SCRIPTURA PLENA

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Einheit der Christen

Christus betet um die Einheit aller, die durch das apostolische Wort glauben

Johannes 17 zeigt den Willen Christi zur Einheit der Glaubenden und verbindet diese Einheit mit seinem Zeugnis vor der Welt. Der Weg führt in drei Schritten von der Schriftstelle über die Lehre der Kirche zur Frage, wie Johannes 17 zur Ordnung der Kirche und zum Dienst des Bischofs von Rom steht.

3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Apostel und Älteste sitzen an einem runden Tisch; über ihrer Versammlung steigt eine helle Flammenform auf, fern liegt eine Stadt.
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Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Jesu Bitte um Einheit Bibel und Textverständnis

Der Sohn bittet den Vater um die Einheit aller Glaubenden

Johannes 17,20–23 verbindet die Bitte Christi um Einheit mit seinem Zeugnis vor der Welt.

Alle sollen eins sein … damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.

Auszug aus Joh 17,21 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Jesus betet für die Einheit aller, die durch das Wort der Apostel glauben, damit die Welt seine Sendung erkennt.

Joh 17,20–23: Zusammenhang und Übersetzung

In Johannes 17,20–23 bittet Christus den Vater über die damals anwesenden Jünger hinaus auch für alle, die durch das apostolische Wort zum Glauben kommen. Seine Bitte richtet sich damit auf die ganze Gemeinschaft der Glaubenden, die aus der Verkündigung der Apostel erwächst. Das Gebet des Herrn umfasst die künftigen Gläubigen ebenso wie die, die am Abend vor seinem Leiden bei ihm waren.

Christus verbindet diese Bitte um Einheit mit seiner Sendung: An der Einheit der Glaubenden soll die Welt erkennen, dass der Vater den Sohn gesandt hat. Die Einheit gehört damit zum öffentlichen Zeugnis der Kirche, denn sie steht in Beziehung zu der Sendung, durch die der Vater und der Sohn erkannt werden.

Christi Wille zur Einheit Glaube und Überlieferung

Die Kirche liest Johannes 17 als bleibenden Willen Christi zur Einheit aller Getauften

Aus dieser Stelle erwächst der Auftrag, die volle Gemeinschaft im Glauben zu suchen.

Johannes 17,20–23 zeigt nach dem Zeugnis der Kirche, dass Christus für die Einheit aller künftigen Gläubigen betet und diese Einheit mit dem Zeugnis der Jünger vor der Welt verbindet. Darin erkennt die Kirche seinen bleibenden Willen zur Einheit aller Getauften und ihren Auftrag, die volle Gemeinschaft im Glauben zu suchen. Das Konzilsdekret Unitatis redintegratio über den Ökumenismus (UR 1–2) und der Katechismus der Katholischen Kirche (KKK 820) halten diese Sicht fest.

Gemeinsamer Glaube, gemeinsame Taufe und gemeinsames kirchliches Leben gehören zusammen; die Einheit ist darin sichtbar, ansprechbar und entscheidungsfähig. Damit ist die Einheit der Glaubenden nach dem Verständnis der Kirche Teil jenes Zeugnisses, das die Welt zum Glauben an den gesandten Sohn führt. Offen bleibt, wie Johannes 17 selbst zur Ordnung der Kirche steht.

Quellen zu dieser Frage 3

Kirchenordnung und Einheitswille Glaube und Überlieferung

Legt Johannes 17 Papstamt und Kirchenordnung fest?

Die Frage nach der Ordnung der Kirche führt auf den Willen Christi zur Einheit und auf das Ganze der neutestamentlichen Zeugnisse.

Vers 18: Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.

Vers 19: Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein.

Auszug aus Mt 16,18–19 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Jesus nennt Petrus den Felsen, auf dem er seine Kirche bauen will, und überträgt ihm die Schlüssel des Himmelreichs mit der Vollmacht des Bindens und Lösens.

Mt 16,18–19: Zusammenhang und Übersetzung

Die Frage lautet, ob Johannes 17 das Papstamt — den Dienst des Bischofs von Rom — und die Kirchenordnung festlegt. Der Abschnitt bezeugt den Willen Christi zur Einheit und verbindet sie mit dem Zeugnis vor der Welt; die Kirche entnimmt ihm die bleibende Aufgabe, diese Einheit zu suchen. Zugleich wird Johannes 17 im Ganzen der Schrift gelesen, weil das Neue Testament die Gestalt der Kirche in mehreren Zeugnissen entfaltet.

Johannes 17 legt Papstamt und Kirchenordnung nicht selbst fest; es begründet den Auftrag zur sichtbaren Einheit. Wie diese Einheit geordnet ist, zeigen andere Stellen: Epheser 4,3–6 zählt den einen Leib, den einen Herrn, den einen Glauben und die eine Taufe auf, und Jesus übergibt dem Petrus die Schlüssel des Himmelreichs (Matthäus 16,18–19). Unitatis redintegratio liest Johannes 17 als Ruf Christi, der die Getauften zur vollen Gemeinschaft im Glauben zusammenführt (UR 1–2).

Quellen zu dieser Frage 2
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