Sakramente
Die Taufe als neutestamentliche Erfüllung der Reinigung
Das Neue Testament verbindet Wasser und Geist, Wiedergeburt, Rettung und neues Leben mit der Taufe.
3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Die Schrift erschließt sich in dem Heiligen Geist, in dem sie geschrieben wurde. Ein kurzes Gebet stimmt auf das Lesen ein.
Vor dem LesenBetend lesen
Im Geist hören
Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.
Komm, Heiliger Geist.
Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.
Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.
Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.
Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87
Wiedergeburt und neues Leben Bibel und Textverständnis
Wasser, Bad und Taufe stehen im Neuen Testament für Wiedergeburt, Rettung und neues Leben
Vier Stellen des Neuen Testaments nennen Wasser und Taufe und verbinden damit, was Gott daran wirkt.
Jesus antwortete: Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus dem Wasser und dem Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen.
Auszug aus Joh 3,5 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Jesus verbindet den Eintritt in das Reich Gottes mit der Geburt aus Wasser und Geist.
Auszug aus Röm 6,4 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗Vers 4: Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod, damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, in der Wirklichkeit des neuen Lebens wandeln.
Was der Text unmittelbar zeigt
Die Taufe gliedert in Christi Tod ein und eröffnet ein neues Leben.
hat er uns gerettet – nicht aufgrund von Werken der Gerechtigkeit, die wir vollbracht haben, sondern nach seinem Erbarmen – durch das Bad der Wiedergeburt und die Erneuerung im Heiligen Geist.
Auszug aus Tit 3,5 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗
Was der Text unmittelbar zeigt
Paulus verbindet die Rettung mit dem Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung im Heiligen Geist.
Auszüge aus 1 Petr 3,20–21 · EÜ 2016 · © KBA 2016↗Vers 20: Diese waren einst ungehorsam, als Gott in den Tagen Noachs geduldig wartete, während die Arche gebaut wurde; in ihr wurden nur wenige, nämlich acht Menschen, durch das Wasser gerettet.
Vers 21: Dem entspricht die Taufe, die jetzt euch rettet. … dient nicht dazu, den Körper von Schmutz zu reinigen, sondern sie ist eine Bitte an Gott um ein reines Gewissen aufgrund der Auferstehung Jesu Christi.
Was der Text unmittelbar zeigt
Petrus deutet die Sintflut als Vorausbild und bezeugt, dass die Taufe jetzt rettet.
Jesus verbindet in Johannes 3 die Geburt aus Wasser und Geist mit dem Eintritt in Gottes Reich. Paulus beschreibt in Römer 6, wie der Getaufte mit Christus stirbt und zu einem neuen Leben aufersteht. Titus 3,5 spricht vom Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung im Heiligen Geist. Der erste Petrusbrief bezeugt, dass die Taufe rettet.
Jede der vier Stellen trägt einen Teil dieses Zusammenhangs bei: Johannes 3 die Geburt aus Wasser und Geist, Römer 6 die Taufe auf Christi Tod, Titus 3 das Bad der Wiedergeburt und der erste Petrusbrief die Taufe, die rettet. Diese Texte weisen der Taufe die grundlegende sakramentale Reinigung zu: Wiedergeburt, Erneuerung, Rettung und neues Leben. Die Reinigung, von der hier die Rede ist, ist das Bad der Wiedergeburt; der erste Petrusbrief grenzt sie von einer Reinigung des Körpers von Schmutz ab. Sie tragen damit unmittelbar die Taufe als neutestamentliche Erfüllung der Reinigungssprache: Sie nennen das Wasser und das, was Gott daran schenkt, und bilden damit die Mitte des späteren Lehrzusammenhangs.
Einmaligkeit der Taufe Glaube und Überlieferung
Die eine Taufe reinigt durch Gottes Gnade und gliedert in Christus ein; sie wird nicht wiederholt
Die Kirche lehrt, dass die eine Taufe den Menschen durch Gottes Gnade reinigt und in Christus eingliedert.
Die Kirche lehrt, dass diese Taufe durch ein sichtbares Zeichen wirkt: Gott gliedert den Menschen in Christus ein. Die neutestamentlichen Stellen verbinden Wasser und Taufe mit Wiedergeburt, Erneuerung, Rettung und neuem Leben. Darum ist die Taufe mehr als die öffentliche Darstellung einer inneren Entscheidung. Sie ist das Sakrament, in dem Gott dem Menschen neues Leben schenkt. Ihre Wirkung bleibt die Grundlage des christlichen Lebens: Die Taufe bezeichnet den Christen mit einem unauslöschlichen geistlichen Siegel, einem Zeichen, dass er Christus angehört (KKK 1272); deshalb kann sie nicht wiederholt werden (KKK 1121).
Die Kirche versteht das Wort Jesu von der Geburt aus Wasser und Geist als Aussage des Herrn über die Notwendigkeit der Taufe (Joh 3,5; KKK 1257). Sie bewahrt die Einmaligkeit der Taufe und ordnet die Sakramentalien, Zeichen und Handlungen, die von den Sakramenten unterschieden sind, als Zeichen ein, die an diese eine Taufe erinnern (SC 60–61; CIC cc. 1166–1169).
Wasser und Glaubensentscheidung Glaube und Überlieferung
Hat das Wasser außerhalb persönlicher Entscheidung eine eigene Bedeutung?
Johannes 3 und Römer 6 sprechen von Wiedergeburt und neuem Leben. Daraus folge keine besondere Bedeutung des Wassers außerhalb einer persönlichen Glaubensentscheidung.
Die Kirche verbindet persönliche Glaubensantwort und sakramentales Handeln. Die Taufe wirkt als Tat Gottes; der persönliche Glaube ist die Bedingung ihrer Frucht, nicht ihrer Gültigkeit. Warum diese Unterscheidung von Wirkung und Frucht keine mechanische Auffassung des Sakraments ist, beantwortet der Belegschritt „Die Siebenzahl als kirchlich erkannte Ordnung“. Die genannten Texte verbinden Wasser, Bad und Taufe mit Rettung und Eingliederung in Christus. Deshalb versteht die Kirche die Taufe als sichtbares Zeichen, durch das Gott neues Leben schenkt.
Die Taufe wird nicht wiederholt; die Kirche bekennt sie als die eine sakramentale Reinigung, deren Wirkung die Grundlage des christlichen Lebens bleibt. Weil die Taufe einmal geschenkt wird und bleibt, richtet sich der nächste Blick auf die Zeichen, die an sie erinnern, und auf ihren Ort neben dem Sakrament.
Quellen zu dieser Frage 2
Weiterführende Erklärungen
Die Siebenzahl als kirchlich erkannte OrdnungUnterstützender positiver Beleg