SCRIPTURA PLENA

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Die heilige Messe

Die heilige Messe Schritt für Schritt

Die Messe verbindet Wort und Eucharistie in einer einzigen Feier. Ihre Grundgestalt ist früh bezeugt; die heutige Ordnung des römischen Ritus ist geschichtlich gewachsen. Die folgenden Stationen erklären, was sichtbar und hörbar geschieht, welche biblischen Wurzeln die Feier hat und wie die Kirche ihre Bedeutung versteht.

Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Orientierung

Drei Dinge vor dem ersten Schritt

  1. Die Messe hat zwei untrennbare Hauptteile: Liturgie des Wortes und Liturgie der Eucharistie. Beide sind in ihrer Grundgestalt früh bezeugt; die Eröffnungsriten sammeln und bereiten die Kirche, die Schlussriten senden sie.
  2. Christus ist in der versammelten Kirche, im geweihten Amtsträger und in seinem Wort gegenwärtig. Unter den eucharistischen Gestalten ist er einzigartig, wahrhaft, wirklich und substanzhaft gegenwärtig.
  3. Die Messe macht das eine, ein für alle Mal vollbrachte Kreuzesopfer Christi sakramental gegenwärtig. Diesen Opfercharakter der Messe und die substanzhafte Gegenwart Christi hat das Konzil von Trient als Glauben der Kirche verbindlich festgehalten. Die Sonntagspflicht ist ein Kirchengebot; Gesänge, Haltungen, Leseordnung und Gebetstexte gehören zur wandelbaren liturgischen Ordnung, die die Kirche regelt.

Persönliches Zeugnis

Er kam als Gegner – und kehrte immer wieder

Der bibelfeste Pastor wollte nur beobachten. Dann begegneten ihm Jesaja, Ezechiel und Sacharja mitten in der Messe.

Scott Hahn

Scott Hahn hatte als presbyterianischer Pastor gegen die katholische Kirche gearbeitet und Katholiken zum Verlassen der Kirche bewegt. Doch Johannes 6 und seine eigene Bundes-Theologie hatten die Fronten bereits verschoben: Seine Gemeinde feierte wöchentlich Kommunion; Schüler sagten ihm, sein Modell der Bundesfamilie sehe wie die katholische Kirche aus. Hahn widersprach. 1985 saß er bei seiner ersten Werktagsmesse inkognito ganz hinten – als Beobachter, ohne zu knien, aufzustehen oder zu kommunizieren. In den Lesungen und Gebeten erkannte er Jesaja, Ezechiel und Sacharja. Bei der Erhebung der Hostie bekannte er den Herrn mit den Worten, die Thomas in Johannes 20,28 spricht: „Mein Herr und mein Gott.“ Das „Lamm Gottes“ öffnete ihm die Offenbarung neu. Am nächsten Tag kam er wieder – und dann immer wieder. In der Osternacht 1986 trat der Mann zur ersten Kommunion vor, der die Messe zuvor nur heimlich hatte beobachten wollen.

Hahns Konversionszeugnis aus erster Hand

Schritt für Schritt

Der Ablauf im Detail

5 Abschnitte führen durch 33 Schritte — von der Vorbereitung bis zur Sendung. Jeder Schritt erklärt Handlung, Bedeutung und biblische Wurzeln.

Vorbereitung

Vorbereitung vor dem Beginn der Messe

Vor der Eröffnung der Messe versammeln sich die Gläubigen und richten sich in Gebet und Stille auf die Feier aus. Diese Stille ist eine mögliche Form tätiger innerer Teilnahme. Die Kirche versammelt sich besonders am Sonntag, dem Tag der Auferstehung des Herrn; ein Kirchengebot verpflichtet die Gläubigen, an Sonntagen und gebotenen Feiertagen an der Messe teilzunehmen, wofür auch die Messe am Vorabend genügt. Wer diese Pflicht absichtlich versäumt, ohne durch einen gewichtigen Grund wie Krankheit oder die Betreuung von Säuglingen entschuldigt zu sein, begeht eine schwere Sünde.

Aus Alltag und Zerstreuung führt die Vorbereitung in Sammlung und Stille.

Quellen und Hinweise1373 · 2180-2183

Katechismus

Konzilien und Lehramt

Historische Primärquellen

  • Erste ApologieKontext67Übersetzung · Primärtext / Edition

    Sonntägliche Versammlung der Christen

01Versammlung und heilige Stille vor der MesseDie Gläubigen versammeln sich, nehmen ihren Platz ein und beten vor Beginn in Stille. Formal beginnt die Messe mit den Eröffnungsriten; die versammelte Kirche tritt jedoch schon als der Leib zusammen, der gemeinsam feiert.

Was geschieht

Keine feste Formel; je nach Kirche erklingt Musik, ein Lied oder es bleibt still.

  • In Stille ankommen, das eigene Anliegen vor Gott bringen und die gemeinsame Feier erwarten.

Sinn

Die Versammlung führt die einzelnen Gläubigen in die gemeinsame Feier. Christus ist gegenwärtig, wo die Kirche in seinem Namen versammelt ist.

Biblische Wurzeln

Geschichtliche Kontinuität

Apostelgeschichte 2,42 nennt Lehre der Apostel, Gemeinschaft, Brotbrechen und Gebete als Grundvollzüge der ersten Gemeinde. Justin bezeugt um die Mitte des zweiten Jahrhunderts die sonntägliche Versammlung.

Mitfeiern

Die Gläubigen kommen an, schweigen, beten und erwarten die Feier als gemeinsames Handeln der Kirche.

Legitime Varianten

Orgelvorspiel, Lied, längere Stille oder eine andere örtliche Form sind möglich. Die konkrete Gestaltung hängt von Kirche, Tag und Anlass ab.

Quellen und Hinweise4 Hinweise

Konzilien und Lehramt

Historische Primärquellen

  • Erste ApologieKontext67Übersetzung · Primärtext / Edition

    Sonntägliche Versammlung

Teil 1

Eröffnungsriten

Einzug, Gruß, Bußakt, Kyrie, Gloria und Tagesgebet sammeln die Kirche und bereiten sie auf Wort und Eucharistie vor.

Christus versammelt seine Kirche vor Gott und eröffnet die Feier als gemeinsames Hören.

Quellen und Hinweise2 Hinweise

Konzilien und Lehramt

02Einzug und Verehrung des AltarsDer Priester und die liturgischen Dienste ziehen ein. Am Altar verbeugen sie sich; der Priester küsst ihn. Je nach Anlass kommt Weihrauch hinzu.

Was geschieht

Ein Einzugsgesang oder eine Einzugsantiphon begleitet den Beginn.

  • Den Einzug von Priester und liturgischen Diensten bis zur Verehrung des Altars begleiten.

Sinn

Der Altar bildet den Mittelpunkt der eucharistischen Feier. Einzug, Verbeugung, Kuss und Weihrauch nehmen biblische Bilder von Gottesdienst, Verehrung und Opfer auf und sind liturgisch gewachsene Formen.

Biblische Wurzeln

Geschichtliche Kontinuität

Die frühe Kirche bezeugt die Versammlung und das Brotbrechen; Prozession, Altarkuss und Weihrauch kamen später als Ausgestaltung dieses Beginns hinzu.

Mitfeiern

Die Gläubigen stehen vom Beginn des Einzugsgesangs an und singen mit; der Gesang eröffnet die Feier, fördert die Zusammengehörigkeit aller und stimmt sie in das Geheimnis der liturgischen Zeit oder des Festes ein.

Legitime Varianten

Gesang, Orgel, Weihrauch und die Zahl der liturgischen Dienste richten sich nach Anlass und örtlicher Ordnung.

Quellen und Hinweise1383

Katechismus

Konzilien und Lehramt

03Kreuzzeichen und liturgischer GrußDie Feier beginnt mit dem Kreuzzeichen. Der Priester grüßt die Gemeinde, die darauf antwortet. So bekennt die versammelte Kirche, dass sie vor Gott zusammengekommen ist.

Was geschieht

„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ – „Der Herr sei mit euch.“

  • Sich gemeinsam mit dem Priester mit dem Kreuzzeichen bezeichnen.

Sinn

Das Kreuzzeichen stellt die Feier in den Namen des dreifaltigen Gottes. Der liturgische Gruß ruft die Gegenwart des Herrn in der versammelten Kirche ins Bewusstsein.

Biblische Wurzeln

Geschichtliche Kontinuität

Die trinitarische Taufformel ist in Didache und Justin früh bezeugt.

Mitfeiern

Die Gläubigen stehen und antworten auf den Gruß „Der Herr sei mit euch“ mit „Und mit deinem Geiste“.

Legitime Varianten

Die Grußformeln können je nach liturgischem Buch, Sprache und Ritus variieren.

Quellen und Hinweise4 Hinweise

Konzilien und Lehramt

Historische Primärquellen

  • DidacheKontext7,1-3Übersetzung · Primärtext / Edition

    Trinitarische Taufformel

  • Erste ApologieKontext61Übersetzung · Primärtext / Edition

    Frühe Tauftheologie

04Bußakt und nicht-sakramentale AbsolutionDie Gemeinde bekennt ihre Sünden und bittet um Erbarmen. Der Priester schließt den Bußakt mit einer Absolution; diese Formel hat ausdrücklich nicht die Wirksamkeit des Bußsakraments.

Was geschieht

„Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen …“ oder eine andere vorgesehene Form; anschließend: „Der allmächtige Gott erbarme sich unser …“

  • Schuldbekenntnis, Kyrie und Stille als gemeinsame Bitte um Erbarmen vollziehen.

Sinn

Der Bußakt bereitet auf die Feier vor und öffnet die Gemeinde für Gottes Erbarmen. Wer sich einer schweren Sünde bewusst ist, empfängt die sakramentale Vergebung vor der Kommunion im Bußsakrament.

Biblische Wurzeln

Geschichtliche Kontinuität

Die Didache bezeugt ein Sündenbekenntnis vor der sonntäglichen Eucharistie. Die heutige Auswahl mehrerer Bußaktformen ist eine spätere liturgische Ausgestaltung.

Mitfeiern

Die Gemeinde spricht oder singt das Schuldbekenntnis und bittet gemeinsam um Erbarmen.

Legitime Varianten

An Sonntagen kann besonders in der Osterzeit die Besprengung mit gesegnetem Wasser den Bußakt ersetzen. Die vorgesehenen Formen richten sich nach dem Messbuch.

Quellen und Hinweise1385 · 1394, 1449

Katechismus

Konzilien und Lehramt

Historische Primärquellen

  • DidacheKontext14,1Übersetzung · Primärtext / Edition

    Sündenbekenntnis vor der Eucharistie

05KyrieDie Gemeinde ruft Christus als Herrn um Erbarmen an. Das Kyrie kann im Bußakt enthalten sein oder ihm als eigener Ruf folgen.

Was geschieht

„Herr, erbarme dich.“

  • Den Ruf gemeinsam sprechen oder singen und Christus als den Herrn anrufen.

Sinn

Der Ruf ist ein christologisches Gebet: Die Kirche ruft den erhöhten Herrn an, der rettet und sich erbarmt.

Biblische Wurzeln

Geschichtliche Kontinuität

Der Ruf um Erbarmen stammt aus der biblischen Gebetssprache.

Mitfeiern

Die Gemeinde antwortet gemeinsam und lässt den wiederholten Ruf zum Gebet werden.

Legitime Varianten

Der Ruf kann gesungen oder gesprochen und in verschiedenen Sprachen vollzogen werden.

Quellen und Hinweise2666 · 446

Katechismus

Konzilien und Lehramt

06GloriaAn Sonntagen außerhalb von Advent und Fastenzeit sowie an Hochfesten und Festen singt oder spricht die Gemeinde das Gloria. Der Hymnus lobt Gott und Christus.

Was geschieht

„Ehre sei Gott in der Höhe …“

  • Im Stehen den Lobpreis der ganzen Kirche mittragen.

Sinn

Die Kirche stimmt in den Lobpreis der Engel und der himmlischen Liturgie ein. Das Gloria richtet die Feier über die eigene Not hinaus auf Gottes Herrlichkeit.

Biblische Wurzeln

Geschichtliche Kontinuität

Der Beginn greift das Engelwort aus Lukas 2 auf; der vollständige Hymnus ist in der Kirche früh bezeugt und später liturgisch fest geordnet.

Mitfeiern

Die Gläubigen stehen und singen oder sprechen den unveränderlich vorgegebenen Text.

Legitime Varianten

Das Gloria entfällt an Sonntagen im Advent und in der Fastenzeit. An Werktagen wird es nur bei den entsprechenden Festen verwendet.

Quellen und Hinweise3 Hinweise

Konzilien und Lehramt

07TagesgebetNach einer kurzen Stille fasst der Priester die Anliegen der Gemeinde im Tagesgebet zusammen. Die Gemeinde bestätigt das Gebet mit ihrem Amen.

Was geschieht

„Lasset uns beten“ – danach folgt das Tagesgebet und die Antwort „Amen“.

  • In der Stille nach „Lasset uns beten“ die eigenen Bitten im Herzen vor Gott aussprechen.

Sinn

Der Priester betet im Namen der versammelten Kirche. Das Tagesgebet (lateinisch Collecta, „Sammlung“) fasst die stillen Bitten der Gemeinde in einem einzigen Gebet zusammen und richtet sie auf den jeweiligen Tag, das Fest und das kommende Wort Gottes aus.

Biblische Wurzeln

Geschichtliche Kontinuität

Justins Beschreibung der sonntäglichen Feier beginnt mit den Lesungen; das Tagesgebet ist im Lauf der Liturgiegeschichte als Abschluss der Eröffnungsriten hinzugekommen.

Mitfeiern

Die Gläubigen stehen und machen das Gebet durch ihr Amen zu ihrem eigenen.

Legitime Varianten

Das Gebet wechselt nach Kirchenjahr, Fest, Gedenktag und liturgischem Anlass.

Quellen und Hinweise3 Hinweise

Konzilien und Lehramt

Historische Primärquellen

  • Erste ApologieKontext67Übersetzung · Primärtext / Edition

    Die sonntägliche Feier beginnt mit den Lesungen

Teil 2

Liturgie des Wortes

In der Liturgie des Wortes spricht Christus in der Heiligen Schrift zur Kirche. Die Gemeinde hört die Lesungen, antwortet im Psalm, bekennt den Glauben und trägt in den Fürbitten die Anliegen von Kirche und Welt vor Gott.

Christus erschließt sein Wort; die Schrift führt die versammelte Kirche zum Brotbrechen.

Quellen und Hinweise2 Hinweise

Konzilien und Lehramt

08Erste LesungEin Lektor trägt die erste Lesung am Ambo vor. An Sonntagen und Hochfesten stammt sie gewöhnlich aus dem Alten Testament und stellt das Evangelium in den Zusammenhang der Heilsgeschichte.

Was geschieht

„Wort des lebendigen Gottes“ – „Dank sei Gott.“

  • Die Lesung als Anrede Gottes hören und den Antwortvers mittragen.

Sinn

In der Lesung hört die Kirche Gottes Handeln in der Geschichte Israels und die Verheißungen, die in Christus ihre Erfüllung finden. Der Lektor dient der Verkündigung; der Text wird in der versammelten Kirche als Gottes Wort gehört.

Biblische Wurzeln

Geschichtliche Kontinuität

Justin nennt Lesungen aus den Schriften der Propheten und den Denkwürdigkeiten der Apostel.

Mitfeiern

Aufmerksames Hören und die gemeinsame Antwort nehmen die Lesung als Anrede Gottes auf.

Legitime Varianten

An Werktagen gibt es eine Lesung vor dem Evangelium; die Texte folgen der jeweiligen Leseordnung.

Quellen und Hinweise129

Katechismus

Konzilien und Lehramt

Historische Primärquellen

  • Erste ApologieKontext67Übersetzung · Primärtext / Edition

    Lesung aus Propheten und apostolischen Schriften

09AntwortpsalmAuf die erste Lesung folgt der Antwortpsalm. Ein Psalmist oder Kantor singt die Psalmverse; die Gemeinde antwortet jeweils mit dem Kehrvers.

Was geschieht

Der Kehrvers wird vorgesungen und von der Gemeinde wiederholt; danach wechseln Psalmverse und Kehrvers.

  • Den Kehrvers als eigenes Gebet der Kirche sprechen oder singen.

Sinn

Die Kirche antwortet auf Gottes Wort mit den Psalmen, die schon Israel gebetet hat. Der Antwortpsalm führt das Hören in das Gebet weiter und gehört als verbindendes Element zur Wortliturgie.

Biblische Wurzeln

Geschichtliche Kontinuität

Das Psalmengebet gehört zur jüdischen und christlichen Gebetstradition.

Mitfeiern

Die Gläubigen sitzen, hören die Psalmverse und nehmen das gehörte Wort betrachtend auf.

Legitime Varianten

Der Psalm kann gesungen oder, wenn Gesang nicht möglich ist, gesprochen werden.

Quellen und Hinweise3 Hinweise

Konzilien und Lehramt

10Zweite Lesung an Sonntagen und HochfestenAn Sonntagen und Hochfesten folgt eine zweite Lesung, gewöhnlich aus den apostolischen Schriften. An Werktagen und Festen gibt es nur eine Lesung vor dem Evangelium.

Was geschieht

„Wort des lebendigen Gottes“ – „Dank sei Gott.“

  • Die apostolische Lesung als Zeugnis für die gegenwärtige Kirche hören.

Sinn

Die apostolischen Schriften bezeugen, wie die Kirche im Licht des Todes und der Auferstehung Christi lebt. Neben der ersten Lesung bereitet auch diese Lesung auf das Evangelium vor und gibt dem apostolischen Zeugnis einen eigenen Platz.

Biblische Wurzeln

Geschichtliche Kontinuität

Justin bezeugt die Lesung prophetischer und apostolischer Schriften. Die heutige Ordnung mit drei Lesungen an Sonntagen und Hochfesten ist eine kirchliche Entwicklung.

Mitfeiern

Aufmerksames Hören und die gemeinsame Antwort richten sich auf das konkrete apostolische Zeugnis.

Legitime Varianten

Bei einer einzigen Lesung vor dem Evangelium gelten die entsprechenden Regeln der liturgischen Ordnung.

Quellen und Hinweise3 Hinweise

Konzilien und Lehramt

Historische Primärquellen

  • Erste ApologieKontext67Übersetzung · Primärtext / Edition

    Lesung apostolischer Schriften

11Evangeliumsakklamation und ProzessionDie Gemeinde steht auf und singt das Halleluja oder in der Fastenzeit einen anderen vorgesehenen Vers. Der Diakon oder Priester trägt das Evangelienbuch zum Ambo; Kerzen und Weihrauch können die Prozession begleiten.

Was geschieht

„Halleluja“ außerhalb der Fastenzeit; in der Fastenzeit der vorgesehene Ruf.

  • Aufstehen und die Akklamation als Begrüßung Christi mitsingen.

Sinn

Mit der Akklamation begrüßt die Kirche Christus, der im Evangelium zu ihr spricht. Prozession, Kerzen und Weihrauch können diese besondere Stellung des Evangeliums sichtbar und hörbar hervorheben.

Biblische Wurzeln

Geschichtliche Kontinuität

Das Halleluja ist ein biblischer Lobpreis und wurde früh in den christlichen Gottesdienst aufgenommen.

Mitfeiern

Im Stehen erklingt der Ruf als gemeinsame Begrüßung Christi; die Körperhaltung bringt die besondere Aufmerksamkeit für das Evangelium zum Ausdruck.

Legitime Varianten

Halleluja, Fastenruf, Sequenz und Begleitzeichen richten sich nach Kirchenjahr und Anlass. Die Sequenz ist an Ostern und Pfingsten verpflichtend.

Quellen und Hinweise3 Hinweise

Konzilien und Lehramt

12Verkündigung des EvangeliumsDer Diakon oder Priester verkündet das Evangelium. Die Gemeinde steht, zeichnet sich mit kleinen Kreuzen auf Stirn, Mund und Brust und antwortet mit Lobpreis.

Was geschieht

„Aus dem heiligen Evangelium nach …“ – „Ehre sei dir, o Herr.“

  • Sich mit dem Daumen auf Stirn, Mund und Brust mit einem kleinen Kreuz bezeichnen.

Sinn

Im Evangelium spricht Christus selbst zu seiner Kirche. Die Akklamationen und Gesten bekennen diese besondere Gegenwart des Herrn und führen die Gemeinde in die Verkündigung hinein.

Biblische Wurzeln

Geschichtliche Kontinuität

Die öffentliche Lesung und Auslegung apostolischer Schriften ist bei Justin bezeugt.

Mitfeiern

Die Gläubigen stehen und antworten nach dem Evangelium mit „Lob sei dir, Christus“.

Legitime Varianten

Der Evangelientext wechselt nach Leseordnung und Kirchenjahr. Die Verkündigung obliegt dem Diakon oder Priester.

Quellen und Hinweise4 Hinweise

Konzilien und Lehramt

13HomilieDer Priester oder Diakon legt die Schrift und das Geheimnis des Glaubens aus. An Sonn- und Feiertagen darf die Homilie ohne schwerwiegenden Grund nicht entfallen.

Was geschieht

Keine feste Formel; die Homilie folgt auf das Evangelium.

  • Die Schrift im Zusammenhang der ganzen Feier hören und prüfen, welche Antwort sie verlangt.

Sinn

Die Homilie legt die gehörte Schrift im Glauben der Kirche aus und führt sie auf die Feier und das Leben der Kirche hin. Sie ist ein Dienst an der Verkündigung des Wortes.

Biblische Wurzeln

Geschichtliche Kontinuität

Justin beschreibt die Ansprache des Vorstehers nach den Lesungen. Die heutige Verpflichtung und die kirchliche Regelung der Homilie sind eine spätere Ordnung.

Mitfeiern

Prüfendes und offenes Hören nimmt die Auslegung auf; die aktive Teilnahme besteht hier im aufmerksamen Hören und in der inneren Antwort.

Legitime Varianten

An Werktagen ist die Homilie empfohlen.

Quellen und Hinweise3 Hinweise

Konzilien und Lehramt

Historische Primärquellen

  • Erste ApologieKontext67Übersetzung · Primärtext / Edition

    Ansprache des Vorstehers

14GlaubensbekenntnisAn Sonntagen und Hochfesten bekennt die Gemeinde gemeinsam ihren Glauben. Damit antwortet sie auf das gehörte Wort und bekennt die Grundlage, auf der sie Eucharistie feiert.

Was geschieht

„Ich glaube an den einen Gott …“

  • Das Glaubensbekenntnis gemeinsam mit dem Priester sprechen oder singen.

Sinn

Im Glaubensbekenntnis spricht die Kirche ihr gemeinsames Ja zur Offenbarung Gottes, zu Christus, zum Heiligen Geist, zur Kirche und zur Hoffnung der Auferstehung.

Biblische Wurzeln

Geschichtliche Kontinuität

Das öffentliche Bekenntnis des Glaubens ist im Neuen Testament und in der frühen Kirche bezeugt.

Mitfeiern

Die Gläubigen stehen; im gemeinsamen Text macht jeder den Glauben der Kirche zu seinem persönlichen Bekenntnis.

Legitime Varianten

Anstelle des Nizänisch-konstantinopolitanischen Glaubensbekenntnisses kann besonders in der Fasten- und Osterzeit das Apostolische Glaubensbekenntnis verwendet werden.

Quellen und Hinweise3 Hinweise

Konzilien und Lehramt

15FürbittenDie Kirche betet für die Kirche, die Regierenden und die Welt, für Menschen in Not und für die örtliche Gemeinschaft. Auf die einzelnen Anliegen folgt eine gemeinsame Antwort.

Was geschieht

„Lasst uns beten zum Herrn“ – „Herr, erhöre unser Gebet.“

  • Auf jedes Anliegen mit dem gemeinsamen Ruf antworten.

Sinn

Als priesterliches Volk tritt die Kirche für die Welt vor Gott ein. Die Fürbitte umfasst die ganze Schöpfung und die Kirche und bleibt daher nicht bei den Anliegen der Anwesenden stehen.

Biblische Wurzeln

Geschichtliche Kontinuität

Justin bezeugt Gebete für alle Menschen. Die Wiederherstellung der Fürbitten als regulärer Teil der Sonntagsmesse wurde durch die Liturgiereform ausdrücklich gefördert.

Mitfeiern

Die Gläubigen stehen; im Allgemeinen Gebet üben sie das priesterliche Amt aus, das sie durch die Taufe empfangen haben.

Legitime Varianten

Die Reihenfolge und die konkreten Anliegen richten sich nach Tag, Anlass und örtlicher Situation; die vier Grundrichtungen bleiben erhalten.

Quellen und Hinweise4 Hinweise

Konzilien und Lehramt

Historische Primärquellen

  • Erste ApologieKontext67Übersetzung · Primärtext / Edition

    Gebete für alle Menschen

Teil 3

Liturgie der Eucharistie: Gabenbereitung, Hochgebet und Kommunion

Brot und Wein werden bereitet, die Kirche dankt, ruft den Heiligen Geist an, feiert das Gedächtnis des Herrn, empfängt Christus und wird in der Danksagung gestärkt.

Das erschlossene Wort führt an den Tisch des Neuen Bundes und in die himmlische Versammlung.

Quellen und Hinweise2 Hinweise

Konzilien und Lehramt

16Bereitung des Altars, Gaben und Sammlung für die ArmenDer Altar wird mit den für die Feier benötigten Gefäßen und Tüchern bereitet. Brot und Wein werden zum Altar gebracht; zugleich sammelt die Gemeinde Geld oder andere Gaben für die Armen und für die Kirche.

Was geschieht

„Gepriesen bist du, Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt …“

  • Die eigenen Anliegen, Arbeit, Not und Dankbarkeit innerlich mit der Gabenbereitung verbinden.

Sinn

Die Gabenbereitung stellt Brot und Wein für die Eucharistie bereit und nimmt die Sorge der Kirche für Bedürftige auf. In diesem Augenblick sind die Gaben noch nicht mit dem Opfer Christi identisch.

Biblische Wurzeln

Geschichtliche Kontinuität

Justin bezeugt Brot, Wein und Wasser sowie eine Kollekte für Bedürftige.

Mitfeiern

Während der Gabenbereitung sitzt die Gemeinde; beim Singen oder beim Darbringen der Gaben verbindet sie ihre eigene Hingabe mit dem kommenden eucharistischen Opfer.

Legitime Varianten

Gaben können von Gläubigen zum Altar gebracht werden; Geld für die Armen wird nicht auf den eucharistischen Tisch gelegt. Gesang und Prozession richten sich nach Anlass und örtlicher Ordnung.

Quellen und Hinweise1368 · 1350

Katechismus

Konzilien und Lehramt

Historische Primärquellen

  • Erste ApologieKontext65,67Übersetzung · Primärtext / Edition

    Brot, Wein, Wasser und Kollekte

  • DidacheKontext14,1-3Übersetzung · Primärtext / Edition

    Die sonntägliche Eucharistie als reines Opfer nach Mal 1,11

  • Dialog mit TryphonKontext41,3Übersetzung · Primärtext / Edition

    Mal 1,11 auf Brot und Kelch der Eucharistie bezogen

17Mischung von Wasser und Wein und LavaboDer Priester gibt etwas Wasser in den Kelch mit Wein. Danach wäscht er sich die Hände und spricht dabei ein stilles Gebet.

Was geschieht

„Wie dieses Wasser sich mit dem Wein verbindet …“ und beim Lavabo: „Herr, wasche ab meine Schuld …“

  • Die Bitte um innere Reinigung mit der eigenen Bereitschaft zur Umkehr verbinden.

Sinn

Die Beimischung von Wasser ist ein sehr alter Brauch. Das Konzil von Trient begründet ihn damit, dass nach kirchlicher Überzeugung Christus selbst so gehandelt hat; zugleich erneuert die Mischung das Gedächtnis von Blut und Wasser aus seiner Seite und stellt die Vereinigung des gläubigen Volkes mit Christus, seinem Haupt, dar. Das Lavabo bringt die Bitte um innere Reinigung zum Ausdruck; es ist keine sakramentale Reinigungshandlung.

Biblische Wurzeln

Geschichtliche Kontinuität

Justin beschreibt im 2. Jahrhundert einen Becher „mit einer Mischung von Wasser und Wein“, Irenäus spricht vom „mit Wasser vermischten Kelch“. Die begleitenden Gebete und das Lavabo sind spätere Ausgestaltungen der römischen Liturgie.

Mitfeiern

Die Gemeinde nimmt wahr, wie Wasser in den Kelch gegeben und die Hände gewaschen werden, und verbindet diese Zeichen mit der Bitte um ein reines Herz.

Legitime Varianten

Die konkrete Ausführung richtet sich nach der liturgischen Ordnung. Keine dieser Gesten wird als wörtliches Schriftgebot ausgegeben.

Quellen und Hinweise1345

Katechismus

Konzilien und Lehramt

Historische Primärquellen

Kirchenväter

18GabengebetDer Priester lädt zum Gebet ein; die Gemeinde steht auf und antwortet: „Der Herr nehme das Opfer an …“. Dann spricht der Priester das Gabengebet, und die Gemeinde antwortet mit Amen.

Was geschieht

„Betet, Brüder und Schwestern, dass mein und euer Opfer Gott, dem allmächtigen Vater, gefalle.“

  • Die Antwort als Zustimmung zur gemeinsamen Opfergabe sprechen.

Sinn

Das Gabengebet bittet Gott, die Gaben anzunehmen und die Feier zum Heil der Kirche wirksam werden zu lassen. Der Priester spricht im Namen der versammelten Kirche; die Gemeinde ist ausdrücklich in Gebet und Opfergabe einbezogen.

Biblische Wurzeln

Geschichtliche Kontinuität

Gebete über die Gaben gehören zur frühen eucharistischen Praxis.

Mitfeiern

Mit dem gemeinsamen Amen bestätigt die Gemeinde das Gebet und ihre Beteiligung an der Opfergabe.

Legitime Varianten

Das Gebet wechselt nach Tag, Fest und liturgischer Zeit.

Quellen und Hinweise1368

Katechismus

Konzilien und Lehramt

19Präfationsdialog und PräfationPriester und Gemeinde treten in einen Wechselruf ein. Die Präfation dankt Gott für sein Heilshandeln und führt zum Sanctus.

Was geschieht

„Der Herr sei mit euch“ – „Und mit deinem Geiste“; „Erhebet die Herzen“ – „Wir haben sie beim Herrn.“

  • Die Wechselrufe als gemeinsame Ausrichtung und Danksagung sprechen.

Sinn

Die Gemeinde richtet ihr Herz auf Gott und dankt mit der ganzen Kirche und den Engeln. So führt die Präfation in das eine eucharistische Hochgebet hinein.

Biblische Wurzeln

Geschichtliche Kontinuität

Danksagung und gemeinsames Amen sind in den frühen Eucharistiezeugnissen bezeugt. Cyrill von Jerusalem überliefert im 4. Jahrhundert den Wechselruf vor dem Dankgebet: „Himmelwärts die Herzen!“ – „Wir erheben sie zum Herrn.“

Mitfeiern

Im Stehen antwortet die Gemeinde auf die Wechselrufe und nimmt ihren Platz im Dank der ganzen Kirche ein.

Legitime Varianten

Die Präfation wechselt nach Kirchenjahr, Fest und Anlass.

Quellen und Hinweise4 Hinweise

Konzilien und Lehramt

Historische Primärquellen

  • Erste ApologieKontext65-67Übersetzung · Primärtext / Edition

    Frühe Danksagung und Amen

Kirchenväter

20SanctusDie Gemeinde singt oder spricht das Sanctus. Die Akklamation gehört selbst zum Eucharistischen Hochgebet.

Was geschieht

„Heilig, heilig, heilig, Gott, Herr aller Mächte und Gewalten …“

  • Den Lobpreis gemeinsam mit der Kirche des Himmels singen oder sprechen.

Sinn

Im Sanctus verbindet die Kirche ihren Lobpreis mit der Anbetung der Engel. Sie antwortet auf die Präfation und tritt in den Dank des Hochgebets ein.

Biblische Wurzeln

Geschichtliche Kontinuität

Die Worte stammen aus der Berufungsvision Jesajas (Jes 6,3), der Thronvision der Offenbarung (Offb 4,8) und aus dem Psalmwort Ps 118,26, das die Menge beim Einzug Jesu in Jerusalem aufnimmt (Mt 21,9). Cyrill von Jerusalem bezeugt den dreifachen Heilig-Ruf im Hochgebet schon im 4. Jahrhundert.

Mitfeiern

Alle singen oder sprechen den Ruf gemeinsam. So wird hörbar, dass der Priester das Hochgebet im Namen der ganzen Kirche betet und die Gemeinde darin antwortet.

Legitime Varianten

Das Sanctus kann gesungen oder gesprochen werden; sein Text wird nicht durch ein beliebiges anderes Lied ersetzt.

Quellen und Hinweise4 Hinweise

Konzilien und Lehramt

Kirchenväter

21Eucharistisches Hochgebet als einheitliches GebetDas Eucharistische Hochgebet ist ein einziges Gebet der Danksagung und Heiligung. Nach der Grundordnung des Römischen Messbuchs (Nr. 79) umfasst es Danksagung, Akklamation, Epiklese, Einsetzungsbericht und Konsekration, Anamnese, Darbringung, Interzessionen (Fürbitten) und Schlussdoxologie.

Was geschieht

Der Priester betet das Hochgebet im Namen der ganzen Kirche; die Gemeinde antwortet an den vorgesehenen Stellen.

  • Den gesamten Gebetsbogen als ein einziges Gebet hören und die Akklamationen mittragen.

Sinn

Im Hochgebet dankt die Kirche dem Vater, ruft den Heiligen Geist an, feiert das Gedächtnis Christi und bringt sich mit ihm dar. Diese Bewegungen bilden einen zusammenhängenden Gebetsbogen.

Biblische Wurzeln

Geschichtliche Kontinuität

Didache, Justin und Irenäus bezeugen Danksagung, Gaben, Eucharistie und Opferbezug.

Mitfeiern

Durch aufmerksames Hören, das Mitsingen des Sanctus, die vorgesehenen Akklamationen und das Große Amen trägt die Gemeinde das Gebet mit. Den priesterlichen Gebetstext spricht der Priester im Namen der ganzen Kirche.

Legitime Varianten

Es gibt mehrere approbierte Hochgebete; ihre Verwendung richtet sich nach liturgischer Ordnung und Anlass. Eigenmächtige Änderungen sind nicht zulässig.

Quellen und Hinweise1352-1354 · 1328

Katechismus

Konzilien und Lehramt

Historische Primärquellen

  • DidacheKontext9-10Übersetzung · Primärtext / Edition

    Frühe Danksagungsgebete

22EpikleseDie Kirche ruft den Heiligen Geist an, damit die Gaben Leib und Blut Christi werden und die Kommunizierenden in der Einheit Christi geheiligt werden.

Was geschieht

Eine Bitte um die Sendung des Heiligen Geistes auf die Gaben und die versammelte Kirche.

  • Die Bitte um den Heiligen Geist als Bitte um Heiligung der Gaben und der Kirche hören.

Sinn

Die Eucharistie ist Werk des dreifaltigen Gottes. Der Heilige Geist wirkt an den Gaben und an der Gemeinde, die empfängt und in Christus geeint wird.

Biblische Wurzeln

Geschichtliche Kontinuität

Die ausdrückliche Form der Epiklese ist in den Hochgebeten unterschiedlich entwickelt. Im Römischen Kanon (Erstes Hochgebet) erbittet die Kirche vor dem Einsetzungsbericht für die Gaben „Segen in Fülle“, damit sie Leib und Blut Christi werden; der Katechismus versteht diese Bitte als Epiklese. Die neueren Hochgebete nennen den Heiligen Geist dabei ausdrücklich.

Mitfeiern

Während die Kirche um die Sendung des Heiligen Geistes bittet, hört die Gemeinde diese Bitte und stimmt in sie ein.

Legitime Varianten

Die Formulierung hängt vom verwendeten Hochgebet ab.

Quellen und Hinweise1353 · 1105

Katechismus

Konzilien und Lehramt

Kirchenväter

23Einsetzungsbericht, Konsekration und GlaubensakklamationDer Priester spricht die Einsetzungsworte Christi und vollzieht die dazugehörigen Handlungen. Durch die Kraft des Heiligen Geistes sowie durch die Worte und Handlungen Christi werden Brot und Wein zu Leib und Blut Christi. Die Gemeinde antwortet mit einer Akklamation des Glaubens.

Was geschieht

„Das ist mein Leib …“ – „Das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes …“

  • Die Akklamation des Glaubens als Antwort auf Christi wirkliche Gegenwart sprechen.

Sinn

Christus handelt selbst in der Eucharistie. Unter den Gestalten von Brot und Wein wird er wahrhaft, wirklich und substanzhaft gegenwärtig: Die ganze Substanz des Brotes wird in die Substanz seines Leibes und die ganze Substanz des Weines in die Substanz seines Blutes verwandelt, während Aussehen und Geschmack bleiben. Die Kirche nennt diese Wandlung Wesensverwandlung (Transsubstantiation). Diese Gegenwart beginnt mit der Konsekration und dauert, solange die Gestalten bestehen.

Biblische Wurzeln

Geschichtliche Kontinuität

Paulus überliefert die Einsetzungsworte; Justin bezeugt die frühe Überzeugung, dass die eucharistische Nahrung nicht gewöhnliches Brot und gewöhnlicher Trank ist. Cyrill von Jerusalem lehrt die Neugetauften im 4. Jahrhundert, dass das, was als Brot erscheint und wie Brot schmeckt, nicht Brot ist, sondern Christi Leib. Das Konzil von Trient hat diesen stets geltenden Glauben im Begriff der Wesensverwandlung zusammengefasst.

Mitfeiern

Beim Hören der Einsetzungsworte kniet oder steht die Gemeinde nach der geltenden örtlichen Ordnung und antwortet mit der Akklamation des Glaubens.

Legitime Varianten

Hochgebet, Sprache und bestimmte Körperhaltungen richten sich nach den approbierten liturgischen Büchern und den Regeln der jeweiligen Bischofskonferenz.

Quellen und Hinweise1373-1377 · 1410-1411 · 1378

Katechismus

Konzilien und Lehramt

Historische Primärquellen

  • Erste ApologieKontext66Übersetzung · Primärtext / Edition

    Frühes Eucharistieverständnis

Kirchenväter

24Anamnese und DarbringungDie Kirche erinnert im Glauben an das Leiden, die Auferstehung und die Himmelfahrt Christi und bringt dem Vater das Opfer dar. Dabei werden die Gläubigen eingeladen, sich selbst mit Christus darzubringen.

Was geschieht

Eine Akklamation wie „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir …“ und die anschließende Darbringung.

  • Das eigene Leben, Leid, Arbeit und Lob mit Christi einmaliger Hingabe verbinden.

Sinn

Im Sinn der Schrift ist das Gedächtnis Verkündigung und Vergegenwärtigung einer Heilstat: Bei jeder Paschafeier wird Israel der Auszug aus Ägypten gegenwärtig. Jesus stiftet die Eucharistie beim Paschamahl und spricht dabei Opferworte: Sein Leib wird „für euch hingegeben“, sein Blut „zur Vergebung der Sünden“ vergossen. Darum wird in der Messe das Pascha Christi, sein eines Opfer, sakramental gegenwärtig. Sein Kreuzesopfer erhält dadurch keine Wiederholung und keinen Zusatz.

Biblische Wurzeln

Geschichtliche Kontinuität

„Tut dies zu meinem Gedächtnis“ steht in den Einsetzungsberichten. Die ausdrückliche Verbindung von Anamnese, Opfer und Darbringung wurde in der kirchlichen Liturgie und Lehre weiter entfaltet.

Mitfeiern

Die Gemeinde hört und antwortet. Sie verbindet ihr eigenes Leben mit der Hingabe Christi.

Legitime Varianten

Die Formulierungen wechseln nach Hochgebet und liturgischem Buch.

Quellen und Hinweise1363-1367 · 1403

Katechismus

Konzilien und Lehramt

Historische Primärquellen

25Fürbitten im HochgebetIm Hochgebet gedenkt die Kirche der Gottesmutter Maria und der Heiligen und betet für den Papst, den Ortsbischof, die Lebenden und die Verstorbenen. So umfasst die Eucharistiefeier die ganze Kirche des Himmels und der Erde über den sichtbaren Kreis der Anwesenden hinaus.

Was geschieht

Die Namen und Fürbitten wechseln nach Hochgebet und Anlass.

  • Die ganze Kirche in das eigene Gebet aufnehmen, auch Menschen, die nicht anwesend sind.

Sinn

Die Kirche feiert die Eucharistie in Gemeinschaft mit allen Gliedern der Kirche. Die Fürbitten beziehen die Lebenden und Verstorbenen in die Frucht des Opfers Christi ein.

Biblische Wurzeln

Geschichtliche Kontinuität

Cyrill von Jerusalem bezeugt im 4. Jahrhundert, dass die Kirche im Hochgebet der Heiligen gedenkt und für alle Verstorbenen betet.

Mitfeiern

Die Gemeinde hört die Fürbitten und nimmt die genannten Personen innerlich in ihr Gebet auf.

Legitime Varianten

Die Namen, Gedächtnisse und Formulierungen richten sich nach Hochgebet, Kirchenjahr und örtlicher Ordnung.

Quellen und Hinweise1369-1371

Katechismus

  • Katechismus der Katholischen KircheStützt1369-1371Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Gemeinschaft mit Papst, Ortsbischof, Maria und den Heiligen; Opfer auch für die Verstorbenen

Konzilien und Lehramt

Kirchenväter

26Schlussdoxologie und Großes AmenDer Priester erhebt Kelch und Hostienschale und spricht die abschließende Doxologie. Mit dem feierlichen Amen bestätigt die Gemeinde das gesamte Hochgebet.

Was geschieht

„Durch ihn und mit ihm und in ihm …“ – „Amen.“

  • Das Große Amen gemeinsam und hörbar sprechen oder singen.

Sinn

Alles kommt vom Vater, geschieht durch den Sohn und wird im Heiligen Geist vollendet. Das Große Amen gibt der Zustimmung der Gemeinde zum gesamten eucharistischen Gebet eine gemeinsame Stimme.

Biblische Wurzeln

Geschichtliche Kontinuität

Das Amen als Antwort der Gemeinde ist bei Justin bezeugt.

Mitfeiern

Wo es Brauch ist, knien die Gläubigen bis zum Ende des Hochgebets, sonst stehen sie; die Doxologie trägt der Priester allein vor, die Gemeinde antwortet mit dem Amen.

Legitime Varianten

Melodie, Sprache und genaue musikalische Gestaltung können variieren.

Quellen und Hinweise1062, 1065

Katechismus

Konzilien und Lehramt

Historische Primärquellen

  • Erste ApologieKontext65Übersetzung · Primärtext / Edition

    Amen der Gemeinde

27Vaterunser und EmbolismusDie Gemeinde betet das Vaterunser. Danach spricht der Priester den Embolismus, eine Erweiterung der letzten Bitte, und die Gemeinde schließt mit einer Doxologie.

Was geschieht

„Vater unser im Himmel …“ – „Denn dein ist das Reich …“

  • Das Vaterunser als gemeinsames Gebet der Kinder Gottes sprechen.

Sinn

Das Gebet Jesu bereitet auf die Kommunion vor. Die Kirche bittet um das tägliche Brot, um Vergebung und um Erlösung vom Bösen. Der Embolismus entfaltet diese letzte Bitte im Blick auf die Begegnung mit Christus.

Biblische Wurzeln

Geschichtliche Kontinuität

Die Didache bezeugt das Vaterunser früh als regelmäßiges Gebet der Christen und schließt es mit einer Doxologie ab. Cyrill von Jerusalem erklärt im 4. Jahrhundert, dass die Gemeinde es nach dem Hochgebet und vor der Kommunion betet.

Mitfeiern

Die Gläubigen stehen und sprechen das Vaterunser gemeinsam mit dem Priester.

Legitime Varianten

Sprache und Gesang können variieren; der Text des Vaterunsers bleibt der überlieferte Gebetstext.

Quellen und Hinweise2770 · 2760 · 1404

Katechismus

Konzilien und Lehramt

Historische Primärquellen

  • DidacheKontext8,2-3Übersetzung · Primärtext / Edition

    Frühe christliche Praxis des Vaterunsers

Kirchenväter

28FriedensgrußDer Priester bittet um den Frieden Christi und lädt die Gemeinde zu einem Zeichen des Friedens ein. Die Geste gilt den Nächststehenden und bleibt in einem schlichten, nüchternen Rahmen.

Was geschieht

„Der Friede des Herrn sei allezeit mit euch“ – „Und mit deinem Geiste.“

  • Den Frieden Christi schlicht und ohne Unruhe weitergeben.

Sinn

Der Friedensgruß bezeichnet die kirchliche Gemeinschaft und die Versöhnung, in der die Kommunion empfangen wird.

Biblische Wurzeln

Geschichtliche Kontinuität

Justin bezeugt den Friedenskuss vor der Eucharistie. Die konkrete heutige Geste wird von der jeweiligen Bischofskonferenz und örtlichen Ordnung bestimmt.

Mitfeiern

Die Gemeinde antwortet und gibt in schlichter Weise ein Zeichen des Friedens.

Legitime Varianten

Händedruck, Verneigung oder eine andere zugelassene Geste sind möglich; die Form richtet sich nach Region und Anlass.

Quellen und Hinweise1396

Katechismus

Konzilien und Lehramt

Historische Primärquellen

  • Erste ApologieKontext65Übersetzung · Primärtext / Edition

    Früher Friedenskuss

29Brotbrechen, Vermischung und Agnus DeiDer Priester bricht die Hostie und gibt einen Teil davon in den Kelch; der Diakon kann ihm helfen. Währenddessen singt oder spricht die Gemeinde das Agnus Dei.

Was geschieht

„Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt …“

  • Das Agnus Dei als Bitte um Erbarmen und Frieden sprechen oder singen.

Sinn

Das Brechen des einen Brotes bezeichnet die Einheit der vielen, die an einem Brot teilhaben. Das Agnus Dei bekennt Christus als das Paschalamm und bittet um Erbarmen und Frieden.

Biblische Wurzeln

Geschichtliche Kontinuität

Das Brotbrechen ist bereits in Apostelgeschichte und Didache bezeugt.

Mitfeiern

Die Gemeinde singt oder spricht den Ruf und richtet sich auf die Kommunion aus.

Legitime Varianten

Die Zahl der Wiederholungen und die Melodie folgen der liturgischen Ordnung. Der Priester vollzieht das Brotbrechen; der Diakon kann dabei helfen.

Quellen und Hinweise1377

Katechismus

Konzilien und Lehramt

Historische Primärquellen

  • DidacheKontext9Übersetzung · Primärtext / Edition

    Frühes Brotbrechen und eucharistische Danksagung

30Einladung zur Kommunion und Antwort des HauptmannsDer Priester zeigt die Hostie und lädt zur Kommunion ein. Die Gemeinde antwortet mit den Worten des Hauptmanns von Kafarnaum.

Was geschieht

„Seht das Lamm Gottes …“ – „Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach …“

  • Die Antwort als Glaubensbekenntnis an Christi heilendes Wort sprechen.

Sinn

Die Einladung verbindet das Paschalamm mit dem Mahl. Die Antwort bekennt, dass Christus aus Gnade kommt und sein wirksames Wort genügt.

Biblische Wurzeln

Geschichtliche Kontinuität

Die biblische Antwort des Hauptmanns wurde in die römische Kommunionordnung aufgenommen.

Mitfeiern

Die Gemeinde spricht die Antwort gemeinsam und prüft sich im Glauben und in der Ehrfurcht.

Legitime Varianten

Die Sprache und die zugelassene Form der Prozession richten sich nach der liturgischen Ordnung.

Quellen und Hinweise1384-1385 · 1386

Katechismus

Konzilien und Lehramt

31Kommunionempfang und KommuniongesangDie Gläubigen treten zur Kommunion, antworten mit „Amen“ und empfangen den Leib Christi. Während der Austeilung singt oder spricht die Gemeinde den Kommuniongesang.

Was geschieht

„Der Leib Christi“ – „Amen.“

  • Geordnet zur Kommunion gehen, „Amen“ als Glaubensantwort sprechen und Christus ehrfürchtig empfangen.

Sinn

In der Kommunion empfängt der Gläubige Christus selbst und wird tiefer in seinen Leib, die Kirche, eingefügt. Die Eucharistie ist Christi Gabe. Ihr Empfang setzt Glaube, Ehrfurcht und die entsprechende innere Haltung voraus.

Biblische Wurzeln

Geschichtliche Kontinuität

Justin beschreibt den Empfang der Eucharistie und die Überbringung an Abwesende und nennt schon ihre Voraussetzung: Teilnehmen darf nur, wer die Lehre für wahr hält, getauft ist und nach den Weisungen Christi lebt. Cyrill von Jerusalem bezeugt die Kommunion mit Amen unter beiden Gestalten; die heutigen Formen von Hand- oder Mundkommunion, Stehen oder Knien entwickelten sich in verschiedenen Zeiten und Regionen.

Mitfeiern

Die Gläubigen gehen geordnet zur Kommunion und antworten mit Amen. Wer die Handkommunion empfängt, kommuniziert die Hostie sofort. Wer nicht kommuniziert, kann in stillem Gebet teilnehmen.

Legitime Varianten

In Deutschland ist der Empfang auf die Zunge oder, wo erlaubt, in die Hand möglich; das universale Recht schützt den Empfang auf die Zunge. Die Kommunion unter beiden Gestalten hat die vollere Zeichengestalt; der Kelch kann nach den Regeln der Bischofskonferenz gereicht werden. Auch wer nur die Hostie empfängt, empfängt den ganzen Christus und die ganze Gnadenfrucht der Eucharistie, denn Christus ist unter jeder der beiden Gestalten ganz gegenwärtig.

Quellen und HinweiseKKK 1384–1391 · KKK 1410–1411 · KKK 1398–1401

Katechismus

  • Katechismus der Katholischen KircheSpätere kirchliche KlärungKKK 1384–1391Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Ehrfurcht, Vorbereitung und Frucht der Kommunion

  • Katechismus der Katholischen KircheStütztKKK 1410–1411Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Eucharistie durch gültig geweihte Priester

  • Katechismus der Katholischen KircheStütztKKK 1398–1401Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Eucharistie und Einheit der Christen; keine allgemeine Interkommunion mit den reformatorischen Gemeinschaften; Ausnahme in schwerer Notlage

Konzilien und Lehramt

Historische Primärquellen

  • Erste ApologieKontext66Übersetzung · Primärtext / Edition

    Frühe Voraussetzungen für die Teilnahme an der Eucharistie

Kirchenväter

32Stille und Schlussgebet nach der KommunionNach der Kommunionausteilung folgt eine Zeit der Stille oder ein Dankhymnus. Anschließend spricht der Priester das Schlussgebet.

Was geschieht

Keine feste Formel für die Stille; anschließend: „Lasset uns beten.“

  • Die Stille als Dank und Bitte um Frucht der Eucharistie bewahren.

Sinn

Die Stille ist ein wirklicher liturgischer Moment für Dank, Anbetung und die Bitte um die Frucht der Eucharistie. Das Schlussgebet sammelt diese Danksagung und schließt den Kommunionritus ab.

Biblische Wurzeln

Geschichtliche Kontinuität

Dankgebete nach dem Mahl sind in der Didache bezeugt. Cyrill von Jerusalem mahnt die Neugetauften im 4. Jahrhundert, nach der Kommunion das Gebet abzuwarten.

Mitfeiern

Sitzen oder Knien nach örtlicher Ordnung, schweigen, danken und das Schlussgebet mit Amen bestätigen.

Legitime Varianten

Statt der Stille kann ein Psalm, Hymnus oder anderes Danklied vorgesehen sein; die Stille bleibt eine mögliche und wichtige Form.

Quellen und Hinweise1391

Katechismus

Konzilien und Lehramt

Historische Primärquellen

  • DidacheKontext10Übersetzung · Primärtext / Edition

    Dankgebet nach der Eucharistie

Kirchenväter

Teil 4

Schlussriten

Bekanntgaben, Segen und Entlassung schließen die liturgische Feier und senden die Kirche in ihren Alltag.

Was die Kirche empfängt, wird zur Sendung: Von der Aussendung der Gläubigen am Ende der Feier („Gehet hin in Frieden“, lateinisch „Ite, missa est“) hat die heilige Messe ihren Namen; die Gläubigen sollen in ihrem Alltag den Willen Gottes erfüllen.

Quellen und Hinweise1332

Katechismus

Konzilien und Lehramt

33Bekanntgaben, Segen, Entlassung und AltarverehrungFalls nötig, werden kurze Bekanntgaben gegeben. Der Priester segnet die Gemeinde, entlässt sie in Frieden und verehrt den Altar erneut; die liturgischen Dienste ziehen aus.

Was geschieht

„Der Herr sei mit euch“ – Segen – „Gehet hin in Frieden.“

  • Den Segen empfangen, die Entlassung beantworten und die Sendung in den Alltag annehmen.

Sinn

Der Segen stellt die Gemeinde unter Gottes Schutz, die Entlassung ist Sendung. Die Messe endet mit dem Auftrag, das Empfangene im Alltag zu bezeugen.

Biblische Wurzeln

Geschichtliche Kontinuität

Die Sendung der Jünger ist im Evangelium bezeugt; die genaue Formel der Entlassung und die heutige Schlussordnung entwickelten sich in der Liturgie.

Mitfeiern

Die Gemeinde steht, empfängt den Segen, antwortet und vollzieht das Kreuzzeichen.

Legitime Varianten

Bekanntgaben gibt es nur, wenn sie nötig sind. Der Segen kann je nach Tag und Fest durch ein Gebet über das Volk oder eine feierliche Segensform ergänzt werden.

Quellen und Hinweise4 Hinweise

Konzilien und Lehramt

Historische Primärquellen

  • Erste ApologieKontext67Übersetzung · Primärtext / Edition

    Frühe Sorge für Bedürftige und kirchliches Leben außerhalb der Feier

Christus handelt

Vier Formen der Gegenwart Christi in der Messe

Christus ist in der Liturgie auf mehrere Weisen gegenwärtig. Diese Gegenwartsweisen sind real, aber nicht gleichartig. Unter den Gestalten von Brot und Wein ist Christus einzigartig, substanzhaft und dauerhaft gegenwärtig.

Christus in der versammelten Kirche

Christus ist in der versammelten Kirche gegenwärtig, wenn sie in seinem Namen betet und singt. Die Gemeinde handelt dabei als Kirche und nimmt an der Liturgie teil.

Quellen und Hinweise1373

Katechismus

Konzilien und Lehramt

Christus im geweihten Amtsträger

Christus ist in der Person des geweihten Amtsträgers gegenwärtig. Der Priester handelt in seinem Dienst und in der Person Christi als Haupt der Kirche. Nur ein gültig geweihter Priester kann der Eucharistiefeier vorstehen und Brot und Wein konsekrieren.

Quellen und Hinweise1410-1411

Katechismus

Konzilien und Lehramt

Christus in seinem verkündeten Wort

Christus ist in seinem Wort gegenwärtig, wenn die Heilige Schrift in der Kirche verkündet wird. Die Homilie legt dieses Wort aus und führt es zur Feier und zum Leben der Kirche.

Quellen und Hinweise2 Hinweise

Konzilien und Lehramt

Christus unter den eucharistischen Gestalten

Unter den Gestalten von Brot und Wein ist Christus einzigartig, wahrhaft, wirklich und substanzhaft gegenwärtig: der ganze Christus, mit Leib und Blut, Seele und Gottheit. Seine Gegenwart beginnt mit der Konsekration und dauert, solange die eucharistischen Gestalten bestehen. Die Gemeinde feiert wirklich mit, und die innere Haltung des Empfängers beeinflusst, welche Frucht das Sakrament in ihm trägt.

Quellen und Hinweise1373-1377 · 1127-1128 · 1384-1385

Katechismus

Konzilien und Lehramt

Kirchliche Zeugen

Zeugnis der Kirche durch die Jahrhunderte

Frühe Primärtexte zeigen die eucharistische Grundgestalt. Sie ersetzen weder die Schrift noch behaupten sie ein seit dem zweiten Jahrhundert wortgleiches Messbuch.

  • Kirchenvaterca. 107–110

    Ignatius von Antiochien

    Ignatius berichtet, dass sich manche von der Eucharistie und vom Gebet fernhalten, weil sie nicht bekennen, dass die Eucharistie das Fleisch unseres Erlösers Jesus Christus ist, das für unsere Sünden gelitten hat und das der Vater in seiner Güte auferweckt hat.

    Sie enthalten sich der Eucharistie und des Gebets, weil sie nicht bekennen, dass die Eucharistie das Fleisch unseres Erlösers Jesus Christus ist, das für unsere Sünden gelitten hat und das der Vater in seiner Güte auferweckt hat.

    Brief an die Smyrnäer · Brief an die Smyrnäer 7 · Primärtext
    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Ignatius von Antiochien schreibt der Gemeinde von Smyrna im Zusammenhang mit einem Streit über die wirkliche Menschheit und das Leiden Christi. Er wendet sich gegen Menschen, die sich deshalb von Eucharistie und Gebet fernhalten.

    Historischer Text

    Sie enthalten sich der Eucharistie und des Gebets, weil sie nicht bekennen, dass die Eucharistie das Fleisch unseres Erlösers Jesus Christus ist, das für unsere Sünden gelitten hat und das der Vater in seiner Güte auferweckt hat. Wer daher gegen diese Gabe Gottes spricht, zieht sich mitten in seinen Auseinandersetzungen den Tod zu. Besser wäre es für sie, Liebe zu üben, damit auch sie auferstehen.

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Ignatius verbindet die Eucharistie ausdrücklich mit dem Fleisch Christi, das gelitten hat und vom Vater auferweckt wurde. Die Aussage steht damit unmittelbar im Zusammenhang der Menschwerdung, des Kreuzes und der Auferstehung.

    Quelle
    Brief an die Smyrnäer · Brief an die Smyrnäer 7
    Textfassung und Rechte
    Eigene Übersetzung aus dem Griechischen; verglichen mit der englischen Übersetzung der Ante-Nicene Fathers (1885). Der griechische Text und die englische Übersetzung sind gemeinfrei; der Link führt zur deutschen Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter.
    Vollständigen historischen Text öffnen: Ignatius von Antiochien
  • Kirchenvaterca. 150–160

    Justin der Märtyrer

    Justin stellt die eucharistische Speise in das Licht der Menschwerdung: Wie Jesus Christus durch Gottes Wort Fleisch wurde, so ist die durch das Gebet seines Wortes gesegnete Speise sein Fleisch und Blut. Im folgenden Kapitel beschreibt er die sonntägliche Feier, in der diese Gaben ausgeteilt werden.

    Diese Speise empfangen wir nicht als gewöhnliches Brot und als gewöhnliches Getränk. In gleicher Weise, wie Jesus Christus, unser Erlöser, durch Gottes Wort Fleisch geworden ist und um unseres Heils willen Fleisch und Blut besaß, so sind wir gelehrt worden, dass die Speise, die durch das Gebet seines Wortes gesegnet wurde und durch deren Umwandlung unser Blut und unser Fleisch genährt werden, das Fleisch und das Blut jenes Jesus ist, der Fleisch geworden ist.

    Erste Apologie · Erste Apologie 66–67 · Primärtext
    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Justin der Märtyrer beschreibt in seiner Ersten Apologie die christliche Feier Mitte des 2. Jahrhunderts. Er setzt die Eucharistie in Beziehung zur Menschwerdung und schildert im anschließenden Kapitel die sonntägliche Versammlung.

    Historischer Text

    Diese Speise empfangen wir nicht als gewöhnliches Brot und als gewöhnliches Getränk. In gleicher Weise, wie Jesus Christus, unser Erlöser, durch Gottes Wort Fleisch geworden ist und um unseres Heils willen Fleisch und Blut besaß, so sind wir gelehrt worden, dass die Speise, die durch das Gebet seines Wortes gesegnet wurde und durch deren Umwandlung unser Blut und unser Fleisch genährt werden, das Fleisch und das Blut jenes Jesus ist, der Fleisch geworden ist. Denn die Apostel haben in den von ihnen verfassten Erinnerungen, die Evangelien heißen, überliefert, was ihnen aufgetragen wurde: Jesus nahm Brot, sagte Dank und sprach: „Tut dies zu meinem Gedächtnis, das ist mein Leib“; und ebenso nahm er den Kelch, sagte Dank und sprach: „Das ist mein Blut“, und er gab ihnen allein davon. […] Am Sonntag versammelt sich die Gemeinde an einem Ort. Es werden die Erinnerungen der Apostel oder die Schriften der Propheten vorgelesen, solange es die Zeit erlaubt. Hat der Vorleser aufgehört, hält der Vorsteher eine Ansprache, in der er ermahnt und auffordert, diesem Guten nachzufolgen. Danach erheben sich alle gemeinsam und beten; wenn das Gebet beendet ist, werden Brot, Wein und Wasser gebracht. Der Vorsteher spricht Gebete und Danksagungen, und das Volk stimmt ein, indem es das Amen sagt. Dann werden die eucharistischen Gaben ausgeteilt, und den Abwesenden bringen die Diakone davon.

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Justin verbindet die Eucharistie mit der Menschwerdung Jesu Christi, beruft sich auf die Einsetzungsworte aus den Evangelien und ordnet die Feier in eine konkrete sonntägliche Versammlung mit Lesung, Gebet und Danksagung ein.

    Quelle
    Erste Apologie · Erste Apologie 66–67
    Textfassung und Rechte
    Eigene Übersetzung aus dem Griechischen; verglichen mit der englischen Übersetzung der Ante-Nicene Fathers (1885). Die Auslassungen sind sichtbar markiert. Der griechische Text und die englische Übersetzung sind gemeinfrei; der Link führt zur deutschen Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter.
    Vollständigen historischen Text öffnen: Justin der Märtyrer
  • Weitere historische Zeugnisse (2)
    • Kirchenlehrerca. 180

      Irenäus von Lyon

      Irenäus bezeugt, dass der eucharistische Kelch mit dem Blut Christi und das gebrochene Brot mit seinem Leib Gemeinschaft haben.

      Denn er hat den Kelch, der zu seiner Schöpfung gehört, als sein eigenes Blut anerkannt; ebenso hat er das Brot, das zu seiner Schöpfung gehört, als seinen eigenen Leib eingesetzt.

      Gegen die Häresien, Buch V · Adversus haereses V,2,2–3 · Primärtext
      Quelle im Zusammenhang lesen

      Worum es hier geht

      Irenäus wendet sich gegen die gnostische Leugnung der Auferstehung des Fleisches. Der Abschnitt ist ein Gegenargument: Aus der von den Gegnern behaupteten Unfähigkeit des Fleisches folgt nach Irenäus, dass auch die Eucharistie keine Gemeinschaft mit Christi Blut und Leib wäre. Dieser zurückgewiesenen Folgerung stellt er die tatsächliche Einsetzung von Kelch und Brot als Christi Blut und Leib gegenüber und führt den Gedanken bis zur Auferstehung des Fleisches.

      Historischer Text

      Wenn das Fleisch nicht an der Rettung teilhaben kann, dann hat der Herr uns auch nicht mit seinem Blut erlöst. Dann ist der Kelch der Eucharistie keine Gemeinschaft mit seinem Blut, und das Brot, das wir brechen, keine Gemeinschaft mit seinem Leib. Denn er hat den Kelch, der zu seiner Schöpfung gehört, als sein eigenes Blut anerkannt; ebenso hat er das Brot, das zu seiner Schöpfung gehört, als seinen eigenen Leib eingesetzt. Wenn daher der mit Wasser vermischte Kelch und das bereitete Brot das Wort Gottes empfangen und die Eucharistie aus dem Blut und dem Leib Christi entsteht, wie können sie dann behaupten, dass das Fleisch die Gabe Gottes nicht empfangen könne? Unser Fleisch, das von ihr genährt wird, wird zur bestimmten Zeit auferstehen.

      Warum diese Stelle wichtig ist

      Irenäus stellt Eucharistie, Leib und Blut Christi sowie die Auferstehung des Fleisches in einen gemeinsamen Argumentationsgang. Die geschaffenen Gaben werden durch das Wort Gottes zur Eucharistie, und gerade daraus begründet er die Hoffnung des Leibes. Die begriffliche Klärung dieser Wandlung gab später das Konzil von Trient.

      Quelle
      Gegen die Häresien, Buch V · Adversus haereses V,2,2–3
      Textfassung und Rechte
      Eigene deutsche Übertragung der englischen Übersetzung der Ante-Nicene Fathers (Edition von 1885). Die lateinische Überlieferung und die englische Übersetzung sind gemeinfrei; der Link führt zur deutschen Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter.
      Vollständigen historischen Text öffnen: Irenäus von Lyon
    • Kirchenlehrer4. Jahrhundert

      Cyrill von Jerusalem

      Cyrill bezeugt, dass die Kirche im Hochgebet der Patriarchen, Propheten, Apostel und Märtyrer gedenkt, damit Gott auf ihre Gebete und Fürbitten hin das Anliegen der Gemeinde annehme; für die übrigen Verstorbenen betet sie anschließend.

      Dann gedenken wir auch derer, die vor uns entschlafen sind: zuerst der Patriarchen, Propheten, Apostel und Märtyrer, damit Gott auf ihre Gebete und Fürbitten unser Anliegen annehme.

      Katechetische Vorträge · Mystagogische Katechese 5,9 · Primärtext
      Einordnung der Quelle

      Der Text zeigt: Im Hochgebet stützt sich die Bitte der Gemeinde auf die Fürbitte der Heiligen.

      Die Grenze: Die Gemeinde richtet ihre Bitte an Gott und stützt sie auf die Gebete der Heiligen; eine unmittelbare Anrede an die Heiligen enthält der Satz nicht.

      Quelle im Zusammenhang lesen

      Worum es hier geht

      Cyrill von Jerusalem erklärt in der mystagogischen Katechese die Anaphora, also das eucharistische Hochgebet. Im Anschluss an die Darbringung nennt er das Gedenken der Patriarchen, Propheten, Apostel und Märtyrer. Die Mystagogischen Katechesen stammen aus der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts; einige Handschriften schreiben sie Cyrills Nachfolger Johannes von Jerusalem zu.

      Historischer Text

      Nachdem das geistliche Opfer, der unblutige Gottesdienst, vollendet ist, bitten wir über diesem Opfer der Versöhnung Gott um den Frieden der Kirchen, um das Wohl der Welt und um alle, die Hilfe nötig haben, und wir beten und bringen dieses Opfer dar. Dann gedenken wir auch derer, die vor uns entschlafen sind: zuerst der Patriarchen, Propheten, Apostel und Märtyrer, damit Gott auf ihre Gebete und Fürbitten unser Anliegen annehme. Dann beten wir für die bereits entschlafenen heiligen Väter und Bischöfe und überhaupt für alle unsere Verstorbenen.

      Warum diese Stelle wichtig ist

      Cyrill bezeugt im 4. Jahrhundert eine konkrete liturgische Praxis: Die Kirche gedenkt der vollendeten Heiligen und verbindet dieses Gedenken mit ihrer Fürbitte.

      Quelle
      Katechetische Vorträge · Mystagogische Katechese 5,9
      Textfassung und Rechte
      Eigene Übersetzung aus dem Griechischen; verglichen mit der englischen Übersetzung der Reihe Nicene and Post-Nicene Fathers (1894). Der letzte Satz folgt dem Wortlaut des Katechismus (KKK 1371). Der griechische Text und die englische Übersetzung sind gemeinfrei; der Link führt zur deutschen Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter.
      Vollständigen historischen Text öffnen: Cyrill von Jerusalem

Einwände fair prüfen

Was gegen die Messe eingewandt wird

Die Messe sei eine mittelalterliche Erfindung

Der Einwand

Die heutige Messe mit Messbuch, Hochgebet und festen Riten sei erst im Mittelalter entstanden und habe mit dem Christentum der Apostel wenig zu tun.

Die Antwort

Die Grundgestalt der Messe ist früh bezeugt. Apostelgeschichte 2 nennt Lehre, Gemeinschaft, Brotbrechen und Gebete. Justin beschreibt um 150/160 die sonntägliche Versammlung mit Lesung, Predigt, Gebet, eucharistischen Gaben, Amen, Kommunion und Kollekte. Die Kirche bewahrt diesen Grundbestand in liturgischen Formen, die sich geschichtlich entwickelt haben.

Quellen und Hinweise3 Hinweise

Konzilien und Lehramt

  • Sacrosanctum ConciliumSpätere kirchliche Klärung21-24,50Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Unwandelbare Grundelemente und wandelbare Formen

Historische Primärquellen

  • Erste ApologieStützt65-67Übersetzung · Primärtext / Edition

    Frühe Beschreibung der sonntäglichen Eucharistiefeier

  • DidacheStützt9-10,14-15Übersetzung · Primärtext / Edition

    Frühe Danksagung, Sonntagsversammlung und Ämter

Die Messe als Sühnopfer widerspreche dem einen Opfer Christi im Hebräerbrief

Der Einwand

Der Hebräerbrief sagt: „Denn durch ein einziges Opfer hat er die, die geheiligt werden, für immer zur Vollendung geführt“ (Hebr 10,14), und: „Wo also die Sünden vergeben sind, da gibt es kein Opfer für die Sünden mehr“ (Hebr 10,18). Der Heidelberger Katechismus folgert in Frage 80, das Abendmahl bezeuge die vollkommene Vergebung durch das einmalige Opfer Christi; die Messe aber lehre, „daß die Lebendigen und die Toten nicht durch das Leiden Christi Vergebung der Sünden haben, es sei denn, daß Christus noch täglich für sie von den Meßpriestern geopfert werde“, und sei darum „eine Verleugnung des einzigen Opfers und Leidens Jesu Christi“. Auch das Augsburger Bekenntnis setzt sich in Artikel 24, „Von der Messe“, mit diesem Opferverständnis auseinander. Das Moderamen des Reformierten Bundes hält die Verwerfung heute „nach Inhalt und Sprache in dieser Form“ nicht mehr für haltbar, sieht aber einen bleibenden Lehrunterschied: Die katholische Kirche begreife die Eucharistie als Opfer, der evangelische Gottesdienst das Abendmahl als Mahlfeier.

Die Antwort

Hebr 10,18 schließt jedes neue Opfer für die Sünden aus, das zum Kreuz hinzukäme; ein solches lehrt die Kirche nicht. Die Messe ist dasselbe eine Opfer Christi in sakramentaler Gestalt: „Denn die Opfergabe ist ein und dieselbe; derselbe, der sich selbst damals am Kreuze opferte, opfert jetzt durch den Dienst der Priester; allein die Weise des Opferns ist verschieden“ (Konzil von Trient; KKK 1367). Darum ist sie wahrhaft sühnend, ohne dem Kreuz etwas hinzuzufügen: Sie stellt das Opfer des Kreuzes dar und macht es gegenwärtig, „ist dessen Gedächtnis und wendet dessen Frucht zu“ (KKK 1366). Trient betont, dass die Früchte des blutigen Opfers durch das unblutige in reichstem Maß empfangen werden; so wenig schmälert dieses jenes (Sitzung XXII, Kap. 2; Kan. 4). Hebr 10,14 spricht selbst von denen, „die geheiligt werden“: Das eine Opfer ist vollkommen, und seine Frucht wird Menschen in der Zeit zugewendet. Das Opfer, das Christus am Kreuz ein für allemal dargebracht hat, „bleibt stets gegenwärtig wirksam“ (KKK 1364), denn Christus „lebt allezeit, um für sie einzutreten“ (Hebr 7,25). Diese Frucht erreicht auch die Verstorbenen, „die noch nicht vollständig gereinigt sind“ (KKK 1371). Die Opfersprache ist nicht erst im Streit entstanden: Schon die Didache nennt die sonntägliche Eucharistie ein Opfer, das rein sein soll, und Justin bezieht das reine Opfer aus Mal 1,11 auf Brot und Kelch der Eucharistie (Dialog 41,3).

Quellen und Hinweise1364-1367, 1371

Katechismus

  • Katechismus der Katholischen KircheStützt1364-1367, 1371Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Vergegenwärtigung, Gedächtnis und Zuwendung der Frucht des einen Opfers, auch für Verstorbene

Konzilien und Lehramt

Historische Primärquellen

  • Konzil von Trient, Sitzung XXII: Lehre und Kanones über das MessopferSpätere kirchliche KlärungKap. I-II; Kan. 3-4Transkription bei Hanover Historical Texts Collection

    Dasselbe Opfer, andere Weise des Darbringens, wahrhaft sühnend, ohne das Kreuzesopfer zu schmälern

  • DidacheKontext14Übersetzung · Primärtext / Edition

    Die sonntägliche Eucharistie als reines Opfer

  • Dialog mit TryphonKontext41,3Übersetzung · Primärtext / Edition

    Mal 1,11 auf Brot und Kelch der Eucharistie bezogen

Bekenntnisse und offizielle Lehrquellen

  • Heidelberger KatechismusSpannung / GrenzeFrage 80 mit Anmerkung des ModeramensPrimärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Messe als Verleugnung des einzigen Opfers Christi, heutige Bewertung und bleibender Lehrunterschied

  • Augsburger BekenntnisSpannung / GrenzeArtikel 24Primärtext · Offizielle konfessionelle Quelle

    Lutherische Auseinandersetzung mit der Messe

Die frühen Quellen zeigten nicht das heutige römische Messbuch

Der Einwand

Justin, Didache und Ignatius zeigen weder das heutige Messbuch noch die heutige Sprache, den Kanon oder die genaue Reihenfolge.

Die Antwort

Historische Kontinuität zeigt sich in der eucharistischen Grundgestalt. Justin bezeugt bereits Versammlung, Schrift, Auslegung, Gebet, Gaben, Danksagung, Amen, Kommunion und Sorge für Bedürftige. Die heutige römische Ordnung hat diese Grundgestalt in ihren Büchern, Sprachen, Lesungen und Riten weiter entfaltet.

Quellen und Hinweise3 Hinweise

Konzilien und Lehramt

Historische Primärquellen

  • Erste ApologieStützt65-67Übersetzung · Primärtext / Edition

    Grundgestalt der Feier

Die Bibel spiele gegenüber dem Ritual nur eine Nebenrolle

Der Einwand

In der Messe gebe es zwar einzelne Lesungen, im Zentrum stehe aber ein Ritual, das mit der Bibel nur wenig zu tun habe.

Die Antwort

Die Liturgie des Wortes umfasst erste Lesung, Psalm, zweite Lesung, Evangelium, Homilie, Glaubensbekenntnis und Fürbitten. Auch das Eucharistische Hochgebet ist von den Einsetzungsworten, der Danksagung, der Opfer- und Gedächtnissprache sowie den biblischen Lobpreisungen geprägt. In der Messe gehören Schrift, Eucharistie und kirchliches Gebet in der Feier der Heilsgeschichte zusammen.

Quellen und Hinweise4 Hinweise

Konzilien und Lehramt

Historische Primärquellen

  • Erste ApologieKontext67Übersetzung · Primärtext / Edition

    Frühe Schriftlesung und Auslegung

Jede Geste werde nachträglich mit einem Bibelvers begründet

Der Einwand

Wenn für Einzug, Altarkuss, Weihrauch, Wasser im Wein, Lavabo und jede Körperhaltung ein Bibelvers genannt werde, entstehe der Eindruck einer nachträglichen Beweisführung.

Die Antwort

Die Messe unterscheidet zwischen direkter Einsetzung, wörtlichem Zitat, Anspielung, Typologie und allgemeinem biblischem Muster. Die Einsetzungsworte gehen unmittelbar auf Christi Auftrag zurück; das Vaterunser hat Jesus selbst seine Jünger gelehrt, und die Kirche hat ihm seinen Platz vor der Kommunion gegeben. Altarkuss, Prozession, Lavabo und viele Haltungen sind liturgische Entwicklungen mit biblischer Bildsprache. Ihre Bedeutung ergibt sich aus der liturgischen Ordnung und ihrer theologischen Einordnung; sie werden dadurch nicht zu ausdrücklichen Schriftgeboten.

Quellen und Hinweise2 Hinweise

Konzilien und Lehramt

Die Eucharistie hänge von der persönlichen Heiligkeit des Priesters ab

Der Einwand

Wenn der Priester unheilig, unbegabt oder schlecht predigt, könne Christus in dieser Feier nicht wirklich gegenwärtig sein.

Die Antwort

Christus wirkt im gültig gespendeten Sakrament. Eine schwache Predigt, geringe Eloquenz oder menschliches Versagen des Priesters macht die Eucharistie deshalb nicht ungültig. Nur ein gültig geweihter Priester kann die Eucharistie konsekrieren. Liturgische Missbräuche betreffen die erlaubte und würdige Feier und müssen davon unterschieden werden.

Quellen und Hinweise1127-1128 · 1550 · 1410-1411

Katechismus

Bei objektiver Gegenwart Christi seien Gemeinde und innere Haltung gleichgültig

Der Einwand

Wenn Christus objektiv gegenwärtig sei, seien Besucherzahl, aktive Teilnahme und die Haltung des Empfängers gleichgültig.

Die Antwort

Die sakramentale Gegenwart Christi bleibt unabhängig von der Zahl der Anwesenden und von emotionaler Intensität bestehen. Die Gemeinde handelt dennoch als Leib der Kirche in der Liturgie, und Christus ist in ihrer Versammlung gegenwärtig. Die Frucht der Sakramente hängt zudem von der inneren Verfassung des Empfängers ab. Wer die Kommunion empfängt, soll sich prüfen und in Ehrfurcht teilnehmen.

Quellen und Hinweise1127-1128,1384-1385

Katechismus

Konzilien und Lehramt

Das Zweite Vatikanische Konzil habe eine neue Liturgie geschaffen oder nichts verändert

Der Einwand

Die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils sei entweder ein völliger Bruch mit der Tradition oder habe an der Messe überhaupt nichts verändert.

Die Antwort

Die Liturgiereform veränderte Bücher, Sprache, Leseordnung und einzelne Formen. Sacrosanctum Concilium zielte dabei auf eine Erneuerung, in der Sinn und Zusammenhang der Teile deutlicher hervortreten und das Wesen der Liturgie gewahrt bleibt. Die Reform schuf weder die Eucharistie noch die Grundgestalt aus Wort und Mahl neu. Sie steht in der Reihe der Ausgaben desselben Römischen Messbuchs: Nach dem Konzil von Trient promulgierte Pius V. 1570 das Missale Romanum, Paul VI. 1969 dessen erneuerte Ausgabe, und 2002 erschien mit Approbation Johannes Pauls II. die dritte authentische Ausgabe. Im deutschen Sprachgebiet gilt bis zu ihrer deutschen Neuausgabe das Messbuch von 1975.

Quellen und Hinweise6 Hinweise

Konzilien und Lehramt

Fachdokumente und Studien

Historische Primärquellen

  • Quo primumKontextJuli 1570Transkription bei Papst Pius V. / Papal Encyclicals Online

    Promulgation des Missale Romanum nach dem Konzil von Trient

Die ältere und die erneuerte Liturgie gehören verschiedenen Religionen an

Der Einwand

Die ältere und die erneuerte römische Liturgie unterscheiden sich in Messbuch, Lesungen, Sprache und einzelnen Riten so stark, dass sie als Ausdruck gegensätzlicher Religionen erscheinen können. Zudem scheint die Qualität des jeweiligen Ritus an missbräuchlichen oder unwürdigen Feiern einzelner Priester und Gemeinden ablesbar zu sein.

Die Antwort

Die Reformen von Messbuch, Lesungen, Sprachen und Riten sind reale Veränderungen. Die erneuerten liturgischen Bücher und das Messbuch von 1962 müssen jeweils nach ihren eigenen Texten beurteilt werden; Missbräuche einzelner Feiern bestimmen den Rang einer Messbuchordnung nicht. Beide Ausgaben des Römischen Messbuchs feiern dasselbe eine Opfer Christi im selben Glauben; Benedikt XVI. hielt 2007 fest: „In der Liturgiegeschichte gibt es Wachstum und Fortschritt, aber keinen Bruch.“ Schon das Zweite Vatikanische Konzil verlangte, dass die neuen Formen aus den schon bestehenden „gewissermaßen organisch herauswachsen“. Nach Traditionis custodes Art. 1 sind die unter Paul VI. und Johannes Paul II. promulgierten Bücher der einzige Ausdruck der lex orandi des Römischen Ritus. Der Gebrauch des Messbuchs von 1962 steht nach Art. 2–3 unter der Leitung des Diözesanbischofs und den Normen des Apostolischen Stuhls.

Quellen und Hinweise4 Hinweise

Konzilien und Lehramt

  • Sacrosanctum ConciliumSpätere kirchliche KlärungSC 21–23Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Die Liturgie soll in ihren wesentlichen Teilen aus unveränderlicher göttlicher Stiftung und in veränderlichen Teilen aus Elementen bestehen, die sich im Lauf der Zeit ändern können; diese Reform ist unter Wahrung gesunder Tradition vorzunehmen.

  • Apostolische Konstitution Missale RomanumStütztMissale Romanum, 3. April 1969Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Das erneuerte Römische Messbuch wurde durch die Apostolische Konstitution Missale Romanum promulgiert und trat als erneuerte Ausgabe des Missale Romanum in Kraft.

  • Traditionis custodesStütztArt. 1–3Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Die von den heiligen Päpsten Paul VI. und Johannes Paul II. promulgierten liturgischen Bücher sind der einzige Ausdruck der lex orandi des Römischen Ritus; der Diözesanbischof ist der ausschließliche Zuständige für die Genehmigung des Gebrauchs des Missale Romanum von 1962 in seiner Diözese, und dieser Gebrauch wird durch die Normen des Apostolischen Stuhls geregelt.

  • Brief an die Bischöfe anlässlich der Publikation des Motu proprio Summorum PontificumStützt7. Juli 2007Primärtext · Offizielle kirchliche Quelle

    Kein Widerspruch zwischen den Ausgaben des Missale Romanum; Wachstum und Fortschritt, aber kein Bruch

Source & Summit

Vier Sonntage, um die Messe als Ganzes kennenzulernen

Source & Summit begleitet vier aufeinanderfolgende Sonntage mit einer einfachen Verabredung: an jedem Sonntag die heilige Messe besuchen und vor jeder Messe drei vorbereitende E-Mails lesen. So wächst das Verständnis in der mitgefeierten Liturgie.

Zur Vier-Sonntage-Challenge

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Die biblischen Argumente hinter der Feier

Die einzelnen Themen entfalten Eucharistie, Priestertum, Sakramente, Schrift und Kirche ausführlich.