendmesse, Entschuldigungsgründe und Ernst der Pflicht
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt45Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Stille vor der Feier und an mehreren Stellen der Liturgie
Historische Primärquellen
- Erste ApologieKontext67Übersetzung · Primärtext / Edition
Sonntägliche Versammlung der Christen
01Versammlung und heilige Stille vor der MesseDie Gläubigen versammeln sich, nehmen ihren Platz ein und beten vor Beginn in Stille. Formal beginnt die Messe mit den Eröffnungsriten; die versammelte Kirche tritt jedoch schon als der Leib zusammen, der gemeinsam feiert.
Was geschieht
Keine feste Formel; je nach Kirche erklingt Musik, ein Lied oder es bleibt still.
- In Stille ankommen, das eigene Anliegen vor Gott bringen und die gemeinsame Feier erwarten.
Sinn
Die Versammlung führt die einzelnen Gläubigen in die gemeinsame Feier. Christus ist gegenwärtig, wo die Kirche in seinem Namen versammelt ist.
Biblische Wurzeln
- Mt 18,20Biblisches Muster
Jesus verheißt seine Gegenwart, wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind; darauf gründet die Versammlung der Gemeinde vor der Messe.
Bibeltext
„Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“
Auszug aus Mt 18,20 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Ps 46,11Biblische Anspielung
Die Stille vor Gott wird als Haltung des Erkennens und Vertrauens aufgenommen.
Bibeltext
„Lasst ab und erkennt, dass ich Gott bin, erhaben über die Völker, erhaben auf Erden!“
Auszug aus Ps 46,11 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Apg 2,42Biblisches Muster
Lehre, Gemeinschaft, Brotbrechen und Gebete erscheinen als Grundgestalt des Gemeindelebens.
Bibeltext
„Sie hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten.“
Auszug aus Apg 2,42 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Apg 20,7Biblisches Muster
Die sonntägliche Versammlung zum Brotbrechen ist früh bezeugt.
Bibeltext
„Als wir am ersten Tag der Woche versammelt waren, um das Brot zu brechen, redete Paulus zu ihnen.“
Auszug aus Apg 20,7 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Geschichtliche Kontinuität
Apostelgeschichte 2,42 nennt Lehre der Apostel, Gemeinschaft, Brotbrechen und Gebete als Grundvollzüge der ersten Gemeinde. Justin bezeugt um die Mitte des zweiten Jahrhunderts die sonntägliche Versammlung.
Mitfeiern
Die Gläubigen kommen an, schweigen, beten und erwarten die Feier als gemeinsames Handeln der Kirche.
Legitime Varianten
Orgelvorspiel, Lied, längere Stille oder eine andere örtliche Form sind möglich. Die konkrete Gestaltung hängt von Kirche, Tag und Anlass ab.
Quellen und Hinweise4 Hinweise
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt45-48Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Stille, Versammlung und Einzugsriten
- Sacrosanctum ConciliumSpätere kirchliche Klärung7Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Christus ist gegenwärtig, wenn die Kirche versammelt ist
- Grundordnung des Römischen MessbuchsStütztGRM 45Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Stille schon vor der Feier zur Vorbereitung auf die heilige Handlung
Historische Primärquellen
- Erste ApologieKontext67Übersetzung · Primärtext / Edition
Sonntägliche Versammlung
Teil 1
Eröffnungsriten
Einzug, Gruß, Bußakt, Kyrie, Gloria und Tagesgebet sammeln die Kirche und bereiten sie auf Wort und Eucharistie vor.
Christus versammelt seine Kirche vor Gott und eröffnet die Feier als gemeinsames Hören.
Quellen und Hinweise2 Hinweise
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt46Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Aufzählung der Eröffnungsriten
- Sacrosanctum ConciliumStützt50Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Zusammenhang und Erneuerung der Messordnung
02Einzug und Verehrung des AltarsDer Priester und die liturgischen Dienste ziehen ein. Am Altar verbeugen sie sich; der Priester küsst ihn. Je nach Anlass kommt Weihrauch hinzu.
Was geschieht
Ein Einzugsgesang oder eine Einzugsantiphon begleitet den Beginn.
- Den Einzug von Priester und liturgischen Diensten bis zur Verehrung des Altars begleiten.
Sinn
Der Altar bildet den Mittelpunkt der eucharistischen Feier. Einzug, Verbeugung, Kuss und Weihrauch nehmen biblische Bilder von Gottesdienst, Verehrung und Opfer auf und sind liturgisch gewachsene Formen.
Biblische Wurzeln
- Ps 96,8Biblisches Muster
Die Aufforderung, dem Herrn die Ehre seines Namens zu bringen und in die Höfe seines Heiligtums einzutreten, klingt im Einzug an.
Bibeltext
„[B]ringt dar dem HERRN die Ehre seines Namens! Bringt Gaben und tretet ein in die Höfe seines Heiligtums!“
Auszug aus Ps 96,8 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Hebr 13,10Biblische Anspielung
Der Altar wird im christlichen Gottesdienst in die Opfer- und Mahltheologie der Schrift eingeordnet.
Bibeltext
„Wir haben einen Altar, von dem zu essen die Diener des Zeltes keine Erlaubnis haben.“
Auszug aus Hebr 13,10 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Geschichtliche Kontinuität
Die frühe Kirche bezeugt die Versammlung und das Brotbrechen; Prozession, Altarkuss und Weihrauch kamen später als Ausgestaltung dieses Beginns hinzu.
Mitfeiern
Die Gläubigen stehen vom Beginn des Einzugsgesangs an und singen mit; der Gesang eröffnet die Feier, fördert die Zusammengehörigkeit aller und stimmt sie in das Geheimnis der liturgischen Zeit oder des Festes ein.
Legitime Varianten
Gesang, Orgel, Weihrauch und die Zahl der liturgischen Dienste richten sich nach Anlass und örtlicher Ordnung.
Quellen und Hinweise1383
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheStützt1383Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Der Altar als Sinnbild Christi
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt46-49Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Einzug, Gesang und Altarverehrung
- Sacrosanctum ConciliumKontext21-22Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Wandelbare liturgische Formen unter Wahrung des Wesens
- Grundordnung des Römischen MessbuchsStütztGRM 43, 47, 49Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Stehen vom Einzug an, Sinn des Einzugsgesangs und Altarkuss
03Kreuzzeichen und liturgischer GrußDie Feier beginnt mit dem Kreuzzeichen. Der Priester grüßt die Gemeinde, die darauf antwortet. So bekennt die versammelte Kirche, dass sie vor Gott zusammengekommen ist.
Was geschieht
„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ – „Der Herr sei mit euch.“
- Sich gemeinsam mit dem Priester mit dem Kreuzzeichen bezeichnen.
Sinn
Das Kreuzzeichen stellt die Feier in den Namen des dreifaltigen Gottes. Der liturgische Gruß ruft die Gegenwart des Herrn in der versammelten Kirche ins Bewusstsein.
Biblische Wurzeln
- Mt 28,19Biblische Anspielung
Die trinitarische Formel der Taufe steht direkt hinter dem Kreuzzeichen.
Bibeltext
„[T]auft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes!“
Auszug aus Mt 28,19 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - 2 Kor 13,13Biblische Anspielung
Der Gruß verbindet Christus, Gott und den Heiligen Geist.
Bibeltext
„Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!“
Auszug aus 2 Kor 13,13 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Rut 2,4Biblisches Muster
Boas grüßt die Schnitter mit „Der HERR sei mit euch!“; denselben Gruß spricht der Priester der versammelten Gemeinde zu.
Bibeltext
„Und nun kam Boas von Betlehem dazu. Er sagte zu den Schnittern: Der HERR sei mit euch! Sie antworteten ihm: Der HERR segne dich.“
Auszug aus Rut 2,4 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Geschichtliche Kontinuität
Die trinitarische Taufformel ist in Didache und Justin früh bezeugt.
Mitfeiern
Die Gläubigen stehen und antworten auf den Gruß „Der Herr sei mit euch“ mit „Und mit deinem Geiste“.
Legitime Varianten
Die Grußformeln können je nach liturgischem Buch, Sprache und Ritus variieren.
Quellen und Hinweise4 Hinweise
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt50Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Kreuzzeichen und liturgischer Gruß
- Grundordnung des Römischen MessbuchsStütztGRM 50, 134Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Kreuzzeichen mit der ganzen Versammlung, kurze Einführung und Antwort auf den Gruß
Historische Primärquellen
- DidacheKontext7,1-3Übersetzung · Primärtext / Edition
Trinitarische Taufformel
- Erste ApologieKontext61Übersetzung · Primärtext / Edition
Frühe Tauftheologie
04Bußakt und nicht-sakramentale AbsolutionDie Gemeinde bekennt ihre Sünden und bittet um Erbarmen. Der Priester schließt den Bußakt mit einer Absolution; diese Formel hat ausdrücklich nicht die Wirksamkeit des Bußsakraments.
Was geschieht
„Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen …“ oder eine andere vorgesehene Form; anschließend: „Der allmächtige Gott erbarme sich unser …“
- Schuldbekenntnis, Kyrie und Stille als gemeinsame Bitte um Erbarmen vollziehen.
Sinn
Der Bußakt bereitet auf die Feier vor und öffnet die Gemeinde für Gottes Erbarmen. Wer sich einer schweren Sünde bewusst ist, empfängt die sakramentale Vergebung vor der Kommunion im Bußsakrament.
Biblische Wurzeln
- 1 Joh 1,8-10Biblisches Muster
Das Bekenntnis der Sünde und Gottes Vergebung bilden den direkten Schriftbezug.
Bibeltext
„Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht; er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von allem Unrecht.“
Auszug aus 1 Joh 1,8-10 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Ps 51,3.12Biblische Anspielung
Der Bußakt nimmt die Sprache des Psalms um Erbarmen und ein reines Herz auf.
Bibeltext
„Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen! […] Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz und einen festen Geist erneuere in meinem Innern!“
Auszug aus Ps 51,3.12 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Lk 18,13Biblisches Muster
Die Bitte des Zöllners steht als biblisches Muster hinter dem Ruf um Erbarmen.
Bibeltext
„Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen und wollte nicht einmal seine Augen zum Himmel erheben, sondern schlug sich an die Brust und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig!“
Auszug aus Lk 18,13 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Geschichtliche Kontinuität
Die Didache bezeugt ein Sündenbekenntnis vor der sonntäglichen Eucharistie. Die heutige Auswahl mehrerer Bußaktformen ist eine spätere liturgische Ausgestaltung.
Mitfeiern
Die Gemeinde spricht oder singt das Schuldbekenntnis und bittet gemeinsam um Erbarmen.
Legitime Varianten
An Sonntagen kann besonders in der Osterzeit die Besprengung mit gesegnetem Wasser den Bußakt ersetzen. Die vorgesehenen Formen richten sich nach dem Messbuch.
Quellen und Hinweise1385 · 1394, 1449
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheStützt1385Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Bußsakrament vor der Kommunion bei bewusster schwerer Sünde
- Katechismus der Katholischen KircheStützt1394, 1449Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Die Eucharistie tilgt lässliche Sünden; Absolutionsformel des Bußsakraments
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt51Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Absolution des Bußaktes ohne Wirksamkeit des Bußsakraments
Historische Primärquellen
- DidacheKontext14,1Übersetzung · Primärtext / Edition
Sündenbekenntnis vor der Eucharistie
05KyrieDie Gemeinde ruft Christus als Herrn um Erbarmen an. Das Kyrie kann im Bußakt enthalten sein oder ihm als eigener Ruf folgen.
Was geschieht
„Herr, erbarme dich.“
- Den Ruf gemeinsam sprechen oder singen und Christus als den Herrn anrufen.
Sinn
Der Ruf ist ein christologisches Gebet: Die Kirche ruft den erhöhten Herrn an, der rettet und sich erbarmt.
Biblische Wurzeln
- Lk 18,38Biblische Anspielung
Der Ruf des Blinden „Jesus, Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!“ liegt dem Kyrie nahe.
Bibeltext
„Da rief er: Jesus, Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!“
Auszug aus Lk 18,38 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Ps 123,3Biblische Anspielung
Das wiederholte Bitten um Erbarmen wird in den liturgischen Ruf aufgenommen.
Bibeltext
„Sei uns gnädig, HERR, sei uns gnädig!“
Auszug aus Ps 123,3 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Geschichtliche Kontinuität
Der Ruf um Erbarmen stammt aus der biblischen Gebetssprache.
Mitfeiern
Die Gemeinde antwortet gemeinsam und lässt den wiederholten Ruf zum Gebet werden.
Legitime Varianten
Der Ruf kann gesungen oder gesprochen und in verschiedenen Sprachen vollzogen werden.
Quellen und Hinweise2666 · 446
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheKontext2666Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Anrufung des Namens Jesu
- Katechismus der Katholischen KircheStützt446Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Kyrios als Wiedergabe des Gottesnamens und als Titel Jesu
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt52Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Stellung und Form des Kyrie
06GloriaAn Sonntagen außerhalb von Advent und Fastenzeit sowie an Hochfesten und Festen singt oder spricht die Gemeinde das Gloria. Der Hymnus lobt Gott und Christus.
Was geschieht
„Ehre sei Gott in der Höhe …“
- Im Stehen den Lobpreis der ganzen Kirche mittragen.
Sinn
Die Kirche stimmt in den Lobpreis der Engel und der himmlischen Liturgie ein. Das Gloria richtet die Feier über die eigene Not hinaus auf Gottes Herrlichkeit.
Biblische Wurzeln
- Lk 2,14Schriftzitat
Das Engelwort „Ehre sei Gott in der Höhe“ eröffnet den Hymnus.
Bibeltext
„Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens.“
Auszug aus Lk 2,14 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Ps 148,2Biblisches Muster
Der Psalm ruft Engel und Heerscharen zum Lob Gottes; das Gloria stimmt in diesen Lobpreis ein.
Bibeltext
„Lobt ihn, all seine Engel, lobt ihn, all seine Heerscharen!“
Auszug aus Ps 148,2 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Offb 4,8-11Biblische Anspielung
Die himmlische Anbetung wird in den Lobpreis der Kirche aufgenommen.
Bibeltext
„Würdig bist du, Herr, unser Gott, Herrlichkeit zu empfangen und Ehre und Macht.“
Auszug aus Offb 4,8-11 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Geschichtliche Kontinuität
Der Beginn greift das Engelwort aus Lukas 2 auf; der vollständige Hymnus ist in der Kirche früh bezeugt und später liturgisch fest geordnet.
Mitfeiern
Die Gläubigen stehen und singen oder sprechen den unveränderlich vorgegebenen Text.
Legitime Varianten
Das Gloria entfällt an Sonntagen im Advent und in der Fastenzeit. An Werktagen wird es nur bei den entsprechenden Festen verwendet.
Quellen und Hinweise3 Hinweise
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt53Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Zeit und unveränderlicher Text des Gloria
- Sacrosanctum ConciliumKontext7Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Liturgie in Verbindung mit der himmlischen Anbetung
- Grundordnung des Römischen MessbuchsStütztGRM 53Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Das Gloria verherrlicht den Vater und das Lamm und fleht zu ihm
07TagesgebetNach einer kurzen Stille fasst der Priester die Anliegen der Gemeinde im Tagesgebet zusammen. Die Gemeinde bestätigt das Gebet mit ihrem Amen.
Was geschieht
„Lasset uns beten“ – danach folgt das Tagesgebet und die Antwort „Amen“.
- In der Stille nach „Lasset uns beten“ die eigenen Bitten im Herzen vor Gott aussprechen.
Sinn
Der Priester betet im Namen der versammelten Kirche. Das Tagesgebet (lateinisch Collecta, „Sammlung“) fasst die stillen Bitten der Gemeinde in einem einzigen Gebet zusammen und richtet sie auf den jeweiligen Tag, das Fest und das kommende Wort Gottes aus.
Biblische Wurzeln
- 1 Tim 2,1-2Biblisches Muster
Paulus ruft die Gemeinde zu Bitten, Gebeten, Fürbitte und Danksagung auf; dieses gemeinsame Beten der Kirche mündet im Tagesgebet.
Bibeltext
„Vor allem fordere ich zu Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und Danksagung auf, und zwar für alle Menschen, für die Herrscher und für alle, die Macht ausüben.“
Auszug aus 1 Tim 2,1-2 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - 1 Kor 14,16Biblisches Muster
Das hörbare Amen der Gemeinde wird als Zustimmung zum Gebet vorausgesetzt.
Bibeltext
„Wenn du nur im Geist den Lobpreis sprichst und ein Unkundiger anwesend ist, wie kann er zu deinem Dankgebet das Amen sprechen; er versteht ja nicht, was du sagst.“
Auszug aus 1 Kor 14,16 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Geschichtliche Kontinuität
Justins Beschreibung der sonntäglichen Feier beginnt mit den Lesungen; das Tagesgebet ist im Lauf der Liturgiegeschichte als Abschluss der Eröffnungsriten hinzugekommen.
Mitfeiern
Die Gläubigen stehen und machen das Gebet durch ihr Amen zu ihrem eigenen.
Legitime Varianten
Das Gebet wechselt nach Kirchenjahr, Fest, Gedenktag und liturgischem Anlass.
Quellen und Hinweise3 Hinweise
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt54Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Ein Tagesgebet und kurze Stille
- Grundordnung des Römischen MessbuchsStütztGRM 43, 54Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Stehen, Stille, Ausrichtung und Schlussformel des Tagesgebets und Amen des Volkes
Historische Primärquellen
- Erste ApologieKontext67Übersetzung · Primärtext / Edition
Die sonntägliche Feier beginnt mit den Lesungen
Teil 2
Liturgie des Wortes
In der Liturgie des Wortes spricht Christus in der Heiligen Schrift zur Kirche. Die Gemeinde hört die Lesungen, antwortet im Psalm, bekennt den Glauben und trägt in den Fürbitten die Anliegen von Kirche und Welt vor Gott.
Christus erschließt sein Wort; die Schrift führt die versammelte Kirche zum Brotbrechen.
Quellen und Hinweise2 Hinweise
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt55-71Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Ordnung der Wortliturgie
- Sacrosanctum ConciliumStützt24Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Die Schrift prägt Lesungen, Gebete und liturgische Texte
08Erste LesungEin Lektor trägt die erste Lesung am Ambo vor. An Sonntagen und Hochfesten stammt sie gewöhnlich aus dem Alten Testament und stellt das Evangelium in den Zusammenhang der Heilsgeschichte.
Was geschieht
„Wort des lebendigen Gottes“ – „Dank sei Gott.“
- Die Lesung als Anrede Gottes hören und den Antwortvers mittragen.
Sinn
In der Lesung hört die Kirche Gottes Handeln in der Geschichte Israels und die Verheißungen, die in Christus ihre Erfüllung finden. Der Lektor dient der Verkündigung; der Text wird in der versammelten Kirche als Gottes Wort gehört.
Biblische Wurzeln
- Lk 4,16-21Biblisches Muster
Jesus selbst nimmt an der öffentlichen Schriftlesung teil und legt sie aus.
Bibeltext
„Als er aufstand, um vorzulesen, reichte man ihm die Buchrolle des Propheten Jesaja. […] Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.“
Auszug aus Lk 4,16-21 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Apg 13,15Biblisches Muster
Die Lesung und anschließende Auslegung in der Versammlung bilden ein biblisches Muster.
Bibeltext
„Nach der Lesung aus dem Gesetz und den Propheten […] Brüder, wenn ihr ein Wort des Zuspruchs für das Volk habt, so redet!“
Auszug aus Apg 13,15 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Geschichtliche Kontinuität
Justin nennt Lesungen aus den Schriften der Propheten und den Denkwürdigkeiten der Apostel.
Mitfeiern
Aufmerksames Hören und die gemeinsame Antwort nehmen die Lesung als Anrede Gottes auf.
Legitime Varianten
An Werktagen gibt es eine Lesung vor dem Evangelium; die Texte folgen der jeweiligen Leseordnung.
Quellen und Hinweise129
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheStützt129Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Das Alte Testament im Licht Christi mit eigenem Offenbarungswert
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt57-59Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Lesungen, Ambo und liturgische Dienste
- Sacrosanctum ConciliumStützt51Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Reichliche Schriftlesung
- Grundordnung des Römischen MessbuchsStütztGRM 57, 357Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Leseordnung, Einheit der Testamente und Apostelgeschichte in der Osterzeit
Historische Primärquellen
- Erste ApologieKontext67Übersetzung · Primärtext / Edition
Lesung aus Propheten und apostolischen Schriften
09AntwortpsalmAuf die erste Lesung folgt der Antwortpsalm. Ein Psalmist oder Kantor singt die Psalmverse; die Gemeinde antwortet jeweils mit dem Kehrvers.
Was geschieht
Der Kehrvers wird vorgesungen und von der Gemeinde wiederholt; danach wechseln Psalmverse und Kehrvers.
- Den Kehrvers als eigenes Gebet der Kirche sprechen oder singen.
Sinn
Die Kirche antwortet auf Gottes Wort mit den Psalmen, die schon Israel gebetet hat. Der Antwortpsalm führt das Hören in das Gebet weiter und gehört als verbindendes Element zur Wortliturgie.
Biblische Wurzeln
- Ps 95,1-7Biblisches Muster
Der Psalter selbst ruft die Gemeinde zum gemeinsamen Singen und Hören auf.
Bibeltext
„Kommt, lasst uns jubeln dem HERRN, jauchzen dem Fels unsres Heils! […] Würdet ihr doch heute auf seine Stimme hören!“
Auszug aus Ps 95,1-7 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Eph 5,19Biblisches Muster
Psalmen und geistliche Lieder prägen das gemeinsame christliche Beten.
Bibeltext
„Lasst in eurer Mitte Psalmen, Hymnen und geistliche Lieder erklingen, singt und jubelt aus vollem Herzen dem Herrn!“
Auszug aus Eph 5,19 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Kol 3,16Biblisches Muster
Die Gemeinde lehrt und ermutigt einander durch Psalmen.
Bibeltext
„In aller Weisheit belehrt und ermahnt einander! Singt Gott Psalmen, Hymnen und geistliche Lieder in Dankbarkeit in euren Herzen!“
Auszug aus Kol 3,16 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Geschichtliche Kontinuität
Das Psalmengebet gehört zur jüdischen und christlichen Gebetstradition.
Mitfeiern
Die Gläubigen sitzen, hören die Psalmverse und nehmen das gehörte Wort betrachtend auf.
Legitime Varianten
Der Psalm kann gesungen oder, wenn Gesang nicht möglich ist, gesprochen werden.
Quellen und Hinweise3 Hinweise
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt61Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Responsorialpsalm als integrierender Teil
- Sacrosanctum ConciliumStützt30Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Gemeinsame Antworten und Gesänge
- Grundordnung des Römischen MessbuchsStütztGRM 43, 61Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Sitzen, Entsprechung zur Lesung, Betrachtung und Vorrang des Gesangs
10Zweite Lesung an Sonntagen und HochfestenAn Sonntagen und Hochfesten folgt eine zweite Lesung, gewöhnlich aus den apostolischen Schriften. An Werktagen und Festen gibt es nur eine Lesung vor dem Evangelium.
Was geschieht
„Wort des lebendigen Gottes“ – „Dank sei Gott.“
- Die apostolische Lesung als Zeugnis für die gegenwärtige Kirche hören.
Sinn
Die apostolischen Schriften bezeugen, wie die Kirche im Licht des Todes und der Auferstehung Christi lebt. Neben der ersten Lesung bereitet auch diese Lesung auf das Evangelium vor und gibt dem apostolischen Zeugnis einen eigenen Platz.
Biblische Wurzeln
- 1 Tim 4,13Biblisches Muster
Das öffentliche Vorlesen, Ermahnen und Lehren gehört zum apostolischen Gemeindeleben.
Bibeltext
„Lies ihnen eifrig aus der Schrift vor, ermahne und belehre sie, bis ich komme!“
Auszug aus 1 Tim 4,13 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Apg 2,42Biblisches Muster
Die Kirche bleibt in der Lehre der Apostel.
Bibeltext
„Sie hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten.“
Auszug aus Apg 2,42 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Geschichtliche Kontinuität
Justin bezeugt die Lesung prophetischer und apostolischer Schriften. Die heutige Ordnung mit drei Lesungen an Sonntagen und Hochfesten ist eine kirchliche Entwicklung.
Mitfeiern
Aufmerksames Hören und die gemeinsame Antwort richten sich auf das konkrete apostolische Zeugnis.
Legitime Varianten
Bei einer einzigen Lesung vor dem Evangelium gelten die entsprechenden Regeln der liturgischen Ordnung.
Quellen und Hinweise3 Hinweise
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt57-59,63Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Zweite Lesung und Sonderregel bei einer Lesung
- Grundordnung des Römischen MessbuchsStütztGRM 57, 357Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Kein Austausch der biblischen Lesungen; drei Lesungen an Sonntagen und Hochfesten
Historische Primärquellen
- Erste ApologieKontext67Übersetzung · Primärtext / Edition
Lesung apostolischer Schriften
11Evangeliumsakklamation und ProzessionDie Gemeinde steht auf und singt das Halleluja oder in der Fastenzeit einen anderen vorgesehenen Vers. Der Diakon oder Priester trägt das Evangelienbuch zum Ambo; Kerzen und Weihrauch können die Prozession begleiten.
Was geschieht
„Halleluja“ außerhalb der Fastenzeit; in der Fastenzeit der vorgesehene Ruf.
- Aufstehen und die Akklamation als Begrüßung Christi mitsingen.
Sinn
Mit der Akklamation begrüßt die Kirche Christus, der im Evangelium zu ihr spricht. Prozession, Kerzen und Weihrauch können diese besondere Stellung des Evangeliums sichtbar und hörbar hervorheben.
Biblische Wurzeln
- Offb 19,1-6Biblische Anspielung
Die himmlische Schar ruft „Halleluja!“; mit diesem Ruf begrüßt die Kirche Christus, der im Evangelium spricht.
Bibeltext
„Danach hörte ich etwas wie den lauten Ruf einer großen Schar im Himmel, sie sprachen: Halleluja!“
Auszug aus Offb 19,1-6 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Ps 119,105Biblisches Muster
Das Wort Gottes als Licht wird in den Kerzen der Prozession sinngemäß aufgenommen.
Bibeltext
„Dein Wort ist meinem Fuß eine Leuchte, ein Licht für meine Pfade.“
Auszug aus Ps 119,105 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Geschichtliche Kontinuität
Das Halleluja ist ein biblischer Lobpreis und wurde früh in den christlichen Gottesdienst aufgenommen.
Mitfeiern
Im Stehen erklingt der Ruf als gemeinsame Begrüßung Christi; die Körperhaltung bringt die besondere Aufmerksamkeit für das Evangelium zum Ausdruck.
Legitime Varianten
Halleluja, Fastenruf, Sequenz und Begleitzeichen richten sich nach Kirchenjahr und Anlass. Die Sequenz ist an Ostern und Pfingsten verpflichtend.
Quellen und Hinweise3 Hinweise
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt60,62-64Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Akklamation, Prozession und Sequenz
- Sacrosanctum ConciliumSpätere kirchliche Klärung7Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Christus ist in seinem Wort gegenwärtig
- Grundordnung des Römischen MessbuchsStütztGRM 60, 132, 175Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Vorbereitung des Verkündigers durch Segen oder stilles Gebet
12Verkündigung des EvangeliumsDer Diakon oder Priester verkündet das Evangelium. Die Gemeinde steht, zeichnet sich mit kleinen Kreuzen auf Stirn, Mund und Brust und antwortet mit Lobpreis.
Was geschieht
„Aus dem heiligen Evangelium nach …“ – „Ehre sei dir, o Herr.“
- Sich mit dem Daumen auf Stirn, Mund und Brust mit einem kleinen Kreuz bezeichnen.
Sinn
Im Evangelium spricht Christus selbst zu seiner Kirche. Die Akklamationen und Gesten bekennen diese besondere Gegenwart des Herrn und führen die Gemeinde in die Verkündigung hinein.
Biblische Wurzeln
- Lk 4,16-21Biblisches Muster
Jesus liest und erfüllt die Schrift in der Versammlung.
Bibeltext
„Als er aufstand, um vorzulesen, reichte man ihm die Buchrolle des Propheten Jesaja. […] Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.“
Auszug aus Lk 4,16-21 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Hebr 1,1-2Biblisches Muster
Gottes endgültige Rede durch den Sohn erklärt die besondere Stellung des Evangeliums.
Bibeltext
„Vielfältig und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den Vätern gesprochen durch die Propheten; am Ende dieser Tage hat er zu uns gesprochen durch den Sohn.“
Auszug aus Hebr 1,1-2 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Geschichtliche Kontinuität
Die öffentliche Lesung und Auslegung apostolischer Schriften ist bei Justin bezeugt.
Mitfeiern
Die Gläubigen stehen und antworten nach dem Evangelium mit „Lob sei dir, Christus“.
Legitime Varianten
Der Evangelientext wechselt nach Leseordnung und Kirchenjahr. Die Verkündigung obliegt dem Diakon oder Priester.
Quellen und Hinweise4 Hinweise
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt60Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Evangelium als Höhepunkt der Wortliturgie
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt59Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Zuständigkeit von Diakon und Priester
- Sacrosanctum ConciliumStützt7Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Christus spricht in seinem Wort
- Grundordnung des Römischen MessbuchsStütztGRM 43, 60, 134Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Stehen, Kreuzzeichen auf Stirn, Mund und Brust, Akklamationen und Kuss des Evangelienbuchs
13HomilieDer Priester oder Diakon legt die Schrift und das Geheimnis des Glaubens aus. An Sonn- und Feiertagen darf die Homilie ohne schwerwiegenden Grund nicht entfallen.
Was geschieht
Keine feste Formel; die Homilie folgt auf das Evangelium.
- Die Schrift im Zusammenhang der ganzen Feier hören und prüfen, welche Antwort sie verlangt.
Sinn
Die Homilie legt die gehörte Schrift im Glauben der Kirche aus und führt sie auf die Feier und das Leben der Kirche hin. Sie ist ein Dienst an der Verkündigung des Wortes.
Biblische Wurzeln
- Neh 8,8Biblisches Muster
Die öffentliche Lesung wird erklärt, damit die Gemeinde sie versteht.
Bibeltext
„Man las aus dem Buch, der Weisung Gottes, in Abschnitten vor und gab dazu Erklärungen, sodass die Leute das Vorgelesene verstehen konnten.“
Auszug aus Neh 8,8 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Lk 24,27Biblische Anspielung
Der auferstandene Christus legt die Schrift aus und öffnet ihren Zusammenhang.
Bibeltext
„Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht.“
Auszug aus Lk 24,27 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Geschichtliche Kontinuität
Justin beschreibt die Ansprache des Vorstehers nach den Lesungen. Die heutige Verpflichtung und die kirchliche Regelung der Homilie sind eine spätere Ordnung.
Mitfeiern
Prüfendes und offenes Hören nimmt die Auslegung auf; die aktive Teilnahme besteht hier im aufmerksamen Hören und in der inneren Antwort.
Legitime Varianten
An Werktagen ist die Homilie empfohlen.
Quellen und Hinweise3 Hinweise
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt65-66Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Aufgabe, Verpflichtung und Zuständigkeit für die Homilie
- Codex des Kanonischen Rechtes: HomilieStütztCIC can. 767Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Die Homilie ist Teil der Liturgie und dem Priester oder Diakon vorbehalten
Historische Primärquellen
- Erste ApologieKontext67Übersetzung · Primärtext / Edition
Ansprache des Vorstehers
14GlaubensbekenntnisAn Sonntagen und Hochfesten bekennt die Gemeinde gemeinsam ihren Glauben. Damit antwortet sie auf das gehörte Wort und bekennt die Grundlage, auf der sie Eucharistie feiert.
Was geschieht
„Ich glaube an den einen Gott …“
- Das Glaubensbekenntnis gemeinsam mit dem Priester sprechen oder singen.
Sinn
Im Glaubensbekenntnis spricht die Kirche ihr gemeinsames Ja zur Offenbarung Gottes, zu Christus, zum Heiligen Geist, zur Kirche und zur Hoffnung der Auferstehung.
Biblische Wurzeln
- Röm 10,9Biblisches Muster
Paulus verbindet das Bekenntnis des Mundes „Herr ist Jesus“ mit dem Glauben des Herzens; im Glaubensbekenntnis spricht die Gemeinde diesen Glauben gemeinsam aus.
Bibeltext
„[D]enn wenn du mit deinem Mund bekennst: Herr ist Jesus - und in deinem Herzen glaubst: Gott hat ihn von den Toten auferweckt, so wirst du gerettet werden.“
Auszug aus Röm 10,9 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - 1 Kor 15,3-8Biblisches Muster
Das apostolisch überlieferte Glaubensgut steht hinter dem gemeinsamen Bekenntnis.
Bibeltext
„Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift, und ist begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift.“
Auszug aus 1 Kor 15,3-8 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Geschichtliche Kontinuität
Das öffentliche Bekenntnis des Glaubens ist im Neuen Testament und in der frühen Kirche bezeugt.
Mitfeiern
Die Gläubigen stehen; im gemeinsamen Text macht jeder den Glauben der Kirche zu seinem persönlichen Bekenntnis.
Legitime Varianten
Anstelle des Nizänisch-konstantinopolitanischen Glaubensbekenntnisses kann besonders in der Fasten- und Osterzeit das Apostolische Glaubensbekenntnis verwendet werden.
Quellen und Hinweise3 Hinweise
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt67-68Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Zeit und Formen des Glaubensbekenntnisses
- Sacrosanctum ConciliumStützt48Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Bewusste und tätige Teilnahme
- Grundordnung des Römischen MessbuchsStütztGRM 43, 137Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Stehen, gemeinsames Bekenntnis und Verneigung bei der Menschwerdung
15FürbittenDie Kirche betet für die Kirche, die Regierenden und die Welt, für Menschen in Not und für die örtliche Gemeinschaft. Auf die einzelnen Anliegen folgt eine gemeinsame Antwort.
Was geschieht
„Lasst uns beten zum Herrn“ – „Herr, erhöre unser Gebet.“
- Auf jedes Anliegen mit dem gemeinsamen Ruf antworten.
Sinn
Als priesterliches Volk tritt die Kirche für die Welt vor Gott ein. Die Fürbitte umfasst die ganze Schöpfung und die Kirche und bleibt daher nicht bei den Anliegen der Anwesenden stehen.
Biblische Wurzeln
- 1 Tim 2,1-2Biblisches Muster
Die Schrift fordert Gebete für alle Menschen, Regierende und die ganze Welt.
Bibeltext
„Vor allem fordere ich zu Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und Danksagung auf, und zwar für alle Menschen, für die Herrscher und für alle, die Macht ausüben.“
Auszug aus 1 Tim 2,1-2 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Hebr 7,25Biblische Anspielung
Christus lebt allezeit, um für die Seinen einzutreten; die Fürbitten der Kirche geschehen durch ihn.
Bibeltext
„Darum kann er auch die, die durch ihn vor Gott hintreten, für immer retten; denn er lebt allezeit, um für sie einzutreten.“
Auszug aus Hebr 7,25 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Geschichtliche Kontinuität
Justin bezeugt Gebete für alle Menschen. Die Wiederherstellung der Fürbitten als regulärer Teil der Sonntagsmesse wurde durch die Liturgiereform ausdrücklich gefördert.
Mitfeiern
Die Gläubigen stehen; im Allgemeinen Gebet üben sie das priesterliche Amt aus, das sie durch die Taufe empfangen haben.
Legitime Varianten
Die Reihenfolge und die konkreten Anliegen richten sich nach Tag, Anlass und örtlicher Situation; die vier Grundrichtungen bleiben erhalten.
Quellen und Hinweise4 Hinweise
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt69-71Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Aufgabe, Reihenfolge und Ort der Fürbitten
- Sacrosanctum ConciliumStützt53Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Fürbitten als Gebet des Volkes
- Grundordnung des Römischen MessbuchsStütztGRM 43, 69-71Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Stehen, priesterliches Amt der Getauften, Leitung durch den Priester und Vortrag der Anliegen
Historische Primärquellen
- Erste ApologieKontext67Übersetzung · Primärtext / Edition
Gebete für alle Menschen
Teil 3
Liturgie der Eucharistie: Gabenbereitung, Hochgebet und Kommunion
Brot und Wein werden bereitet, die Kirche dankt, ruft den Heiligen Geist an, feiert das Gedächtnis des Herrn, empfängt Christus und wird in der Danksagung gestärkt.
Das erschlossene Wort führt an den Tisch des Neuen Bundes und in die himmlische Versammlung.
Quellen und Hinweise2 Hinweise
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt72-89Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Ordnung der Eucharistie- und Kommunionliturgie
- Sacrosanctum ConciliumSpätere kirchliche Klärung47Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Einsetzung der Eucharistie zur Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers
16Bereitung des Altars, Gaben und Sammlung für die ArmenDer Altar wird mit den für die Feier benötigten Gefäßen und Tüchern bereitet. Brot und Wein werden zum Altar gebracht; zugleich sammelt die Gemeinde Geld oder andere Gaben für die Armen und für die Kirche.
Was geschieht
„Gepriesen bist du, Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt …“
- Die eigenen Anliegen, Arbeit, Not und Dankbarkeit innerlich mit der Gabenbereitung verbinden.
Sinn
Die Gabenbereitung stellt Brot und Wein für die Eucharistie bereit und nimmt die Sorge der Kirche für Bedürftige auf. In diesem Augenblick sind die Gaben noch nicht mit dem Opfer Christi identisch.
Biblische Wurzeln
- Gen 14,18Typologie
Brot und Wein des Melchisedek werden in der kirchlichen Tradition typologisch auf die eucharistischen Gaben bezogen.
Bibeltext
„Melchisedek, der König von Salem, brachte Brot und Wein heraus. Er war Priester des Höchsten Gottes.“
Auszug aus Gen 14,18 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Mal 1,11Biblische Anspielung
Maleachi kündigt ein reines Opfer an, das an jedem Ort unter den Völkern dargebracht wird; schon die Didache und Justin der Märtyrer beziehen diese Verheißung auf die sonntägliche Eucharistie.
Bibeltext
„[V]om Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang steht mein Name groß da bei den Völkern und an jedem Ort wird meinem Namen […] eine reine Opfergabe dargebracht.“
Auszug aus Mal 1,11 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - 1 Kor 16,1-2Biblisches Muster
Paulus lässt am ersten Tag der Woche für die Gemeinde in Jerusalem sammeln; die Kollekte der Messe steht in dieser Sorge der Kirche für Bedürftige.
Bibeltext
„Jeder soll immer am ersten Tag der Woche etwas zurücklegen und so zusammensparen, was er kann.“
Auszug aus 1 Kor 16,1-2 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Joh 6,51Biblische Anspielung
Das Brot der Gabenbereitung steht im größeren Zusammenhang des Brotes, das Christus selbst gibt.
Bibeltext
„Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt.“
Auszug aus Joh 6,51 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Geschichtliche Kontinuität
Justin bezeugt Brot, Wein und Wasser sowie eine Kollekte für Bedürftige.
Mitfeiern
Während der Gabenbereitung sitzt die Gemeinde; beim Singen oder beim Darbringen der Gaben verbindet sie ihre eigene Hingabe mit dem kommenden eucharistischen Opfer.
Legitime Varianten
Gaben können von Gläubigen zum Altar gebracht werden; Geld für die Armen wird nicht auf den eucharistischen Tisch gelegt. Gesang und Prozession richten sich nach Anlass und örtlicher Ordnung.
Quellen und Hinweise1368 · 1350
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheStützt1368Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Einbeziehung der Gläubigen in das Opfer Christi
- Katechismus der Katholischen KircheStützt1350Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Gabenbereitung, Geste Melchisedeks und das reine Opfer der Kirche nach Irenäus
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt73-75Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Altar, Gabenprozession und Gaben für Arme
- Grundordnung des Römischen MessbuchsStütztGRM 73Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Darbringung der Gaben durch Gläubige und ihre geistliche Bedeutung
Historische Primärquellen
- Erste ApologieKontext65,67Übersetzung · Primärtext / Edition
Brot, Wein, Wasser und Kollekte
- DidacheKontext14,1-3Übersetzung · Primärtext / Edition
Die sonntägliche Eucharistie als reines Opfer nach Mal 1,11
- Dialog mit TryphonKontext41,3Übersetzung · Primärtext / Edition
Mal 1,11 auf Brot und Kelch der Eucharistie bezogen
17Mischung von Wasser und Wein und LavaboDer Priester gibt etwas Wasser in den Kelch mit Wein. Danach wäscht er sich die Hände und spricht dabei ein stilles Gebet.
Was geschieht
„Wie dieses Wasser sich mit dem Wein verbindet …“ und beim Lavabo: „Herr, wasche ab meine Schuld …“
- Die Bitte um innere Reinigung mit der eigenen Bereitschaft zur Umkehr verbinden.
Sinn
Die Beimischung von Wasser ist ein sehr alter Brauch. Das Konzil von Trient begründet ihn damit, dass nach kirchlicher Überzeugung Christus selbst so gehandelt hat; zugleich erneuert die Mischung das Gedächtnis von Blut und Wasser aus seiner Seite und stellt die Vereinigung des gläubigen Volkes mit Christus, seinem Haupt, dar. Das Lavabo bringt die Bitte um innere Reinigung zum Ausdruck; es ist keine sakramentale Reinigungshandlung.
Biblische Wurzeln
- Joh 19,34Biblische Anspielung
Aus der geöffneten Seite Christi fließen Blut und Wasser; die Kirche sieht dieses Geheimnis in der Mischung von Wasser und Wein vergegenwärtigt.
Bibeltext
„[E]iner der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite und sogleich floss Blut und Wasser heraus.“
Auszug aus Joh 19,34 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Ps 26,6Biblische Anspielung
Das Händewaschen in Unschuld steht hinter dem Gebet des Lavabo.
Bibeltext
„Ich will meine Hände in Unschuld waschen und deinen Altar, HERR, will ich umschreiten.“
Auszug aus Ps 26,6 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Geschichtliche Kontinuität
Justin beschreibt im 2. Jahrhundert einen Becher „mit einer Mischung von Wasser und Wein“, Irenäus spricht vom „mit Wasser vermischten Kelch“. Die begleitenden Gebete und das Lavabo sind spätere Ausgestaltungen der römischen Liturgie.
Mitfeiern
Die Gemeinde nimmt wahr, wie Wasser in den Kelch gegeben und die Hände gewaschen werden, und verbindet diese Zeichen mit der Bitte um ein reines Herz.
Legitime Varianten
Die konkrete Ausführung richtet sich nach der liturgischen Ordnung. Keine dieser Gesten wird als wörtliches Schriftgebot ausgegeben.
Quellen und Hinweise1345
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheStützt1345Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Justin: Brot und ein Becher mit einer Mischung von Wasser und Wein
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt75-76Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Mischung und Handwaschung
- Grundordnung des Römischen MessbuchsStütztGRM 33, 76Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Stille Gebete des Priesters und Händewaschung als Ausdruck der Bitte um innere Reinigung
Historische Primärquellen
- Erste ApologieKontext65Übersetzung · Primärtext / Edition
Frühe Erwähnung von Wasser bei den eucharistischen Gaben
- Konzil von Trient, Sitzung XXII: Lehre und Kanones über das MessopferSpätere kirchliche KlärungKap. VIITranskription bei Hanover Historical Texts Collection
Wasser im Kelch: Handeln Christi, Blut und Wasser aus seiner Seite, Vereinigung des Volkes mit Christus
Kirchenväter
- Irenäus von Lyon, Adversus haereses VKontextV,2,3Übersetzung · Primärtext / Edition
Der mit Wasser vermischte Kelch
18GabengebetDer Priester lädt zum Gebet ein; die Gemeinde steht auf und antwortet: „Der Herr nehme das Opfer an …“. Dann spricht der Priester das Gabengebet, und die Gemeinde antwortet mit Amen.
Was geschieht
„Betet, Brüder und Schwestern, dass mein und euer Opfer Gott, dem allmächtigen Vater, gefalle.“
- Die Antwort als Zustimmung zur gemeinsamen Opfergabe sprechen.
Sinn
Das Gabengebet bittet Gott, die Gaben anzunehmen und die Feier zum Heil der Kirche wirksam werden zu lassen. Der Priester spricht im Namen der versammelten Kirche; die Gemeinde ist ausdrücklich in Gebet und Opfergabe einbezogen.
Biblische Wurzeln
- Röm 12,1Biblische Anspielung
Paulus ruft dazu auf, das eigene Leben als lebendiges Opfer darzubringen; so beteiligt sich die Gemeinde an der Opfergabe.
Bibeltext
„[E]ure Leiber als lebendiges, heiliges und Gott wohlgefälliges Opfer darzubringen - als euren geistigen Gottesdienst.“
Auszug aus Röm 12,1 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - 1 Tim 2,5Biblisches Muster
Christus als einziger Mittler ordnet die Gebete der Kirche.
Bibeltext
„Denn: Einer ist Gott, Einer auch Mittler zwischen Gott und Menschen: der Mensch Christus Jesus.“
Auszug aus 1 Tim 2,5 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Geschichtliche Kontinuität
Gebete über die Gaben gehören zur frühen eucharistischen Praxis.
Mitfeiern
Mit dem gemeinsamen Amen bestätigt die Gemeinde das Gebet und ihre Beteiligung an der Opfergabe.
Legitime Varianten
Das Gebet wechselt nach Tag, Fest und liturgischer Zeit.
Quellen und Hinweise1368
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheStützt1368Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Opfer der Kirche in Einheit mit Christus
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt77Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Ein einziges Gabengebet
- Sacrosanctum ConciliumStützt48Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Tätige Teilnahme der Gläubigen
- Grundordnung des Römischen MessbuchsStütztGRM 79fPrimärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Die Gläubigen bringen die Opfergabe dar und lernen, sich selbst darzubringen
19Präfationsdialog und PräfationPriester und Gemeinde treten in einen Wechselruf ein. Die Präfation dankt Gott für sein Heilshandeln und führt zum Sanctus.
Was geschieht
„Der Herr sei mit euch“ – „Und mit deinem Geiste“; „Erhebet die Herzen“ – „Wir haben sie beim Herrn.“
- Die Wechselrufe als gemeinsame Ausrichtung und Danksagung sprechen.
Sinn
Die Gemeinde richtet ihr Herz auf Gott und dankt mit der ganzen Kirche und den Engeln. So führt die Präfation in das eine eucharistische Hochgebet hinein.
Biblische Wurzeln
- Klgl 3,41Biblisches Muster
Die Klagelieder rufen dazu auf, Herz und Hände zu Gott im Himmel zu erheben; der Präfationsdialog nimmt diesen Ruf auf.
Bibeltext
„Erheben wir unser Herz samt den Händen zu Gott im Himmel!“
Auszug aus Klgl 3,41 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Kol 3,1-2Biblische Anspielung
Die Ausrichtung des Herzens auf das Himmlische wird liturgisch aufgenommen.
Bibeltext
„Seid ihr nun mit Christus auferweckt, so strebt nach dem, was oben ist, wo Christus zur Rechten Gottes sitzt! Richtet euren Sinn auf das, was oben ist, nicht auf das Irdische!“
Auszug aus Kol 3,1-2 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Lk 22,19Biblisches Muster
Jesu Dankgebet beim Mahl steht hinter der eucharistischen Danksagung.
Bibeltext
„Und er nahm Brot, sprach das Dankgebet, brach es und reichte es ihnen mit den Worten: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis!“
Auszug aus Lk 22,19 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Geschichtliche Kontinuität
Danksagung und gemeinsames Amen sind in den frühen Eucharistiezeugnissen bezeugt. Cyrill von Jerusalem überliefert im 4. Jahrhundert den Wechselruf vor dem Dankgebet: „Himmelwärts die Herzen!“ – „Wir erheben sie zum Herrn.“
Mitfeiern
Im Stehen antwortet die Gemeinde auf die Wechselrufe und nimmt ihren Platz im Dank der ganzen Kirche ein.
Legitime Varianten
Die Präfation wechselt nach Kirchenjahr, Fest und Anlass.
Quellen und Hinweise4 Hinweise
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt78-79aPrimärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Präfationsdialog und Danksagung
- Grundordnung des Römischen MessbuchsStütztGRM 79aPrimärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Danksagung für das gesamte Heilswerk oder eine bestimmte Heilstat
Historische Primärquellen
- Erste ApologieKontext65-67Übersetzung · Primärtext / Edition
Frühe Danksagung und Amen
Kirchenväter
- Cyrill von Jerusalem, Mystagogische Katechesen an die NeugetauftenKontextMystagogische Katechese V,4–5Übersetzung · Verlässliche Transkription
Wechselruf „Himmelwärts die Herzen!“ und Danksagung
20SanctusDie Gemeinde singt oder spricht das Sanctus. Die Akklamation gehört selbst zum Eucharistischen Hochgebet.
Was geschieht
„Heilig, heilig, heilig, Gott, Herr aller Mächte und Gewalten …“
- Den Lobpreis gemeinsam mit der Kirche des Himmels singen oder sprechen.
Sinn
Im Sanctus verbindet die Kirche ihren Lobpreis mit der Anbetung der Engel. Sie antwortet auf die Präfation und tritt in den Dank des Hochgebets ein.
Biblische Wurzeln
- Jes 6,3Schriftzitat
Der dreifache Heilig-Ruf ist direkt aus der Berufungsvision Jesajas übernommen.
Bibeltext
„Und einer rief dem anderen zu und sagte: Heilig, heilig, heilig ist der HERR der Heerscharen. Erfüllt ist die ganze Erde von seiner Herrlichkeit.“
Auszug aus Jes 6,3 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Offb 4,8Schriftzitat
Die himmlischen Wesen singen den Heilig-Ruf vor Gottes Thron.
Bibeltext
„Heilig, heilig, heilig ist der Herr.“
Auszug aus Offb 4,8 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Mt 21,9Biblische Anspielung
Das „Hosanna“ und die Ankunft des Herrn werden im Sanctus verbunden.
Bibeltext
„Hosanna dem Sohn Davids! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe!“
Auszug aus Mt 21,9 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Geschichtliche Kontinuität
Die Worte stammen aus der Berufungsvision Jesajas (Jes 6,3), der Thronvision der Offenbarung (Offb 4,8) und aus dem Psalmwort Ps 118,26, das die Menge beim Einzug Jesu in Jerusalem aufnimmt (Mt 21,9). Cyrill von Jerusalem bezeugt den dreifachen Heilig-Ruf im Hochgebet schon im 4. Jahrhundert.
Mitfeiern
Alle singen oder sprechen den Ruf gemeinsam. So wird hörbar, dass der Priester das Hochgebet im Namen der ganzen Kirche betet und die Gemeinde darin antwortet.
Legitime Varianten
Das Sanctus kann gesungen oder gesprochen werden; sein Text wird nicht durch ein beliebiges anderes Lied ersetzt.
Quellen und Hinweise4 Hinweise
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt79bPrimärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Sanctus als Teil des Hochgebets
- Sacrosanctum ConciliumStützt48Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Gemeinsame aktive Teilnahme
- Grundordnung des Römischen MessbuchsStütztGRM 79bPrimärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Die Versammlung vereint sich mit den himmlischen Mächten im Sanctus
Kirchenväter
- Cyrill von Jerusalem, Mystagogische Katechesen an die NeugetauftenKontextMystagogische Katechese V,6Übersetzung · Verlässliche Transkription
Der Heilig-Ruf der Seraphim im Hochgebet
21Eucharistisches Hochgebet als einheitliches GebetDas Eucharistische Hochgebet ist ein einziges Gebet der Danksagung und Heiligung. Nach der Grundordnung des Römischen Messbuchs (Nr. 79) umfasst es Danksagung, Akklamation, Epiklese, Einsetzungsbericht und Konsekration, Anamnese, Darbringung, Interzessionen (Fürbitten) und Schlussdoxologie.
Was geschieht
Der Priester betet das Hochgebet im Namen der ganzen Kirche; die Gemeinde antwortet an den vorgesehenen Stellen.
- Den gesamten Gebetsbogen als ein einziges Gebet hören und die Akklamationen mittragen.
Sinn
Im Hochgebet dankt die Kirche dem Vater, ruft den Heiligen Geist an, feiert das Gedächtnis Christi und bringt sich mit ihm dar. Diese Bewegungen bilden einen zusammenhängenden Gebetsbogen.
Biblische Wurzeln
- 1 Kor 11,23-26Direkte Einsetzung
Die Überlieferung der Einsetzungsworte und der Auftrag zum Gedächtnis bilden die Mitte des Hochgebets.
Bibeltext
„Denn ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe: […] Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis!“
Auszug aus 1 Kor 11,23-26 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Lk 22,19-20Direkte Einsetzung
Jesu Handlung beim Mahl wird in der Eucharistiefeier sakramental aufgenommen.
Bibeltext
„Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis! […] Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird.“
Auszug aus Lk 22,19-20 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - 1 Kor 14,16Biblisches Muster
Die Gemeinde bestätigt das Gebet mit ihrem Amen.
Bibeltext
„Wenn du nur im Geist den Lobpreis sprichst und ein Unkundiger anwesend ist, wie kann er zu deinem Dankgebet das Amen sprechen; er versteht ja nicht, was du sagst.“
Auszug aus 1 Kor 14,16 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Hebr 12,22-24Biblisches Muster
Im Gottesdienst tritt die Kirche zur himmlischen Festversammlung und zu Jesus, dem Mittler des Neuen Bundes.
Bibeltext
„Ihr seid […] zu einer festlichen Versammlung […] und zu Jesus, dem Mittler eines neuen Bundes, hinzugetreten.“
Auszug aus Hebr 12,22-24 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Geschichtliche Kontinuität
Didache, Justin und Irenäus bezeugen Danksagung, Gaben, Eucharistie und Opferbezug.
Mitfeiern
Durch aufmerksames Hören, das Mitsingen des Sanctus, die vorgesehenen Akklamationen und das Große Amen trägt die Gemeinde das Gebet mit. Den priesterlichen Gebetstext spricht der Priester im Namen der ganzen Kirche.
Legitime Varianten
Es gibt mehrere approbierte Hochgebete; ihre Verwendung richtet sich nach liturgischer Ordnung und Anlass. Eigenmächtige Änderungen sind nicht zulässig.
Quellen und Hinweise1352-1354 · 1328
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheStützt1352-1354Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Aufbau und Bedeutung des eucharistischen Gebets
- Katechismus der Katholischen KircheStützt1328Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Eucharistie als Danksagung
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt78-79a-hPrimärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Ein Hochgebet mit acht Bewegungen
- Sacrosanctum ConciliumStützt47Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Eucharistie als Gedächtnis und sakramentale Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers
- Grundordnung des Römischen MessbuchsStütztGRM 78Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Hochgebet als Gebet der Danksagung und der Heiligung
Historische Primärquellen
- DidacheKontext9-10Übersetzung · Primärtext / Edition
Frühe Danksagungsgebete
22EpikleseDie Kirche ruft den Heiligen Geist an, damit die Gaben Leib und Blut Christi werden und die Kommunizierenden in der Einheit Christi geheiligt werden.
Was geschieht
Eine Bitte um die Sendung des Heiligen Geistes auf die Gaben und die versammelte Kirche.
- Die Bitte um den Heiligen Geist als Bitte um Heiligung der Gaben und der Kirche hören.
Sinn
Die Eucharistie ist Werk des dreifaltigen Gottes. Der Heilige Geist wirkt an den Gaben und an der Gemeinde, die empfängt und in Christus geeint wird.
Biblische Wurzeln
- Lk 11,13Biblisches Muster
Jesus verheißt den Heiligen Geist denen, die den Vater darum bitten.
Bibeltext
„Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.“
Auszug aus Lk 11,13 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Röm 8,26-27Biblische Anspielung
Der Geist tritt für die Betenden ein und prägt die Bitte der Kirche.
Bibeltext
„Der Geist selber tritt jedoch für uns ein mit unaussprechlichen Seufzern.“
Auszug aus Röm 8,26-27 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Geschichtliche Kontinuität
Die ausdrückliche Form der Epiklese ist in den Hochgebeten unterschiedlich entwickelt. Im Römischen Kanon (Erstes Hochgebet) erbittet die Kirche vor dem Einsetzungsbericht für die Gaben „Segen in Fülle“, damit sie Leib und Blut Christi werden; der Katechismus versteht diese Bitte als Epiklese. Die neueren Hochgebete nennen den Heiligen Geist dabei ausdrücklich.
Mitfeiern
Während die Kirche um die Sendung des Heiligen Geistes bittet, hört die Gemeinde diese Bitte und stimmt in sie ein.
Legitime Varianten
Die Formulierung hängt vom verwendeten Hochgebet ab.
Quellen und Hinweise1353 · 1105
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheStützt1353Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Epiklese und Wandlung
- Katechismus der Katholischen KircheStützt1105Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Epiklese als Herabrufung des Heiligen Geistes
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt79cPrimärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Bitte um den Heiligen Geist auf Gaben und Empfänger
Kirchenväter
- Cyrill von Jerusalem, Mystagogische Katechesen an die NeugetauftenKontextMystagogische Katechese V,7Übersetzung · Verlässliche Transkription
Frühe mystagogische Erklärung der Epiklese
23Einsetzungsbericht, Konsekration und GlaubensakklamationDer Priester spricht die Einsetzungsworte Christi und vollzieht die dazugehörigen Handlungen. Durch die Kraft des Heiligen Geistes sowie durch die Worte und Handlungen Christi werden Brot und Wein zu Leib und Blut Christi. Die Gemeinde antwortet mit einer Akklamation des Glaubens.
Was geschieht
„Das ist mein Leib …“ – „Das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes …“
- Die Akklamation des Glaubens als Antwort auf Christi wirkliche Gegenwart sprechen.
Sinn
Christus handelt selbst in der Eucharistie. Unter den Gestalten von Brot und Wein wird er wahrhaft, wirklich und substanzhaft gegenwärtig: Die ganze Substanz des Brotes wird in die Substanz seines Leibes und die ganze Substanz des Weines in die Substanz seines Blutes verwandelt, während Aussehen und Geschmack bleiben. Die Kirche nennt diese Wandlung Wesensverwandlung (Transsubstantiation). Diese Gegenwart beginnt mit der Konsekration und dauert, solange die Gestalten bestehen.
Biblische Wurzeln
- Mt 26,26-28Direkte Einsetzung
Jesu Worte über Leib und Blut stehen direkt hinter der Konsekration.
Bibeltext
„Nehmt und esst; das ist mein Leib. […] Das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.“
Auszug aus Mt 26,26-28 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Mk 14,22-24Direkte Einsetzung
Markus überliefert die Einsetzung von Brot und Kelch.
Bibeltext
„Nehmt, das ist mein Leib. […] Das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.“
Auszug aus Mk 14,22-24 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Lk 22,19-20Direkte Einsetzung
Lukas überliefert „Tut dies zu meinem Gedächtnis“ und die Hingabe für die Jünger.
Bibeltext
„Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis! […] Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird.“
Auszug aus Lk 22,19-20 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - 1 Kor 11,23-26Direkte Einsetzung
Paulus nennt die Einsetzung eine empfangene und weitergegebene Überlieferung.
Bibeltext
„Denn ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe: […] Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis!“
Auszug aus 1 Kor 11,23-26 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Ex 24,8Typologie
Mose besiegelt den Sinaibund mit dem „Blut des Bundes“; Jesus nimmt dieses Wort auf und spricht vom Blut des Neuen Bundes.
Bibeltext
„Das ist das Blut des Bundes, den der HERR aufgrund all dieser Worte mit euch schließt.“
Auszug aus Ex 24,8 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Geschichtliche Kontinuität
Paulus überliefert die Einsetzungsworte; Justin bezeugt die frühe Überzeugung, dass die eucharistische Nahrung nicht gewöhnliches Brot und gewöhnlicher Trank ist. Cyrill von Jerusalem lehrt die Neugetauften im 4. Jahrhundert, dass das, was als Brot erscheint und wie Brot schmeckt, nicht Brot ist, sondern Christi Leib. Das Konzil von Trient hat diesen stets geltenden Glauben im Begriff der Wesensverwandlung zusammengefasst.
Mitfeiern
Beim Hören der Einsetzungsworte kniet oder steht die Gemeinde nach der geltenden örtlichen Ordnung und antwortet mit der Akklamation des Glaubens.
Legitime Varianten
Hochgebet, Sprache und bestimmte Körperhaltungen richten sich nach den approbierten liturgischen Büchern und den Regeln der jeweiligen Bischofskonferenz.
Quellen und Hinweise1373-1377 · 1410-1411 · 1378
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheSpätere kirchliche Klärung1373-1377Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Einzigartige, substanzhafte und dauernde Gegenwart
- Katechismus der Katholischen KircheStützt1410-1411Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Nur gültig geweihte Priester können konsekrieren
- Katechismus der Katholischen KircheStützt1378Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Knien oder tiefe Verneigung als Zeichen der Anbetung
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt79dPrimärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Einsetzungsbericht und Konsekration
- Grundordnung des Römischen MessbuchsStütztGRM 43Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Knien zur Konsekration und tiefe Verneigung bei Verhinderung
Historische Primärquellen
- Erste ApologieKontext66Übersetzung · Primärtext / Edition
Frühes Eucharistieverständnis
Kirchenväter
- Cyrill von Jerusalem, Mystagogische Katechesen an die NeugetauftenKontextMystagogische Katechese IV,9Übersetzung · Verlässliche Transkription
Was als Brot erscheint, ist nicht Brot, sondern Christi Leib
24Anamnese und DarbringungDie Kirche erinnert im Glauben an das Leiden, die Auferstehung und die Himmelfahrt Christi und bringt dem Vater das Opfer dar. Dabei werden die Gläubigen eingeladen, sich selbst mit Christus darzubringen.
Was geschieht
Eine Akklamation wie „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir …“ und die anschließende Darbringung.
- Das eigene Leben, Leid, Arbeit und Lob mit Christi einmaliger Hingabe verbinden.
Sinn
Im Sinn der Schrift ist das Gedächtnis Verkündigung und Vergegenwärtigung einer Heilstat: Bei jeder Paschafeier wird Israel der Auszug aus Ägypten gegenwärtig. Jesus stiftet die Eucharistie beim Paschamahl und spricht dabei Opferworte: Sein Leib wird „für euch hingegeben“, sein Blut „zur Vergebung der Sünden“ vergossen. Darum wird in der Messe das Pascha Christi, sein eines Opfer, sakramental gegenwärtig. Sein Kreuzesopfer erhält dadurch keine Wiederholung und keinen Zusatz.
Biblische Wurzeln
- 1 Kor 11,24-25Direkte Einsetzung
Der Auftrag zum Gedächtnis begründet die anamnetische Feier.
Bibeltext
„Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis!“
Auszug aus 1 Kor 11,24-25 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Ex 12,14Typologie
Israel begeht den Auszug jedes Jahr als Gedenktag; vor diesem Hintergrund gibt Jesus beim Paschamahl den Auftrag „Tut dies zu meinem Gedächtnis“.
Bibeltext
„Diesen Tag sollt ihr als Gedenktag begehen. Feiert ihn als Fest für den HERRN!“
Auszug aus Ex 12,14 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Hebr 9,14Biblische Anspielung
Christus bringt sich durch den ewigen Geist dar.
Bibeltext
„[D]as Blut Christi, der sich selbst als makelloses Opfer kraft des ewigen Geistes Gott dargebracht hat.“
Auszug aus Hebr 9,14 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Röm 12,1Biblische Anspielung
Die Gläubigen werden zur eigenen Hingabe als geistlichem Opfer gerufen.
Bibeltext
„[E]ure Leiber als lebendiges, heiliges und Gott wohlgefälliges Opfer darzubringen - als euren geistigen Gottesdienst.“
Auszug aus Röm 12,1 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Hebr 7,27Biblisches Muster
Die Einmaligkeit des Opfers Christi begrenzt jede Deutung der Messe als Wiederholung.
Bibeltext
„[D]as hat er ein für alle Mal getan, als er sich selbst dargebracht hat.“
Auszug aus Hebr 7,27 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Geschichtliche Kontinuität
„Tut dies zu meinem Gedächtnis“ steht in den Einsetzungsberichten. Die ausdrückliche Verbindung von Anamnese, Opfer und Darbringung wurde in der kirchlichen Liturgie und Lehre weiter entfaltet.
Mitfeiern
Die Gemeinde hört und antwortet. Sie verbindet ihr eigenes Leben mit der Hingabe Christi.
Legitime Varianten
Die Formulierungen wechseln nach Hochgebet und liturgischem Buch.
Quellen und Hinweise1363-1367 · 1403
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheStützt1363-1367Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Gedächtnis als Vergegenwärtigung, Opfercharakter der Einsetzungsworte, ein einziges Opfer
- Katechismus der Katholischen KircheStützt1403Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Eucharistie in Erwartung des kommenden Herrn
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt79e-fPrimärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Anamnese und Darbringung
- Sacrosanctum ConciliumStützt47Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Fortdauer des Kreuzesopfers in der Eucharistie
Historische Primärquellen
- Konzil von Trient, Sitzung XXII: Lehre und Kanones über das MessopferSpätere kirchliche KlärungKap. I-IITranskription bei Hanover Historical Texts Collection
Derselbe Christus, andere Weise des Darbringens
25Fürbitten im HochgebetIm Hochgebet gedenkt die Kirche der Gottesmutter Maria und der Heiligen und betet für den Papst, den Ortsbischof, die Lebenden und die Verstorbenen. So umfasst die Eucharistiefeier die ganze Kirche des Himmels und der Erde über den sichtbaren Kreis der Anwesenden hinaus.
Was geschieht
Die Namen und Fürbitten wechseln nach Hochgebet und Anlass.
- Die ganze Kirche in das eigene Gebet aufnehmen, auch Menschen, die nicht anwesend sind.
Sinn
Die Kirche feiert die Eucharistie in Gemeinschaft mit allen Gliedern der Kirche. Die Fürbitten beziehen die Lebenden und Verstorbenen in die Frucht des Opfers Christi ein.
Biblische Wurzeln
- 1 Tim 2,1Biblisches Muster
Paulus fordert Fürbitte für alle Menschen; die Fürbitten im Hochgebet nehmen diesen Auftrag auf.
Bibeltext
„Vor allem fordere ich zu Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und Danksagung auf, und zwar für alle Menschen.“
Auszug aus 1 Tim 2,1 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Hebr 7,25Biblische Anspielung
Christi bleibende Fürsprache steht hinter der Fürbitte der Kirche.
Bibeltext
„Darum kann er auch die, die durch ihn vor Gott hintreten, für immer retten; denn er lebt allezeit, um für sie einzutreten.“
Auszug aus Hebr 7,25 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Geschichtliche Kontinuität
Cyrill von Jerusalem bezeugt im 4. Jahrhundert, dass die Kirche im Hochgebet der Heiligen gedenkt und für alle Verstorbenen betet.
Mitfeiern
Die Gemeinde hört die Fürbitten und nimmt die genannten Personen innerlich in ihr Gebet auf.
Legitime Varianten
Die Namen, Gedächtnisse und Formulierungen richten sich nach Hochgebet, Kirchenjahr und örtlicher Ordnung.
Quellen und Hinweise1369-1371
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheStützt1369-1371Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Gemeinschaft mit Papst, Ortsbischof, Maria und den Heiligen; Opfer auch für die Verstorbenen
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt79gPrimärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Fürbitten im Hochgebet
Kirchenväter
- Cyrill von Jerusalem, Mystagogische Katechesen an die NeugetauftenKontextMystagogische Katechese V,9–10Übersetzung · Verlässliche Transkription
Gedächtnis der Heiligen und Gebet für die Verstorbenen im eucharistischen Opfer
26Schlussdoxologie und Großes AmenDer Priester erhebt Kelch und Hostienschale und spricht die abschließende Doxologie. Mit dem feierlichen Amen bestätigt die Gemeinde das gesamte Hochgebet.
Was geschieht
„Durch ihn und mit ihm und in ihm …“ – „Amen.“
- Das Große Amen gemeinsam und hörbar sprechen oder singen.
Sinn
Alles kommt vom Vater, geschieht durch den Sohn und wird im Heiligen Geist vollendet. Das Große Amen gibt der Zustimmung der Gemeinde zum gesamten eucharistischen Gebet eine gemeinsame Stimme.
Biblische Wurzeln
- Röm 11,36Biblische Anspielung
Paulus schließt mit dem Lobpreis Gottes, aus dem und durch den und auf den hin alles ist; die Schlussdoxologie des Hochgebets mündet in denselben Lobpreis.
Bibeltext
„Denn aus ihm und durch ihn und auf ihn hin ist die ganze Schöpfung. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.“
Auszug aus Röm 11,36 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Offb 5,14Biblisches Muster
Das Amen der himmlischen Anbetung wird im Amen der Gemeinde aufgenommen.
Bibeltext
„Und die vier Lebewesen sprachen: Amen. Und die vierundzwanzig Ältesten fielen nieder und beteten an.“
Auszug aus Offb 5,14 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - 1 Kor 14,16Biblisches Muster
Die öffentliche Zustimmung der Gemeinde durch das Amen ist apostolisch vorausgesetzt.
Bibeltext
„Wenn du nur im Geist den Lobpreis sprichst und ein Unkundiger anwesend ist, wie kann er zu deinem Dankgebet das Amen sprechen; er versteht ja nicht, was du sagst.“
Auszug aus 1 Kor 14,16 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Geschichtliche Kontinuität
Das Amen als Antwort der Gemeinde ist bei Justin bezeugt.
Mitfeiern
Wo es Brauch ist, knien die Gläubigen bis zum Ende des Hochgebets, sonst stehen sie; die Doxologie trägt der Priester allein vor, die Gemeinde antwortet mit dem Amen.
Legitime Varianten
Melodie, Sprache und genaue musikalische Gestaltung können variieren.
Quellen und Hinweise1062, 1065
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheStützt1062, 1065Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Bedeutung des Amen und Christus als das Amen
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt79hPrimärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Doxologie und Amen als Abschluss des Hochgebets
- Grundordnung des Römischen MessbuchsStütztGRM 43, 151Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Kniebrauch bis zum Ende des Hochgebets und Doxologie durch den Priester allein
Historische Primärquellen
- Erste ApologieKontext65Übersetzung · Primärtext / Edition
Amen der Gemeinde
27Vaterunser und EmbolismusDie Gemeinde betet das Vaterunser. Danach spricht der Priester den Embolismus, eine Erweiterung der letzten Bitte, und die Gemeinde schließt mit einer Doxologie.
Was geschieht
„Vater unser im Himmel …“ – „Denn dein ist das Reich …“
- Das Vaterunser als gemeinsames Gebet der Kinder Gottes sprechen.
Sinn
Das Gebet Jesu bereitet auf die Kommunion vor. Die Kirche bittet um das tägliche Brot, um Vergebung und um Erlösung vom Bösen. Der Embolismus entfaltet diese letzte Bitte im Blick auf die Begegnung mit Christus.
Biblische Wurzeln
- Mt 6,9-13Schriftzitat
Jesus gibt das Vaterunser als Gebet seiner Jünger.
Bibeltext
„So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde.“
Auszug aus Mt 6,9-13 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Lk 11,2-4Schriftzitat
Lukas überliefert, wie Jesus seine Jünger auf ihre Bitte hin beten lehrt.
Bibeltext
„Da sagte er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater, geheiligt werde dein Name.“
Auszug aus Lk 11,2-4 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Geschichtliche Kontinuität
Die Didache bezeugt das Vaterunser früh als regelmäßiges Gebet der Christen und schließt es mit einer Doxologie ab. Cyrill von Jerusalem erklärt im 4. Jahrhundert, dass die Gemeinde es nach dem Hochgebet und vor der Kommunion betet.
Mitfeiern
Die Gläubigen stehen und sprechen das Vaterunser gemeinsam mit dem Priester.
Legitime Varianten
Sprache und Gesang können variieren; der Text des Vaterunsers bleibt der überlieferte Gebetstext.
Quellen und Hinweise2770 · 2760 · 1404
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheStützt2770Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Das Vaterunser als Gebet der ganzen Kirche zwischen Hochgebet und Kommunion
- Katechismus der Katholischen KircheStützt2760Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Frühe Doxologie zum Vaterunser und Embolismus des römischen Messbuchs
- Katechismus der Katholischen KircheStützt1404Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Embolismus in Erwartung des Kommens Christi
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt81Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Vaterunser, Embolismus und Doxologie
- Grundordnung des Römischen MessbuchsStütztGRM 43, 81Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Stehen, gemeinsames Vaterunser, Embolismus des Priesters und Doxologie des Volkes
Historische Primärquellen
- DidacheKontext8,2-3Übersetzung · Primärtext / Edition
Frühe christliche Praxis des Vaterunsers
Kirchenväter
- Cyrill von Jerusalem, Mystagogische Katechesen an die NeugetauftenKontextMystagogische Katechese V,11Übersetzung · Verlässliche Transkription
Das Vaterunser nach dem Hochgebet
28FriedensgrußDer Priester bittet um den Frieden Christi und lädt die Gemeinde zu einem Zeichen des Friedens ein. Die Geste gilt den Nächststehenden und bleibt in einem schlichten, nüchternen Rahmen.
Was geschieht
„Der Friede des Herrn sei allezeit mit euch“ – „Und mit deinem Geiste.“
- Den Frieden Christi schlicht und ohne Unruhe weitergeben.
Sinn
Der Friedensgruß bezeichnet die kirchliche Gemeinschaft und die Versöhnung, in der die Kommunion empfangen wird.
Biblische Wurzeln
- Mt 5,23-24Biblische Anspielung
Jesus verlangt die Versöhnung mit dem Bruder, bevor die Gabe dargebracht wird; der Friedensgruß bezeichnet diese Versöhnung vor der Kommunion.
Bibeltext
„[G]eh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe!“
Auszug aus Mt 5,23-24 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Joh 20,19-21Schriftzitat
Der auferstandene Christus verbindet seinen Friedensgruß mit der Sendung der Jünger.
Bibeltext
„Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“
Auszug aus Joh 20,19-21 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Geschichtliche Kontinuität
Justin bezeugt den Friedenskuss vor der Eucharistie. Die konkrete heutige Geste wird von der jeweiligen Bischofskonferenz und örtlichen Ordnung bestimmt.
Mitfeiern
Die Gemeinde antwortet und gibt in schlichter Weise ein Zeichen des Friedens.
Legitime Varianten
Händedruck, Verneigung oder eine andere zugelassene Geste sind möglich; die Form richtet sich nach Region und Anlass.
Quellen und Hinweise1396
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheStützt1396Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Eucharistie als Zeichen und Ursache kirchlicher Einheit
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt82Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Sinn und Grenzen des Friedensgrußes
- Grundordnung des Römischen MessbuchsStütztGRM 82Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Friede und Einheit für Kirche und Menschheitsfamilie vor dem Empfang des Sakraments
Historische Primärquellen
- Erste ApologieKontext65Übersetzung · Primärtext / Edition
Früher Friedenskuss
29Brotbrechen, Vermischung und Agnus DeiDer Priester bricht die Hostie und gibt einen Teil davon in den Kelch; der Diakon kann ihm helfen. Währenddessen singt oder spricht die Gemeinde das Agnus Dei.
Was geschieht
„Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt …“
- Das Agnus Dei als Bitte um Erbarmen und Frieden sprechen oder singen.
Sinn
Das Brechen des einen Brotes bezeichnet die Einheit der vielen, die an einem Brot teilhaben. Das Agnus Dei bekennt Christus als das Paschalamm und bittet um Erbarmen und Frieden.
Biblische Wurzeln
- Joh 1,29Schriftzitat
Johannes nennt Jesus das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegträgt.
Bibeltext
„Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!“
Auszug aus Joh 1,29 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - 1 Kor 10,16-17Biblisches Muster
Kelch und Brot sind Teilhabe an Christus und verbinden die Vielen zu seinem einen Leib.
Bibeltext
„Ist das Brot, das wir brechen, nicht Teilhabe am Leib Christi? Ein Brot ist es. Darum sind wir viele ein Leib; denn wir alle haben teil an dem einen Brot.“
Auszug aus 1 Kor 10,16-17 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Lk 24,30-31Biblische Anspielung
Das Brotbrechen wird als Erkennungszeichen des auferstandenen Herrn aufgenommen.
Bibeltext
„Und es geschah, als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach es und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen aufgetan und sie erkannten ihn.“
Auszug aus Lk 24,30-31 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Offb 5,6-12Typologie
Die Offenbarung zeigt das geschlachtete Lamm, dem der himmlische Lobpreis gilt; das Agnus Dei ruft dieses Lamm an.
Bibeltext
„Würdig ist das Lamm, das geschlachtet ist, Macht zu empfangen, Reichtum und Weisheit, Kraft und Ehre, Lob und Herrlichkeit.“
Auszug aus Offb 5,6-12 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Geschichtliche Kontinuität
Das Brotbrechen ist bereits in Apostelgeschichte und Didache bezeugt.
Mitfeiern
Die Gemeinde singt oder spricht den Ruf und richtet sich auf die Kommunion aus.
Legitime Varianten
Die Zahl der Wiederholungen und die Melodie folgen der liturgischen Ordnung. Der Priester vollzieht das Brotbrechen; der Diakon kann dabei helfen.
Quellen und Hinweise1377
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheStützt1377Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Das Brechen teilt Christus nicht
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt83Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Brotbrechen, Vermischung und Agnus Dei
- Grundordnung des Römischen MessbuchsStütztGRM 83Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Beimischung als Zeichen der Einheit von Leib und Blut des Herrn
Historische Primärquellen
- DidacheKontext9Übersetzung · Primärtext / Edition
Frühes Brotbrechen und eucharistische Danksagung
30Einladung zur Kommunion und Antwort des HauptmannsDer Priester zeigt die Hostie und lädt zur Kommunion ein. Die Gemeinde antwortet mit den Worten des Hauptmanns von Kafarnaum.
Was geschieht
„Seht das Lamm Gottes …“ – „Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach …“
- Die Antwort als Glaubensbekenntnis an Christi heilendes Wort sprechen.
Sinn
Die Einladung verbindet das Paschalamm mit dem Mahl. Die Antwort bekennt, dass Christus aus Gnade kommt und sein wirksames Wort genügt.
Biblische Wurzeln
- Mt 8,8Schriftzitat
Die Antwort des Hauptmanns wird direkt in der Kommunionliturgie verwendet.
Bibeltext
„Herr, ich bin es nicht wert, dass du unter mein Dach einkehrst; aber sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund!“
Auszug aus Mt 8,8 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Offb 19,9Biblische Anspielung
Die Offenbarung preist selig, wer zum Hochzeitsmahl des Lammes geladen ist; die Einladung zur Kommunion öffnet den Blick auf dieses Mahl.
Bibeltext
„Selig, wer zum Hochzeitsmahl des Lammes eingeladen ist!“
Auszug aus Offb 19,9 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Geschichtliche Kontinuität
Die biblische Antwort des Hauptmanns wurde in die römische Kommunionordnung aufgenommen.
Mitfeiern
Die Gemeinde spricht die Antwort gemeinsam und prüft sich im Glauben und in der Ehrfurcht.
Legitime Varianten
Die Sprache und die zugelassene Form der Prozession richten sich nach der liturgischen Ordnung.
Quellen und Hinweise1384-1385 · 1386
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheStützt1384-1385Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Ehrfurcht, Prüfung und Empfangsvoraussetzungen
- Katechismus der Katholischen KircheStützt1386Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Das Wort des Hauptmanns als Gebet vor der Kommunion
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt84Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Einladung und vorgeschriebene Antwort aus dem Evangelium
- Grundordnung des Römischen MessbuchsStütztGRM 84Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Akt der Demut von Priester und Gläubigen
31Kommunionempfang und KommuniongesangDie Gläubigen treten zur Kommunion, antworten mit „Amen“ und empfangen den Leib Christi. Während der Austeilung singt oder spricht die Gemeinde den Kommuniongesang.
Was geschieht
„Der Leib Christi“ – „Amen.“
- Geordnet zur Kommunion gehen, „Amen“ als Glaubensantwort sprechen und Christus ehrfürchtig empfangen.
Sinn
In der Kommunion empfängt der Gläubige Christus selbst und wird tiefer in seinen Leib, die Kirche, eingefügt. Die Eucharistie ist Christi Gabe. Ihr Empfang setzt Glaube, Ehrfurcht und die entsprechende innere Haltung voraus.
Biblische Wurzeln
- Joh 6,51-58Biblisches Muster
Jesus verbindet sein Fleisch mit dem Leben der Welt und der wirklichen Speise.
Bibeltext
„Denn mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise und mein Blut ist wahrhaft ein Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich bleibe in ihm.“
Auszug aus Joh 6,51-58 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - 1 Kor 11,27-29Biblisches Muster
Paulus fordert Selbstprüfung und ein unterscheidendes Empfangen des Leibes und Blutes des Herrn.
Bibeltext
„Jeder soll sich selbst prüfen; […] Denn wer davon isst und trinkt, ohne den Leib zu unterscheiden, der zieht sich das Gericht zu, indem er isst und trinkt.“
Auszug aus 1 Kor 11,27-29 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Ps 34,9Biblische Anspielung
„Kostet und seht, wie gut der Herr ist“ wird als eucharistische Einladung aufgenommen.
Bibeltext
„Kostet und seht, wie gut der HERR ist! Selig der Mensch, der zu ihm sich flüchtet!“
Auszug aus Ps 34,9 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Geschichtliche Kontinuität
Justin beschreibt den Empfang der Eucharistie und die Überbringung an Abwesende und nennt schon ihre Voraussetzung: Teilnehmen darf nur, wer die Lehre für wahr hält, getauft ist und nach den Weisungen Christi lebt. Cyrill von Jerusalem bezeugt die Kommunion mit Amen unter beiden Gestalten; die heutigen Formen von Hand- oder Mundkommunion, Stehen oder Knien entwickelten sich in verschiedenen Zeiten und Regionen.
Mitfeiern
Die Gläubigen gehen geordnet zur Kommunion und antworten mit Amen. Wer die Handkommunion empfängt, kommuniziert die Hostie sofort. Wer nicht kommuniziert, kann in stillem Gebet teilnehmen.
Legitime Varianten
In Deutschland ist der Empfang auf die Zunge oder, wo erlaubt, in die Hand möglich; das universale Recht schützt den Empfang auf die Zunge. Die Kommunion unter beiden Gestalten hat die vollere Zeichengestalt; der Kelch kann nach den Regeln der Bischofskonferenz gereicht werden. Auch wer nur die Hostie empfängt, empfängt den ganzen Christus und die ganze Gnadenfrucht der Eucharistie, denn Christus ist unter jeder der beiden Gestalten ganz gegenwärtig.
Quellen und HinweiseKKK 1384–1391 · KKK 1410–1411 · KKK 1398–1401
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheSpätere kirchliche KlärungKKK 1384–1391Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Ehrfurcht, Vorbereitung und Frucht der Kommunion
- Katechismus der Katholischen KircheStütztKKK 1410–1411Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Eucharistie durch gültig geweihte Priester
- Katechismus der Katholischen KircheStütztKKK 1398–1401Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Eucharistie und Einheit der Christen; keine allgemeine Interkommunion mit den reformatorischen Gemeinschaften; Ausnahme in schwerer Notlage
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt85-87Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Kommunionempfang und Gesang
- Grundordnung des Römischen MessbuchsStütztGRM 160–161Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Mund- und Handkommunion in der deutschen Anwendung und sofortiger Verzehr
- Redemptionis SacramentumStütztRS 90–92Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Stehen oder Knien, Recht auf Mundkommunion und Bedingungen der Handkommunion
- Grundordnung des Römischen MessbuchsStütztGRM 281–282Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Vollere Zeichengestalt unter beiden Gestalten; auch unter einer Gestalt der ganze Christus und das wahre Sakrament
- Unitatis redintegratioStütztUR 22Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Fehlen des Weihesakraments und volle Wirklichkeit des eucharistischen Mysteriums
Historische Primärquellen
- Erste ApologieKontext66Übersetzung · Primärtext / Edition
Frühe Voraussetzungen für die Teilnahme an der Eucharistie
Kirchenväter
- Cyrill von Jerusalem, Mystagogische KatechesenKontextMystagogische Katechese V, 20–22Übersetzung · Primärtext / Edition
Kommunion mit Amen und Dank
32Stille und Schlussgebet nach der KommunionNach der Kommunionausteilung folgt eine Zeit der Stille oder ein Dankhymnus. Anschließend spricht der Priester das Schlussgebet.
Was geschieht
Keine feste Formel für die Stille; anschließend: „Lasset uns beten.“
- Die Stille als Dank und Bitte um Frucht der Eucharistie bewahren.
Sinn
Die Stille ist ein wirklicher liturgischer Moment für Dank, Anbetung und die Bitte um die Frucht der Eucharistie. Das Schlussgebet sammelt diese Danksagung und schließt den Kommunionritus ab.
Biblische Wurzeln
- Ps 46,11Biblische Anspielung
Die Stille vor Gott wird als Gebetshaltung aufgenommen.
Bibeltext
„Lasst ab und erkennt, dass ich Gott bin, erhaben über die Völker, erhaben auf Erden!“
Auszug aus Ps 46,11 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Phil 4,4-7Biblisches Muster
Paulus verbindet Bitte und Dank mit dem Frieden Gottes; das Schlussgebet nach der Kommunion vereint Dank und Bitte um die Frucht der Eucharistie.
Bibeltext
„Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage […] eure Bitten mit Dank vor Gott! […] Und der Friede Gottes […] wird eure Herzen und eure Gedanken in Christus Jesus bewahren.“
Auszug aus Phil 4,4-7 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Geschichtliche Kontinuität
Dankgebete nach dem Mahl sind in der Didache bezeugt. Cyrill von Jerusalem mahnt die Neugetauften im 4. Jahrhundert, nach der Kommunion das Gebet abzuwarten.
Mitfeiern
Sitzen oder Knien nach örtlicher Ordnung, schweigen, danken und das Schlussgebet mit Amen bestätigen.
Legitime Varianten
Statt der Stille kann ein Psalm, Hymnus oder anderes Danklied vorgesehen sein; die Stille bleibt eine mögliche und wichtige Form.
Quellen und Hinweise1391
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheStützt1391Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Frucht der Kommunion
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt88-89Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Stille, Dankgesang und ein Schlussgebet
- Grundordnung des Römischen MessbuchsStütztGRM 89-90Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Gebet nach der Kommunion und Abschlussriten
Historische Primärquellen
- DidacheKontext10Übersetzung · Primärtext / Edition
Dankgebet nach der Eucharistie
Kirchenväter
- Cyrill von Jerusalem, Mystagogische Katechesen an die NeugetauftenKontextMystagogische Katechese V,22Übersetzung · Verlässliche Transkription
Nach der Kommunion das Gebet abwarten
Teil 4
Schlussriten
Bekanntgaben, Segen und Entlassung schließen die liturgische Feier und senden die Kirche in ihren Alltag.
Was die Kirche empfängt, wird zur Sendung: Von der Aussendung der Gläubigen am Ende der Feier („Gehet hin in Frieden“, lateinisch „Ite, missa est“) hat die heilige Messe ihren Namen; die Gläubigen sollen in ihrem Alltag den Willen Gottes erfüllen.
Quellen und Hinweise1332
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheStützt1332Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Name der heiligen Messe von der Aussendung der Gläubigen
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt90Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Bekanntgaben, Segen, Entlassung und Altarverehrung
- Sacrosanctum ConciliumStützt10Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Liturgie als Quelle und Höhepunkt des kirchlichen Lebens
33Bekanntgaben, Segen, Entlassung und AltarverehrungFalls nötig, werden kurze Bekanntgaben gegeben. Der Priester segnet die Gemeinde, entlässt sie in Frieden und verehrt den Altar erneut; die liturgischen Dienste ziehen aus.
Was geschieht
„Der Herr sei mit euch“ – Segen – „Gehet hin in Frieden.“
- Den Segen empfangen, die Entlassung beantworten und die Sendung in den Alltag annehmen.
Sinn
Der Segen stellt die Gemeinde unter Gottes Schutz, die Entlassung ist Sendung. Die Messe endet mit dem Auftrag, das Empfangene im Alltag zu bezeugen.
Biblische Wurzeln
- Num 6,24-26Biblische Anspielung
Gott gibt Aaron das Segenswort für Israel; der Segen am Ende der Messe stellt die Gemeinde unter denselben Segen Gottes.
Bibeltext
„Der HERR segne dich und behüte dich. Der HERR lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig. Der HERR wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden.“
Auszug aus Num 6,24-26 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Lk 24,50-51Biblische Anspielung
Christi segnende Sendung vor der Himmelfahrt wird liturgisch aufgenommen.
Bibeltext
„Dann führte er sie hinaus in die Nähe von Betanien. Dort erhob er seine Hände und segnete sie.“
Auszug aus Lk 24,50-51 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - 2 Kor 13,13Biblische Anspielung
Der trinitarische Segensgruß steht im apostolischen Abschlussgruß.
Bibeltext
„Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!“
Auszug aus 2 Kor 13,13 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗ - Mt 28,18-20Biblisches Muster
Der auferstandene Christus sendet seine Jünger kraft der Vollmacht, die ihm gegeben ist, zu allen Völkern.
Bibeltext
„Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern!“
Auszug aus Mt 28,18-20 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Geschichtliche Kontinuität
Die Sendung der Jünger ist im Evangelium bezeugt; die genaue Formel der Entlassung und die heutige Schlussordnung entwickelten sich in der Liturgie.
Mitfeiern
Die Gemeinde steht, empfängt den Segen, antwortet und vollzieht das Kreuzzeichen.
Legitime Varianten
Bekanntgaben gibt es nur, wenn sie nötig sind. Der Segen kann je nach Tag und Fest durch ein Gebet über das Volk oder eine feierliche Segensform ergänzt werden.
Quellen und Hinweise4 Hinweise
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt90Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Bekanntgaben, Segen, Entlassung und Altarverehrung
- Sacrosanctum ConciliumStützt10Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Fruchtbarkeit der Liturgie für das christliche Leben
- Grundordnung des Römischen MessbuchsStütztGRM 90Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Segen und Entlassung, damit jeder zu seinen guten Werken zurückkehrt
Historische Primärquellen
- Erste ApologieKontext67Übersetzung · Primärtext / Edition
Frühe Sorge für Bedürftige und kirchliches Leben außerhalb der Feier
Christus handelt
Vier Formen der Gegenwart Christi in der Messe
Christus ist in der Liturgie auf mehrere Weisen gegenwärtig. Diese Gegenwartsweisen sind real, aber nicht gleichartig. Unter den Gestalten von Brot und Wein ist Christus einzigartig, substanzhaft und dauerhaft gegenwärtig.
Christus in der versammelten Kirche
Christus ist in der versammelten Kirche gegenwärtig, wenn sie in seinem Namen betet und singt. Die Gemeinde handelt dabei als Kirche und nimmt an der Liturgie teil.
Quellen und Hinweise1373
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheStützt1373Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Gegenwart Christi in der Versammlung
Konzilien und Lehramt
- Sacrosanctum ConciliumSpätere kirchliche Klärung7Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Christus ist gegenwärtig, wenn die Kirche betet und singt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt27Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Christus ist in der liturgischen Versammlung wirklich gegenwärtig
Christus im geweihten Amtsträger
Christus ist in der Person des geweihten Amtsträgers gegenwärtig. Der Priester handelt in seinem Dienst und in der Person Christi als Haupt der Kirche. Nur ein gültig geweihter Priester kann der Eucharistiefeier vorstehen und Brot und Wein konsekrieren.
Quellen und Hinweise1410-1411
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheSpätere kirchliche Klärung1410-1411Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Voraussetzung gültiger Weihe
Konzilien und Lehramt
- Sacrosanctum ConciliumSpätere kirchliche Klärung7Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Gegenwart Christi in der Person des Dieners
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt93Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Priester handelt in der Person Christi
Christus in seinem verkündeten Wort
Christus ist in seinem Wort gegenwärtig, wenn die Heilige Schrift in der Kirche verkündet wird. Die Homilie legt dieses Wort aus und führt es zur Feier und zum Leben der Kirche.
Quellen und Hinweise2 Hinweise
Konzilien und Lehramt
- Sacrosanctum ConciliumStützt7,33,52Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Christus spricht in seinem Wort und die Homilie legt es aus
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt65-66Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Aufgabe der Homilie
Christus unter den eucharistischen Gestalten
Unter den Gestalten von Brot und Wein ist Christus einzigartig, wahrhaft, wirklich und substanzhaft gegenwärtig: der ganze Christus, mit Leib und Blut, Seele und Gottheit. Seine Gegenwart beginnt mit der Konsekration und dauert, solange die eucharistischen Gestalten bestehen. Die Gemeinde feiert wirklich mit, und die innere Haltung des Empfängers beeinflusst, welche Frucht das Sakrament in ihm trägt.
Quellen und Hinweise1373-1377 · 1127-1128 · 1384-1385
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheSpätere kirchliche Klärung1373-1377Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Einzigartige, wahrhafte, wirkliche und substanzhafte Gegenwart sowie Dauer
- Katechismus der Katholischen KircheStützt1127-1128Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Sakramentale Wirksamkeit und innere Verfassung
- Katechismus der Katholischen KircheStützt1384-1385Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Ehrfurcht und Vorbereitung auf die Kommunion
Konzilien und Lehramt
- Sacrosanctum ConciliumSpätere kirchliche Klärung7Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Besondere Gegenwart Christi unter den eucharistischen Gestalten
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt27Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Wirkliche, substanzhafte und kontinuierliche Gegenwart
Kirchliche Zeugen
Zeugnis der Kirche durch die Jahrhunderte
Frühe Primärtexte zeigen die eucharistische Grundgestalt. Sie ersetzen weder die Schrift noch behaupten sie ein seit dem zweiten Jahrhundert wortgleiches Messbuch.
Ignatius von Antiochien
Ignatius berichtet, dass sich manche von der Eucharistie und vom Gebet fernhalten, weil sie nicht bekennen, dass die Eucharistie das Fleisch unseres Erlösers Jesus Christus ist, das für unsere Sünden gelitten hat und das der Vater in seiner Güte auferweckt hat.
Sie enthalten sich der Eucharistie und des Gebets, weil sie nicht bekennen, dass die Eucharistie das Fleisch unseres Erlösers Jesus Christus ist, das für unsere Sünden gelitten hat und das der Vater in seiner Güte auferweckt hat.
Brief an die Smyrnäer · Brief an die Smyrnäer 7 · Primärtext↗Quelle im Zusammenhang lesen
Worum es hier geht
Ignatius von Antiochien schreibt der Gemeinde von Smyrna im Zusammenhang mit einem Streit über die wirkliche Menschheit und das Leiden Christi. Er wendet sich gegen Menschen, die sich deshalb von Eucharistie und Gebet fernhalten.
Historischer Text
Sie enthalten sich der Eucharistie und des Gebets, weil sie nicht bekennen, dass die Eucharistie das Fleisch unseres Erlösers Jesus Christus ist, das für unsere Sünden gelitten hat und das der Vater in seiner Güte auferweckt hat. Wer daher gegen diese Gabe Gottes spricht, zieht sich mitten in seinen Auseinandersetzungen den Tod zu. Besser wäre es für sie, Liebe zu üben, damit auch sie auferstehen.
Vollständigen historischen Text öffnen: Ignatius von AntiochienWarum diese Stelle wichtig ist
Ignatius verbindet die Eucharistie ausdrücklich mit dem Fleisch Christi, das gelitten hat und vom Vater auferweckt wurde. Die Aussage steht damit unmittelbar im Zusammenhang der Menschwerdung, des Kreuzes und der Auferstehung.
Justin der Märtyrer
Justin stellt die eucharistische Speise in das Licht der Menschwerdung: Wie Jesus Christus durch Gottes Wort Fleisch wurde, so ist die durch das Gebet seines Wortes gesegnete Speise sein Fleisch und Blut. Im folgenden Kapitel beschreibt er die sonntägliche Feier, in der diese Gaben ausgeteilt werden.
Diese Speise empfangen wir nicht als gewöhnliches Brot und als gewöhnliches Getränk. In gleicher Weise, wie Jesus Christus, unser Erlöser, durch Gottes Wort Fleisch geworden ist und um unseres Heils willen Fleisch und Blut besaß, so sind wir gelehrt worden, dass die Speise, die durch das Gebet seines Wortes gesegnet wurde und durch deren Umwandlung unser Blut und unser Fleisch genährt werden, das Fleisch und das Blut jenes Jesus ist, der Fleisch geworden ist.
Erste Apologie · Erste Apologie 66–67 · Primärtext↗Quelle im Zusammenhang lesen
Worum es hier geht
Justin der Märtyrer beschreibt in seiner Ersten Apologie die christliche Feier Mitte des 2. Jahrhunderts. Er setzt die Eucharistie in Beziehung zur Menschwerdung und schildert im anschließenden Kapitel die sonntägliche Versammlung.
Historischer Text
Diese Speise empfangen wir nicht als gewöhnliches Brot und als gewöhnliches Getränk. In gleicher Weise, wie Jesus Christus, unser Erlöser, durch Gottes Wort Fleisch geworden ist und um unseres Heils willen Fleisch und Blut besaß, so sind wir gelehrt worden, dass die Speise, die durch das Gebet seines Wortes gesegnet wurde und durch deren Umwandlung unser Blut und unser Fleisch genährt werden, das Fleisch und das Blut jenes Jesus ist, der Fleisch geworden ist. Denn die Apostel haben in den von ihnen verfassten Erinnerungen, die Evangelien heißen, überliefert, was ihnen aufgetragen wurde: Jesus nahm Brot, sagte Dank und sprach: „Tut dies zu meinem Gedächtnis, das ist mein Leib“; und ebenso nahm er den Kelch, sagte Dank und sprach: „Das ist mein Blut“, und er gab ihnen allein davon. […] Am Sonntag versammelt sich die Gemeinde an einem Ort. Es werden die Erinnerungen der Apostel oder die Schriften der Propheten vorgelesen, solange es die Zeit erlaubt. Hat der Vorleser aufgehört, hält der Vorsteher eine Ansprache, in der er ermahnt und auffordert, diesem Guten nachzufolgen. Danach erheben sich alle gemeinsam und beten; wenn das Gebet beendet ist, werden Brot, Wein und Wasser gebracht. Der Vorsteher spricht Gebete und Danksagungen, und das Volk stimmt ein, indem es das Amen sagt. Dann werden die eucharistischen Gaben ausgeteilt, und den Abwesenden bringen die Diakone davon.
Vollständigen historischen Text öffnen: Justin der MärtyrerWarum diese Stelle wichtig ist
Justin verbindet die Eucharistie mit der Menschwerdung Jesu Christi, beruft sich auf die Einsetzungsworte aus den Evangelien und ordnet die Feier in eine konkrete sonntägliche Versammlung mit Lesung, Gebet und Danksagung ein.
Weitere historische Zeugnisse (2)
Irenäus von Lyon
Irenäus bezeugt, dass der eucharistische Kelch mit dem Blut Christi und das gebrochene Brot mit seinem Leib Gemeinschaft haben.
Denn er hat den Kelch, der zu seiner Schöpfung gehört, als sein eigenes Blut anerkannt; ebenso hat er das Brot, das zu seiner Schöpfung gehört, als seinen eigenen Leib eingesetzt.
Gegen die Häresien, Buch V · Adversus haereses V,2,2–3 · Primärtext↗Quelle im Zusammenhang lesen
Worum es hier geht
Irenäus wendet sich gegen die gnostische Leugnung der Auferstehung des Fleisches. Der Abschnitt ist ein Gegenargument: Aus der von den Gegnern behaupteten Unfähigkeit des Fleisches folgt nach Irenäus, dass auch die Eucharistie keine Gemeinschaft mit Christi Blut und Leib wäre. Dieser zurückgewiesenen Folgerung stellt er die tatsächliche Einsetzung von Kelch und Brot als Christi Blut und Leib gegenüber und führt den Gedanken bis zur Auferstehung des Fleisches.
Historischer Text
Wenn das Fleisch nicht an der Rettung teilhaben kann, dann hat der Herr uns auch nicht mit seinem Blut erlöst. Dann ist der Kelch der Eucharistie keine Gemeinschaft mit seinem Blut, und das Brot, das wir brechen, keine Gemeinschaft mit seinem Leib. Denn er hat den Kelch, der zu seiner Schöpfung gehört, als sein eigenes Blut anerkannt; ebenso hat er das Brot, das zu seiner Schöpfung gehört, als seinen eigenen Leib eingesetzt. Wenn daher der mit Wasser vermischte Kelch und das bereitete Brot das Wort Gottes empfangen und die Eucharistie aus dem Blut und dem Leib Christi entsteht, wie können sie dann behaupten, dass das Fleisch die Gabe Gottes nicht empfangen könne? Unser Fleisch, das von ihr genährt wird, wird zur bestimmten Zeit auferstehen.
Vollständigen historischen Text öffnen: Irenäus von LyonWarum diese Stelle wichtig ist
Irenäus stellt Eucharistie, Leib und Blut Christi sowie die Auferstehung des Fleisches in einen gemeinsamen Argumentationsgang. Die geschaffenen Gaben werden durch das Wort Gottes zur Eucharistie, und gerade daraus begründet er die Hoffnung des Leibes. Die begriffliche Klärung dieser Wandlung gab später das Konzil von Trient.
Cyrill von Jerusalem
Cyrill bezeugt, dass die Kirche im Hochgebet der Patriarchen, Propheten, Apostel und Märtyrer gedenkt, damit Gott auf ihre Gebete und Fürbitten hin das Anliegen der Gemeinde annehme; für die übrigen Verstorbenen betet sie anschließend.
Dann gedenken wir auch derer, die vor uns entschlafen sind: zuerst der Patriarchen, Propheten, Apostel und Märtyrer, damit Gott auf ihre Gebete und Fürbitten unser Anliegen annehme.
Katechetische Vorträge · Mystagogische Katechese 5,9 · Primärtext↗Einordnung der Quelle
Der Text zeigt: Im Hochgebet stützt sich die Bitte der Gemeinde auf die Fürbitte der Heiligen.
Die Grenze: Die Gemeinde richtet ihre Bitte an Gott und stützt sie auf die Gebete der Heiligen; eine unmittelbare Anrede an die Heiligen enthält der Satz nicht.
Quelle im Zusammenhang lesen
Worum es hier geht
Cyrill von Jerusalem erklärt in der mystagogischen Katechese die Anaphora, also das eucharistische Hochgebet. Im Anschluss an die Darbringung nennt er das Gedenken der Patriarchen, Propheten, Apostel und Märtyrer. Die Mystagogischen Katechesen stammen aus der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts; einige Handschriften schreiben sie Cyrills Nachfolger Johannes von Jerusalem zu.
Historischer Text
Nachdem das geistliche Opfer, der unblutige Gottesdienst, vollendet ist, bitten wir über diesem Opfer der Versöhnung Gott um den Frieden der Kirchen, um das Wohl der Welt und um alle, die Hilfe nötig haben, und wir beten und bringen dieses Opfer dar. Dann gedenken wir auch derer, die vor uns entschlafen sind: zuerst der Patriarchen, Propheten, Apostel und Märtyrer, damit Gott auf ihre Gebete und Fürbitten unser Anliegen annehme. Dann beten wir für die bereits entschlafenen heiligen Väter und Bischöfe und überhaupt für alle unsere Verstorbenen.
Vollständigen historischen Text öffnen: Cyrill von JerusalemWarum diese Stelle wichtig ist
Cyrill bezeugt im 4. Jahrhundert eine konkrete liturgische Praxis: Die Kirche gedenkt der vollendeten Heiligen und verbindet dieses Gedenken mit ihrer Fürbitte.
Einwände fair prüfen
Was gegen die Messe eingewandt wird
Die Messe sei eine mittelalterliche Erfindung
Der Einwand
Die heutige Messe mit Messbuch, Hochgebet und festen Riten sei erst im Mittelalter entstanden und habe mit dem Christentum der Apostel wenig zu tun.
Die Antwort
Die Grundgestalt der Messe ist früh bezeugt. Apostelgeschichte 2 nennt Lehre, Gemeinschaft, Brotbrechen und Gebete. Justin beschreibt um 150/160 die sonntägliche Versammlung mit Lesung, Predigt, Gebet, eucharistischen Gaben, Amen, Kommunion und Kollekte. Die Kirche bewahrt diesen Grundbestand in liturgischen Formen, die sich geschichtlich entwickelt haben.
Quellen und Hinweise3 Hinweise
Konzilien und Lehramt
- Sacrosanctum ConciliumSpätere kirchliche Klärung21-24,50Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Unwandelbare Grundelemente und wandelbare Formen
Historische Primärquellen
- Erste ApologieStützt65-67Übersetzung · Primärtext / Edition
Frühe Beschreibung der sonntäglichen Eucharistiefeier
- DidacheStützt9-10,14-15Übersetzung · Primärtext / Edition
Frühe Danksagung, Sonntagsversammlung und Ämter
Die Messe als Sühnopfer widerspreche dem einen Opfer Christi im Hebräerbrief
Der Einwand
Der Hebräerbrief sagt: „Denn durch ein einziges Opfer hat er die, die geheiligt werden, für immer zur Vollendung geführt“ (Hebr 10,14), und: „Wo also die Sünden vergeben sind, da gibt es kein Opfer für die Sünden mehr“ (Hebr 10,18). Der Heidelberger Katechismus folgert in Frage 80, das Abendmahl bezeuge die vollkommene Vergebung durch das einmalige Opfer Christi; die Messe aber lehre, „daß die Lebendigen und die Toten nicht durch das Leiden Christi Vergebung der Sünden haben, es sei denn, daß Christus noch täglich für sie von den Meßpriestern geopfert werde“, und sei darum „eine Verleugnung des einzigen Opfers und Leidens Jesu Christi“. Auch das Augsburger Bekenntnis setzt sich in Artikel 24, „Von der Messe“, mit diesem Opferverständnis auseinander. Das Moderamen des Reformierten Bundes hält die Verwerfung heute „nach Inhalt und Sprache in dieser Form“ nicht mehr für haltbar, sieht aber einen bleibenden Lehrunterschied: Die katholische Kirche begreife die Eucharistie als Opfer, der evangelische Gottesdienst das Abendmahl als Mahlfeier.
Die Antwort
Hebr 10,18 schließt jedes neue Opfer für die Sünden aus, das zum Kreuz hinzukäme; ein solches lehrt die Kirche nicht. Die Messe ist dasselbe eine Opfer Christi in sakramentaler Gestalt: „Denn die Opfergabe ist ein und dieselbe; derselbe, der sich selbst damals am Kreuze opferte, opfert jetzt durch den Dienst der Priester; allein die Weise des Opferns ist verschieden“ (Konzil von Trient; KKK 1367). Darum ist sie wahrhaft sühnend, ohne dem Kreuz etwas hinzuzufügen: Sie stellt das Opfer des Kreuzes dar und macht es gegenwärtig, „ist dessen Gedächtnis und wendet dessen Frucht zu“ (KKK 1366). Trient betont, dass die Früchte des blutigen Opfers durch das unblutige in reichstem Maß empfangen werden; so wenig schmälert dieses jenes (Sitzung XXII, Kap. 2; Kan. 4). Hebr 10,14 spricht selbst von denen, „die geheiligt werden“: Das eine Opfer ist vollkommen, und seine Frucht wird Menschen in der Zeit zugewendet. Das Opfer, das Christus am Kreuz ein für allemal dargebracht hat, „bleibt stets gegenwärtig wirksam“ (KKK 1364), denn Christus „lebt allezeit, um für sie einzutreten“ (Hebr 7,25). Diese Frucht erreicht auch die Verstorbenen, „die noch nicht vollständig gereinigt sind“ (KKK 1371). Die Opfersprache ist nicht erst im Streit entstanden: Schon die Didache nennt die sonntägliche Eucharistie ein Opfer, das rein sein soll, und Justin bezieht das reine Opfer aus Mal 1,11 auf Brot und Kelch der Eucharistie (Dialog 41,3).
Quellen und Hinweise1364-1367, 1371
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheStützt1364-1367, 1371Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Vergegenwärtigung, Gedächtnis und Zuwendung der Frucht des einen Opfers, auch für Verstorbene
Konzilien und Lehramt
- Sacrosanctum ConciliumStützt47Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Fortdauer des Kreuzesopfers
Historische Primärquellen
- Konzil von Trient, Sitzung XXII: Lehre und Kanones über das MessopferSpätere kirchliche KlärungKap. I-II; Kan. 3-4Transkription bei Hanover Historical Texts Collection
Dasselbe Opfer, andere Weise des Darbringens, wahrhaft sühnend, ohne das Kreuzesopfer zu schmälern
- DidacheKontext14Übersetzung · Primärtext / Edition
Die sonntägliche Eucharistie als reines Opfer
- Dialog mit TryphonKontext41,3Übersetzung · Primärtext / Edition
Mal 1,11 auf Brot und Kelch der Eucharistie bezogen
Bekenntnisse und offizielle Lehrquellen
- Heidelberger KatechismusSpannung / GrenzeFrage 80 mit Anmerkung des ModeramensPrimärtext · Offizielle konfessionelle Quelle
Messe als Verleugnung des einzigen Opfers Christi, heutige Bewertung und bleibender Lehrunterschied
- Augsburger BekenntnisSpannung / GrenzeArtikel 24Primärtext · Offizielle konfessionelle Quelle
Lutherische Auseinandersetzung mit der Messe
Die frühen Quellen zeigten nicht das heutige römische Messbuch
Der Einwand
Justin, Didache und Ignatius zeigen weder das heutige Messbuch noch die heutige Sprache, den Kanon oder die genaue Reihenfolge.
Die Antwort
Historische Kontinuität zeigt sich in der eucharistischen Grundgestalt. Justin bezeugt bereits Versammlung, Schrift, Auslegung, Gebet, Gaben, Danksagung, Amen, Kommunion und Sorge für Bedürftige. Die heutige römische Ordnung hat diese Grundgestalt in ihren Büchern, Sprachen, Lesungen und Riten weiter entfaltet.
Quellen und Hinweise3 Hinweise
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt27-90Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Heutige universale römische Ordnung
- Sacrosanctum ConciliumKontext21-22,50Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Legitime liturgische Entwicklung
Historische Primärquellen
- Erste ApologieStützt65-67Übersetzung · Primärtext / Edition
Grundgestalt der Feier
Die Bibel spiele gegenüber dem Ritual nur eine Nebenrolle
Der Einwand
In der Messe gebe es zwar einzelne Lesungen, im Zentrum stehe aber ein Ritual, das mit der Bibel nur wenig zu tun habe.
Die Antwort
Die Liturgie des Wortes umfasst erste Lesung, Psalm, zweite Lesung, Evangelium, Homilie, Glaubensbekenntnis und Fürbitten. Auch das Eucharistische Hochgebet ist von den Einsetzungsworten, der Danksagung, der Opfer- und Gedächtnissprache sowie den biblischen Lobpreisungen geprägt. In der Messe gehören Schrift, Eucharistie und kirchliches Gebet in der Feier der Heilsgeschichte zusammen.
Quellen und Hinweise4 Hinweise
Konzilien und Lehramt
- Sacrosanctum ConciliumStützt24,51-52Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Reichliche Schriftlesung und Homilie
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt55-71Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Wortliturgie
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt78-79Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Biblisch geprägtes Eucharistisches Hochgebet
Historische Primärquellen
- Erste ApologieKontext67Übersetzung · Primärtext / Edition
Frühe Schriftlesung und Auslegung
Jede Geste werde nachträglich mit einem Bibelvers begründet
Der Einwand
Wenn für Einzug, Altarkuss, Weihrauch, Wasser im Wein, Lavabo und jede Körperhaltung ein Bibelvers genannt werde, entstehe der Eindruck einer nachträglichen Beweisführung.
Die Antwort
Die Messe unterscheidet zwischen direkter Einsetzung, wörtlichem Zitat, Anspielung, Typologie und allgemeinem biblischem Muster. Die Einsetzungsworte gehen unmittelbar auf Christi Auftrag zurück; das Vaterunser hat Jesus selbst seine Jünger gelehrt, und die Kirche hat ihm seinen Platz vor der Kommunion gegeben. Altarkuss, Prozession, Lavabo und viele Haltungen sind liturgische Entwicklungen mit biblischer Bildsprache. Ihre Bedeutung ergibt sich aus der liturgischen Ordnung und ihrer theologischen Einordnung; sie werden dadurch nicht zu ausdrücklichen Schriftgeboten.
Quellen und Hinweise2 Hinweise
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt42-44,49,75-76Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Gesten, Haltungen und liturgische Handlungen
- Sacrosanctum ConciliumSpätere kirchliche Klärung21-24Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Entwicklung der Formen unter Wahrung des Wesens
Die Eucharistie hänge von der persönlichen Heiligkeit des Priesters ab
Der Einwand
Wenn der Priester unheilig, unbegabt oder schlecht predigt, könne Christus in dieser Feier nicht wirklich gegenwärtig sein.
Die Antwort
Christus wirkt im gültig gespendeten Sakrament. Eine schwache Predigt, geringe Eloquenz oder menschliches Versagen des Priesters macht die Eucharistie deshalb nicht ungültig. Nur ein gültig geweihter Priester kann die Eucharistie konsekrieren. Liturgische Missbräuche betreffen die erlaubte und würdige Feier und müssen davon unterschieden werden.
Quellen und Hinweise1127-1128 · 1550 · 1410-1411
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheSpätere kirchliche Klärung1127-1128Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Sakramentale Wirksamkeit unabhängig von persönlicher Heiligkeit
- Katechismus der Katholischen KircheStützt1550Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Menschliches Gepräge anderer Handlungen
- Katechismus der Katholischen KircheSpätere kirchliche Klärung1410-1411Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Gültige Weihe als Voraussetzung
Bei objektiver Gegenwart Christi seien Gemeinde und innere Haltung gleichgültig
Der Einwand
Wenn Christus objektiv gegenwärtig sei, seien Besucherzahl, aktive Teilnahme und die Haltung des Empfängers gleichgültig.
Die Antwort
Die sakramentale Gegenwart Christi bleibt unabhängig von der Zahl der Anwesenden und von emotionaler Intensität bestehen. Die Gemeinde handelt dennoch als Leib der Kirche in der Liturgie, und Christus ist in ihrer Versammlung gegenwärtig. Die Frucht der Sakramente hängt zudem von der inneren Verfassung des Empfängers ab. Wer die Kommunion empfängt, soll sich prüfen und in Ehrfurcht teilnehmen.
Quellen und Hinweise1127-1128,1384-1385
Katechismus
- Katechismus der Katholischen KircheStützt1127-1128,1384-1385Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Sakramentale Wirksamkeit und Disposition
Konzilien und Lehramt
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt19,27,91-97Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Würde der Feier, Gegenwart Christi und aktive Rolle der Gemeinde
- Sacrosanctum ConciliumSpätere kirchliche Klärung48Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Keine Zuschauer, sondern bewusste und tätige Teilnahme
Das Zweite Vatikanische Konzil habe eine neue Liturgie geschaffen oder nichts verändert
Der Einwand
Die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils sei entweder ein völliger Bruch mit der Tradition oder habe an der Messe überhaupt nichts verändert.
Die Antwort
Die Liturgiereform veränderte Bücher, Sprache, Leseordnung und einzelne Formen. Sacrosanctum Concilium zielte dabei auf eine Erneuerung, in der Sinn und Zusammenhang der Teile deutlicher hervortreten und das Wesen der Liturgie gewahrt bleibt. Die Reform schuf weder die Eucharistie noch die Grundgestalt aus Wort und Mahl neu. Sie steht in der Reihe der Ausgaben desselben Römischen Messbuchs: Nach dem Konzil von Trient promulgierte Pius V. 1570 das Missale Romanum, Paul VI. 1969 dessen erneuerte Ausgabe, und 2002 erschien mit Approbation Johannes Pauls II. die dritte authentische Ausgabe. Im deutschen Sprachgebiet gilt bis zu ihrer deutschen Neuausgabe das Messbuch von 1975.
Quellen und Hinweise6 Hinweise
Konzilien und Lehramt
- Sacrosanctum ConciliumSpätere kirchliche Klärung21-24,47-58Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Grundsätze und Ziel der Liturgiereform
- Grundordnung des Römischen Messbuchs, dritte Editio typica (englische Fassung)Stützt27-90Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Universale Struktur der dritten Editio typica
- Grundordnung des Römischen MessbuchsKontextZum Geleit, S. 8–12Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Dritte Editio typica 2002; das Deutsche Messbuch von 1975 bleibt bis zur Neuausgabe in Geltung; GRM als rechtlich noch nicht verbindliche Vorabpublikation
- Apostolische Konstitution Missale RomanumStützt3. April 1969Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Promulgation der erneuerten Ausgabe des Römischen Messbuchs
Fachdokumente und Studien
- Beratung über eine Neuausgabe des Deutschen MessbuchsKontext2026Sekundäranalyse · Wissenschaftliche Sekundärquelle
Deutsche Revision noch unter Beratung
Historische Primärquellen
- Quo primumKontextJuli 1570Transkription bei Papst Pius V. / Papal Encyclicals Online
Promulgation des Missale Romanum nach dem Konzil von Trient
Die ältere und die erneuerte Liturgie gehören verschiedenen Religionen an
Der Einwand
Die ältere und die erneuerte römische Liturgie unterscheiden sich in Messbuch, Lesungen, Sprache und einzelnen Riten so stark, dass sie als Ausdruck gegensätzlicher Religionen erscheinen können. Zudem scheint die Qualität des jeweiligen Ritus an missbräuchlichen oder unwürdigen Feiern einzelner Priester und Gemeinden ablesbar zu sein.
Die Antwort
Die Reformen von Messbuch, Lesungen, Sprachen und Riten sind reale Veränderungen. Die erneuerten liturgischen Bücher und das Messbuch von 1962 müssen jeweils nach ihren eigenen Texten beurteilt werden; Missbräuche einzelner Feiern bestimmen den Rang einer Messbuchordnung nicht. Beide Ausgaben des Römischen Messbuchs feiern dasselbe eine Opfer Christi im selben Glauben; Benedikt XVI. hielt 2007 fest: „In der Liturgiegeschichte gibt es Wachstum und Fortschritt, aber keinen Bruch.“ Schon das Zweite Vatikanische Konzil verlangte, dass die neuen Formen aus den schon bestehenden „gewissermaßen organisch herauswachsen“. Nach Traditionis custodes Art. 1 sind die unter Paul VI. und Johannes Paul II. promulgierten Bücher der einzige Ausdruck der lex orandi des Römischen Ritus. Der Gebrauch des Messbuchs von 1962 steht nach Art. 2–3 unter der Leitung des Diözesanbischofs und den Normen des Apostolischen Stuhls.
Quellen und Hinweise4 Hinweise
Konzilien und Lehramt
- Sacrosanctum ConciliumSpätere kirchliche KlärungSC 21–23Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Die Liturgie soll in ihren wesentlichen Teilen aus unveränderlicher göttlicher Stiftung und in veränderlichen Teilen aus Elementen bestehen, die sich im Lauf der Zeit ändern können; diese Reform ist unter Wahrung gesunder Tradition vorzunehmen.
- Apostolische Konstitution Missale RomanumStütztMissale Romanum, 3. April 1969Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Das erneuerte Römische Messbuch wurde durch die Apostolische Konstitution Missale Romanum promulgiert und trat als erneuerte Ausgabe des Missale Romanum in Kraft.
- Traditionis custodesStütztArt. 1–3Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Die von den heiligen Päpsten Paul VI. und Johannes Paul II. promulgierten liturgischen Bücher sind der einzige Ausdruck der lex orandi des Römischen Ritus; der Diözesanbischof ist der ausschließliche Zuständige für die Genehmigung des Gebrauchs des Missale Romanum von 1962 in seiner Diözese, und dieser Gebrauch wird durch die Normen des Apostolischen Stuhls geregelt.
- Brief an die Bischöfe anlässlich der Publikation des Motu proprio Summorum PontificumStützt7. Juli 2007Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle
Kein Widerspruch zwischen den Ausgaben des Missale Romanum; Wachstum und Fortschritt, aber kein Bruch
Source & Summit
Vier Sonntage, um die Messe als Ganzes kennenzulernen
Source & Summit begleitet vier aufeinanderfolgende Sonntage mit einer einfachen Verabredung: an jedem Sonntag die heilige Messe besuchen und vor jeder Messe drei vorbereitende E-Mails lesen. So wächst das Verständnis in der mitgefeierten Liturgie.
Vertiefen
Die biblischen Argumente hinter der Feier
Die einzelnen Themen entfalten Eucharistie, Priestertum, Sakramente, Schrift und Kirche ausführlich.
- Eucharistie und MessopferDie Eucharistie ist wirkliche Teilhabe an Christus. Jesus gibt im Paschamahl Brot und Wein als seinen Leib und sein Blut. In der Eucharistie empfängt die Kirche Christus selbst. Die Kirche bekennt: sein einmaliges Kreuzesopfer wird sakramental gegenwärtig, ohne wiederholt zu werden.
- Die sieben Sakramente als biblische GesamtstrukturDie sieben Sakramente stehen im Neuen Testament nicht als fertige Liste in einem einzigen Vers. Das Neue Testament bezeugt jedoch sieben unterscheidbare Zusammenhänge, in denen Christus handelt und die Apostel sichtbare Zeichen mit einer zugesagten Gnadenwirkung und einer kirchlichen Sendung verbinden: Taufe, Firmung, Eucharistie, Buße, Krankensalbung, Ehe und Weihe. Ein Sakrament ist nach dem Verständnis der katholischen Kirche ein von Christus eingesetztes sichtbares Zeichen, durch das Gott Gnade schenkt. Wasser, Handauflegung, Brot und Wein, die Lossprechung, die Salbung mit Öl, der Ehebund sowie die Handauflegung zur Weihe gehören jeweils zu solchen unterschiedlichen Zusammenhängen. Die Kirche hat diese sieben Sakramente nicht aus einer nachträglich erfundenen Liste abgeleitet. Sie hat im Lauf der Jahrhunderte erkannt und verbindlich geordnet, welche liturgischen Feiern im eigentlichen Sinn Sakramente des Herrn sind. Die Siebenzahl ist deshalb eine kirchlich erkannte Ordnung der apostolischen Überlieferung.
- Priestertum und apostolische SukzessionDas allgemeine Priestertum aller Getauften und das geweihte Amtspriestertum sind zwei verschiedene Teilnahmen am einen Priestertum Christi.
- Schrift und TraditionDie Apostel übergeben das eine Evangelium mündlich, schriftlich und in einem geordneten kirchlichen Dienst. Schrift und apostolische Überlieferung stammen aus derselben göttlichen Quelle und gehören deshalb zusammen.
- Sichtbare Kirche und LehramtChristus hat seiner sichtbaren Kirche einen öffentlichen, apostolischen und vom Heiligen Geist getragenen Dienst verbindlicher Lehre anvertraut.
- Beichte und SündenvergebungChristus schenkt seiner Kirche einen sakramentalen Dienst, in dem Sünden bekannt, beurteilt und durch Gottes Vergebung gelöst oder gebunden werden.