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Maria, die Begnadete

Maria wird seliggepriesen: Die Schriftstellen und die Lehre der Kirche

Das Lukasevangelium bezeugt Maria als Begnadete, als Gesegnete unter den Frauen, als Mutter des Herrn und als von allen Geschlechtern Seliggepriesene. Wie trägt dieser Lobpreis die Verehrung, die die Kirche ihr erweist?

3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Eine Marienfigur im blauen Mantel hält warmes Licht; dahinter liegen Gartenbogen, zwölf kleine Lichter und ein Weg zum Sonnenaufgang.
MariaKI-generierte Illustration
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Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Begnadete und Gesegnete Bibel und Textverständnis

Lukas bezeugt Maria als Begnadete, Gesegnete und Mutter des Herrn

Die angeführten Stellen des Lukasevangeliums bezeugen, wie Maria angesprochen wird und wie sie selbst ihr Verhältnis zu Gott beschreibt.

Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.

Auszug aus Lk 1,28 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Der Engel spricht Maria als Begnadete an; der Herr ist mit ihr.

Lk 1,28: Zusammenhang und Übersetzung

Vers 41b: Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt

Vers 42: und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.

Auszug aus Lk 1,41b–42 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Elisabet preist Maria als die Gesegnete unter den Frauen.

Lk 1,42: Zusammenhang und Übersetzung

Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?

Auszug aus Lk 1,43 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Elisabet nennt Maria die Mutter ihres Herrn.

Lk 1,43: Zusammenhang und Übersetzung

Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.

Auszug aus Lk 1,48 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was der Text unmittelbar zeigt

Maria sagt voraus, dass alle Geschlechter sie seligpreisen werden.

Lk 1,48: Zusammenhang und Übersetzung

Im ersten Kapitel des Lukasevangeliums tritt der Engel an Maria heran und grüßt sie als die Begnadete. Elisabet nennt sie gesegnet unter den Frauen und die Mutter ihres Herrn. Maria selbst nimmt diesen Zuruf auf: Alle Geschlechter, sagt sie in ihrem Lobgesang, dem Magnifikat, werden sie seligpreisen.

Diese Worte stellen Maria in die Mitte des Heilshandelns Gottes. Sie ist die Begnadete, die Mutter des Herrn, und ihr Glaube und ihr Empfangen des göttlichen Wirkens führen zum Lobpreis aller Geschlechter. Dieser Lobpreis verweist auf Gott selbst: Maria nennt Gott ihren Retter und preist seine Größe. Ihr Rang wächst aus ihrer einzigartigen Beziehung zu Christus, und die Schrift eröffnet damit den Raum, in dem die Kirche Marias Seligpreisung feiert und lehrt.

Lobpreis der Begnadeten Glaube und Überlieferung

Die Kirche liest den Gruß an Maria als Auftrag zum Lobpreis der Begnadeten

Die Kirche empfängt Marias Seligpreisung als biblischen Auftrag und ordnet sie in die Lehre von Christus und von der Kirche ein.

Die Kirche lehrt, dass Maria als Tochter Zion und als Bundeslade verstanden wird, weil in ihr der Herr Wohnung nimmt; der Katechismus der Katholischen Kirche (KKK), das verbindliche Lehrbuch der katholischen Glaubenslehre, verbindet mit dieser Stellung den Gruß an Maria und führt ihn in der Nummer 2676 aus.

Die Kirche unterscheidet die Anbetung, die Gott gebührt, von der besonderen Verehrung Marias als Mutter des Herrn. Elisabets Wort von der „Mutter meines Herrn“ (Lk 1,43) hat die Kirche im Streit mit Nestorius ausgelegt: Das Konzil von Ephesus bekannte 431, dass Maria wirklich Gottesgebärerin ist, weil der Sohn, den sie empfangen und geboren hat, eine einzige, göttliche Person ist; seine Gottheit hat ihren Ursprung nicht in ihr (KKK 466; 495). Lumen gentium 66 hält fest: „Vor allem seit der Synode von Ephesus ist die Verehrung des Gottesvolkes gegenüber Maria wunderbar gewachsen in Verehrung und Liebe, in Anrufung und Nachahmung“. So liest die Kirche die lukanischen Worte als Auftrag zum Lobpreis der von Gott Begnadeten, geordnet auf Christus hin.

Quellen zu dieser Frage 3

Selig, die das Wort hören Glaube und Überlieferung

Stellt Jesus die Seligpreisung seiner Mutter nicht zurück?

In Lk 11,27–28 und Mk 3,31–35 spricht Jesus darüber, wer selig ist und wer zu seiner Familie gehört. Der Einwand hört darin eine Zurückstufung Marias heraus und fragt, ob die besondere Verehrung der Kirche danach noch einen Grund hat. Beide Worte führen auf den Glauben zurück, in dem Maria das Wort Gottes hörte und bewahrte.

Eine Frau aus der Menge ruft Jesus zu: „Selig der Schoß, der dich getragen, und die Brust, die dich gestillt hat!“ Jesus antwortet: „Ja, selig sind vielmehr, die das Wort Gottes hören und es befolgen.“ (Lk 11,27–28) Als seine Mutter und seine Brüder draußen stehen und ihn rufen lassen, fragt er: „Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder?“ Und er sagt: „Wer den Willen Gottes tut, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.“ (Mk 3,33.35) Der Einwand liest beide Stellen zusammen: Das erste Wort verschiebe die Seligpreisung von der leiblichen Mutter auf alle, die Gottes Wort hören; das zweite löse die Verwandtschaft nach Fleisch und Blut in eine Familie des Willens Gottes auf. Wenn die Seligkeit Marias an einem Glauben hängt, den jeder Gläubige teilt, dann scheinen ihr besonderer Rang und mit ihm die Verehrung der Kirche ihren Grund zu verlieren.

Jesu Antwort in Lk 11,28 beginnt mit einem Ja. Er weist den Zuruf nicht ab, sondern nennt, worin Seligkeit gründet: im Hören und Befolgen des Wortes Gottes. Gerade darin ist die Frau selig, die ihn getragen hat. Derselbe Grund steht schon am Anfang des Lukasevangeliums. Elisabet ruft Maria zu: „Und selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.“ (Lk 1,45) Der Glaube, den Jesus in Lk 11,28 seligpreist, ist der Glaube, den Elisabet an Maria lobt.

Bei Maria hat dieses Hören einen konkreten Ort. Nach der Verkündigung an die Hirten heißt es: „Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen.“ (Lk 2,19) Nach der Szene mit dem zwölfjährigen Jesus im Tempel heißt es: „Seine Mutter bewahrte all die Worte in ihrem Herzen.“ (Lk 2,51) Maria hört das Wort nicht als allgemeine Lehre; sie bewahrt die Verheißung, die sie empfangen hat, und auch das, was sie noch nicht versteht, in ihrem Herzen.

Mk 3,35 weitet den Kreis der Familie auf jeden aus, der den Willen Gottes tut. Der weitere Kreis lässt die leibliche Mutterschaft stehen und zeigt, worin ihre Würde liegt: Maria ist die Mutter, die das Wort Gottes hörte und bewahrte. Das Zweite Vatikanische Konzil sagt von ihr: „Im Verlauf seiner Verkündigung nahm sie die Worte auf, in denen der Sohn das die Ansprüche und Bande von Fleisch und Blut übersteigende Reich predigte und die seligpries, die das Wort Gottes hören und bewahren (vgl. Mk 3,35 und Parall.; Lk 11,27-28), wie sie selbst es getreulich tat (vgl. Lk 2,19.51).“ (LG 58)

Der Katechismus nennt denselben Grund: „Maria ist ‚gesegnet ... mehr als alle anderen Frauen‘ (Lk 1,42), weil sie geglaubt hat, daß das Wort des Herrn in Erfüllung gehen wird“ (KKK 2676). Darum ehrt die Verehrung der Kirche an Maria den Glauben, in dem sie das Wort empfing und getreulich festhielt. Wer sie seligpreist, preist das Werk Gottes an ihr.

Maria selbst sagt voraus, dass alle Geschlechter sie seligpreisen werden. Die Worte Jesu in Lk 11,28 und Mk 3,35 geben diesem Lob seine Mitte: Selig ist Maria, weil sie geglaubt und das Wort Gottes bewahrt hat. Wer aus Mk 3,35 schließt, die Mutterschaft Marias zähle vor Gott nicht, überhört das Ja, mit dem Jesus den Zuruf in Lk 11,28 aufnimmt, und dass Maria zu denen gehört, die das Wort Gottes hören und bewahren (LG 58). Die besondere Verehrung der Kirche hat darin ihren biblischen Grund: Sie preist an Maria den Glauben, den Jesus selig nennt, und die einzigartige Nähe zu Christus, in der dieser Glaube gelebt wurde.

Quellen zu dieser Frage 3
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