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Apostolische Sukzession

Die apostolische Kirche gibt Dienste weiter

Nachbesetzung, Auswahl, Sendung und Einsetzung: Die angeführten Schriftstellen zeigen, wie die frühe Kirche Dienste durch Gebet und Handauflegung weitergibt. Die Kirche liest diesen zusammenhängenden Befund als Grundlage eines geordnet weitergegebenen apostolischen Dienstes.

3 Fragen · Alle Bibelstellen im Wortlaut · Quellen zum Prüfen

Ein Amtsträger legt einem knienden Mann die Hände auf und reicht eine Lampe weiter; die Handlung führt über mehrere Gestalten zu Christus.
PriestertumKI-generierte Illustration
Vor dem LesenBetend lesen

Im Geist hören

Die Heilige Schrift ist Gottes Wort in menschlichen Worten. Wer sie liest, darf um den Geist bitten, der die biblischen Verfasser inspiriert hat und die Kirche in alle Wahrheit führt.

Komm, Heiliger Geist.

Öffne unseren Verstand für Gottes Wort und unser Herz für Christus. Lehre uns, die Heilige Schrift im Glauben der Kirche zu hören, und führe uns dazu, das Erkannte zu leben. Amen.

Im Gebet wird die Schriftlesung zum Gespräch mit Gott.

Bibelzitat, redaktionelle Erläuterung und Gebet bleiben klar unterschieden. Als Heilige Schrift gilt nur der gekennzeichnete Bibeltext; Erläuterungen und Gebete sind redaktionell verantwortet und anhand ihrer Quellen prüfbar.

Zum Weiterlesen:Dei Verbum 12 und 25Verbum Domini 15–16 und 86–87

Einsetzung und Sendung Bibel und Textverständnis

Nachbesetzung, Auswahl, Sendung und Einsetzung stehen nebeneinander

Die angeführten Stellen zeigen in einem Zug, wie Dienste in der frühen Kirche besetzt, ausgewählt, gesendet und eingesetzt werden.

Sein Amt soll ein anderer erhalten!

Auszug aus Apg 1,20 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Ein anderer wird an die Stelle des Judas berufen.

Apg 1,20–26: Zusammenhang und Übersetzung

Sie ließen sie vor die Apostel hintreten und diese legten ihnen unter Gebet die Hände auf.

Auszug aus Apg 6,1–6 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Die Gemeinde wählt Männer, die von den Aposteln unter Gebet und Handauflegung eingesetzt werden.

Apg 6,1–6: Zusammenhang und Übersetzung

Als sie zu Ehren des Herrn Gottesdienst feierten und fasteten, sprach der Heilige Geist: Wählt mir Barnabas und Saulus zu dem Werk aus, zu dem ich sie berufen habe.

Auszug aus Apg 13,2 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Barnabas und Saulus werden nach Fasten, Gebet und Handauflegung ausgesandt.

Apg 13,1–3: Zusammenhang und Übersetzung

Sie setzten für sie in jeder Gemeinde Älteste ein und empfahlen sie unter Gebet und Fasten dem Herrn, an den sie nun glaubten.

Auszug aus Apg 14,23 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

In den Gemeinden werden Älteste eingesetzt.

Apg 14,23: Zusammenhang und Übersetzung

Vers 17: Von Milet aus schickte er jemanden nach Ephesus und ließ die Ältesten der Gemeinde zu sich rufen.

Auslassung im Bibeltext.

Vers 28: Gebt Acht auf euch und auf die ganze Herde, in der euch der Heilige Geist zu Vorstehern bestellt hat, damit ihr als Hirten für die Kirche des Herrn sorgt, die er sich durch sein eigenes Blut erworben hat!

Auszug aus Apg 20,17.28 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Paulus spricht zu den Ältesten von Ephesus, die der Heilige Geist zu Vorstehern bestellt hat, damit sie als Hirten für die Kirche des Herrn sorgen.

Apg 20,17.28: Zusammenhang und Übersetzung

Die Apostelgeschichte berichtet, wie das Apostelamt nach dem Wegfall eines Amtsträgers neu besetzt wird (Apostelgeschichte 1). Für den Dienst an der Gemeinde werden Sieben ausgewählt (Apostelgeschichte 6). In Antiochia legen die Propheten und Lehrer der Gemeinde Barnabas und Saulus, die der Heilige Geist zu diesem Werk berufen hat, unter Fasten und Gebet die Hände auf und senden sie aus (Apostelgeschichte 13). Auf der Missionsreise werden in den jungen Gemeinden Älteste eingesetzt, die Vorsteher einer Gemeinde (Apostelgeschichte 14). Die Aufseher werden ermahnt, die ihnen anvertraute Herde zu hüten (Apostelgeschichte 20).

Darum rufe ich dir ins Gedächtnis: Entfache die Gnade Gottes wieder, die dir durch die Auflegung meiner Hände zuteilgeworden ist!

Auszug aus 2 Tim 1,6 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Paulus erinnert Timotheus an die durch Handauflegung empfangene Gabe.

2 Tim 1,6: Zusammenhang und Übersetzung

Vernachlässige die Gnade nicht, die in dir ist und die dir verliehen wurde, als dir die Ältesten aufgrund prophetischer Worte gemeinsam die Hände auflegten!

Auszug aus 1 Tim 4,14 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Timotheus empfängt eine Gabe durch prophetisches Wort und die Handauflegung des Presbyteriums.

1 Tim 4,14: Zusammenhang und Übersetzung

Lege keinem vorschnell die Hände auf und mach dich nicht mitschuldig an fremden Sünden; bewahre dich rein!

Auszug aus 1 Tim 5,22 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Timotheus soll niemandem vorschnell die Hände auflegen.

1 Tim 5,22: Zusammenhang und Übersetzung

Was du vor vielen Zeugen von mir gehört hast, das vertraue zuverlässigen Menschen an, die fähig sein werden, auch andere zu lehren!

Auszug aus 2 Tim 2,2 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Timotheus soll Empfangendes zuverlässigen Menschen anvertrauen, die andere lehren können.

2 Tim 2,2: Zusammenhang und Übersetzung

Ich habe dich in Kreta deswegen zurückgelassen, damit du das, was noch zu tun ist, zu Ende führst und in den einzelnen Städten Älteste einsetzt, wie ich dir aufgetragen habe, wenn einer unbescholten und Mann einer einzigen Frau ist, mit gläubigen Kindern, die nicht unter dem Vorwurf der Liederlichkeit stehen oder ungehorsam sind.

Auszug aus Tit 1,5–6 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Titus soll in den Städten Älteste einsetzen.

Tit 1,5: Zusammenhang und Übersetzung

Vers 14: Ist einer unter euch krank, dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben.

Vers 15: Das gläubige Gebet wird den Kranken retten und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben.

Auszug aus Jak 5,14–15 · EÜ 2016 · © KBA 2016

Was die Stelle zum Argument beiträgt

Die Ältesten der Gemeinde beten über den Kranken, salben ihn mit Öl, und der Herr richtet ihn auf und vergibt ihm.

Jak 5,14–15: Zusammenhang und Übersetzung

Die Pastoralbriefe an Timotheus und Titus zeigen dieselbe Ordnung im Blick auf die Amtsträger. Timotheus empfängt seine Gabe durch die Auflegung der Hände des Paulus (2 Timotheus 1); daneben nennt die andere Stelle die Handauflegung der Ältesten (1 Timotheus 4). Zugleich wird Timotheus gemahnt, bei der Beauftragung nicht vorschnell die Hände aufzulegen (1 Timotheus 5). Die überlieferte Lehre geht an zuverlässige Männer weiter, die fähig sind, andere zu lehren (2 Timotheus 2); Titus soll in jeder Stadt Älteste einsetzen (Titus 1). Der Jakobusbrief kennt Älteste, die in der Gemeinde den Dienst an den Kranken tragen (Jakobus 5). Gebet, Handauflegung, Auswahl und Weitergabe greifen in diesen Stellen ineinander.

Grundlage des apostolischen Dienstes Glaube und Überlieferung

Die Kirche erkennt darin die Grundlage eines geordneten apostolischen Dienstes

Apostolische Sukzession heißt: Die Bischöfe empfangen durch die Bischofsweihe in ununterbrochener Folge von den Aposteln her deren Hirtenamt und geben es weiter (LG 20–21; KKK 1576).

Das zusammenhängende biblische Zeugnis zeigt, dass ein kirchliches Amt durch Gebet, Handauflegung und verlässliche Weitergabe empfangen wird. In der Folge der Bischöfe werden Sendung, Lehre und sakramentaler Dienst bewahrt.

Die apostolische Kirche wählt Diener aus, sendet sie und setzt sie unter Gebet und Handauflegung ein; so gibt sie den empfangenen Dienst weiter. Den Bischöfen als Nachfolgern der Apostel kommt deshalb die Vollmacht zu, die „geistliche Gabe“ weiterzugeben; die in der apostolischen Sukzession stehenden Bischöfe sind die gültigen Spender der Weihe in ihren drei Stufen, zum Bischof, zum Priester und zum Diakon (KKK 1536; 1576).

  • Frühchristliches Zeugnisum 100 (Datierung umstritten)

    Didache

    Wählet euch Bischöfe und Diakonen, würdig des Herrn, Männer voll Milde und frei von Geldgier, voll Wahrheitsliebe, erprobte; denn sie sind es, die für euch versehen den (heiligen) Dienst der Propheten und Lehrer.

    Didache · Didache 15,1–2 · Primärtext

    Die Didache, eine frühe Kirchenordnung, ruft die Gemeinde auf, sich Bischöfe und Diakone zu wählen, die des Herrn würdig sind, und sie zu ehren, weil sie den Dienst der Propheten und Lehrer versehen.

    Einordnung der Quelle

    Der Text zeigt: Eine Gemeindeordnung, in der Bischöfe und Diakone gewählt werden; das Wortpaar bezeichnet feste Dienste, die den Dienst der Propheten und Lehrer versehen und Ehre verdienen.

    Die Grenze: Dass die Gemeinde wählt, schließt die Einsetzung durch die Apostel und ihre Beauftragten nicht aus: Auch in Apg 6 wählt die Gemeinde, und die Apostel legen den Gewählten unter Gebet die Hände auf.

    Quelle im Zusammenhang lesen

    Worum es hier geht

    Die Didache ist eine frühe Kirchenordnung über Taufe, Gebet, Eucharistie und Gemeindeleben; ihre Datierung ist umstritten, meist wird sie um das Jahr 100 angesetzt. Kapitel 15 ordnet die Bestellung der Amtsträger einer Ortsgemeinde.

    Historischer Text

    Wählet euch Bischöfe und Diakonen, würdig des Herrn, Männer voll Milde und frei von Geldgier, voll Wahrheitsliebe, erprobte; denn sie sind es, die für euch versehen den (heiligen) Dienst der Propheten und Lehrer. Achtet sie deshalb nicht gering; denn sie sind eure Geehrten mit den Propheten und Lehrern.

    Warum diese Stelle wichtig ist

    Die Stelle zeigt Bischöfe und Diakone als feste Dienste einer Ortsgemeinde, die sorgfältig bestellt werden und den Dienst der Propheten und Lehrer übernehmen.

    Quelle
    Didache · Didache 15,1–2
    Textfassung und Rechte
    Übersetzung von Franz Zeller aus dem Griechischen in der Bibliothek der Kirchenväter (1. Reihe, Band 35, 1918), Didache 15,1–2. Kurzer zitierter Auszug aus der Übersetzung der Bibliothek der Kirchenväter; Copyright und Quelle werden durch den direkten Link kenntlich gemacht.
    Vollständigen historischen Text öffnen: Didache
Quellen zu dieser Frage 3

Praktische Gemeindeleitung Glaube und Überlieferung

Beschreiben Einsetzungen nur praktische Gemeindeleitung?

Die Stellen lassen sich als Beschreibung praktischer Gemeindeleitung lesen.

Die Stellen lassen sich als Ordnung des Gemeindelebens lesen: Älteste leiten eine Gemeinde, Boten werden ausgesandt, Aufgaben werden verteilt, und die Handauflegung erscheint als Zeichen für eine übertragene Aufgabe. Zugleich verbinden die Pastoralbriefe die Beauftragung mit einer geistlichen Gabe und einer geordneten Weitergabe.

Die Kirche stützt die spätere Begrifflichkeit auf das Ganze dieses Zeugnisses: Sendung, Handauflegung, Weitergabe und an Gemeinden gebundene Dienste bilden zusammen den apostolischen Befund. Diesen Befund hat die Kirche in ihrer sakramentalen Amtslehre weiter entfaltet. Der Zusammenhang trägt geordnete, weitergegebene Dienste, die über spontane Gemeindeleitung hinausreichen; in den Pastoralbriefen ist mit der Beauftragung eine Gabe verbunden, die durch Handauflegung verliehen wird (1 Timotheus 4,14; 2 Timotheus 1,6). Offen ist, welche Handlungen diesen Dienst prägen: Verkündigung, Opfermahl und Altar.

Quellen zu dieser Frage 2
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