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Tradition

Lutherisch

Hier stehen offizielle Lehrpositionen. Angaben zu heutiger Praxis und innerkonfessionellen Unterschieden erscheinen nur, wenn eigene Quellen sie belegen.

Übersicht

Themen im Vergleich mit der Lehre der Kirche

Quellengestützt

Positionen im Überblick

Eucharistie und Messopfer

Offizielle Lehrposition
Lutherische Kirchen bekennen mit dem Augsburger Bekenntnis, dass „der wahre Leib und das wahre Blut Christi wirklich unter der Gestalt des Brotes und Weines im Abendmahl gegenwärtig ist“, und verwerfen die Gegenlehre (CA X). Die Konkordienformel beschreibt diese Gegenwart als Gegenwart „in, mit und unter“ Brot und Wein und lehnt die Wandlung der Substanz ab. Zugleich verwirft das Augsburger Bekenntnis die Auffassung, die Messe sei ein Werk, das die Sünden Lebender und Verstorbener tilge; Christi einmaliges Opfer genüge (CA XXIV). Der lutherische Widerspruch richtet sich daher gegen die Lehre vom Messopfer, nicht gegen die wirkliche Gegenwart.
Offizielle Quelle: Eucharistie und Messopfer

Dogma und Glaubenslehre

Offizielle Lehrposition
Die Heilige Schrift ist alleiniger Richter, Maßstab und Norm. Die altkirchlichen Bekenntnisse und lutherischen Bekenntnisschriften gelten als treue Zeugnisse und Auslegungen der Schrift, nicht als gleichrangige unfehlbare Autorität.
Offizielle Quelle: Dogma und Glaubenslehre

Petrus und Papstamt

Offizielle Lehrposition
Nach den Schmalkaldischen Artikeln (II,4) und dem Traktat über Gewalt und Vorrang des Papstes (1537) ist der Papst nicht nach göttlichem Recht das Haupt der ganzen Christenheit. Melanchthon hielt einen Vorrang des Papstes nach menschlichem Recht um des Friedens willen für annehmbar, sofern der Papst das Evangelium zulässt. Das Augsburger Bekenntnis (Art. XXVIII) unterscheidet geistliche und weltliche Gewalt der Bischöfe.
Offizielle Quelle: Petrus und Papstamt

Sichtbare Kirche und Lehramt

Offizielle Lehrposition
Nach dem Augsburger Bekenntnis ist die Kirche die Versammlung aller Gläubigen, bei denen das Evangelium rein gepredigt und die Sakramente dem Evangelium gemäß gereicht werden; das genügt zur wahren Einheit der Kirche (Artikel VII). Den Bischöfen steht nach göttlichem Recht zu, Sünden zu vergeben, Lehre zu beurteilen und dem Evangelium widersprechende Lehre zu verwerfen; darin schuldet ihnen die Gemeinde Gehorsam, nicht aber, wenn sie etwas gegen das Evangelium lehren (Artikel XXVIII).
Offizielle Quelle: Sichtbare Kirche und Lehramt

Schrift und Tradition

Offizielle Lehrposition
Nach der Konkordienformel sind allein die prophetischen und apostolischen Schriften des Alten und Neuen Testaments Regel und Richtschnur, nach der alle Lehren und Lehrer zu beurteilen sind. Die Glaubensbekenntnisse und übrigen Schriften der Kirche sind nicht Richter wie die Schrift, sondern Zeugnis und Erklärung, wie die Schrift in den Streitfragen verstanden und ausgelegt wurde.
Offizielle Quelle: Schrift und Tradition

Bibelkanon

Offizielle Lehrposition
Die lutherischen Bekenntnisschriften legen kein Verzeichnis der biblischen Bücher fest. In lutherischen Bibelausgaben stehen die deuterokanonischen Bücher seit Luther gesondert als „Apokryphen“; als kanonisch gelten in lutherischen Kirchen heute in der Regel 66 Bücher.
Offizielle Quelle: Bibelkanon

Todsünde, lässliche Sünde und Heil

Offizielle Lehrposition
Das lutherische Bekenntnis verwirft die Lehre, wer einmal zum Glauben gekommen sei, könne nicht wieder in Sünde fallen; wer als Glaubender wissentlich gegen sein Gewissen sündigt, verliert Glauben und Heiligen Geist. Wer nach der Taufe gesündigt hat, erlangt jederzeit Vergebung, wenn er Buße tut, und die Absolution soll ihm nicht verweigert werden (Augsburger Bekenntnis, Artikel 12; Schmalkaldische Artikel III,3). Eine Einteilung der Sünden nach Materie, Erkenntnis und Zustimmung kennt es nicht; Vergebung gründet in Christus und seiner Verheißung.
Offizielle Quelle: Todsünde, lässliche Sünde und Heil

Beichte und Sündenvergebung

Offizielle Lehrposition
Das Augsburger Bekenntnis hält die private Absolution in der Kirche fest, verlangt aber nicht, alle Sünden aufzuzählen, weil niemand alle seine Verfehlungen kennt (CA XI; Ps 19,13). Buße besteht nach CA XII aus Reue und dem Glauben an die Absolution; eine Vergebung durch eigene Genugtuung wird verworfen. Die Apologie nennt die Absolution das Sakrament der Buße (Apol. XIII,4); nach dem Kleinen Katechismus empfängt der Beichtende die Absolution vom Beichtiger „als von Gott selbst“.
Offizielle Quelle: Beichte und Sündenvergebung

Taufe und Kindertaufe

Offizielle Lehrposition
Nach dem Augsburger Bekenntnis ist die Taufe heilsnotwendig, und durch sie wird Gnade angeboten; auch die Kinder sollen getauft werden, weil sie durch die Taufe Gott übergeben und in seine Gnade aufgenommen werden (Artikel IX).
Offizielle Quelle: Taufe und Kindertaufe

Firmung

Offizielle Lehrposition
Die lutherischen Bekenntnisschriften zählen die Firmung nicht zu den Sakramenten; sie gilt als von den Vätern übernommener Ritus ohne Gebot Gottes (Apologie XIII).
Offizielle Quelle: Firmung

Priestertum und apostolische Sukzession

Offizielle Lehrposition
Die Augsburgische Konfession bejaht ein geordnetes öffentliches Predigt- und Sakramentsamt. Sie verwirft die Messe, sofern sie als menschliches Werk zur Tilgung von Sünden Lebender oder Verstorbener verstanden wird; der Streit betrifft daher nicht die bloße Existenz eines Amtes. Das Zweite Vatikanische Konzil würdigt, dass die reformatorischen Gemeinschaften im Abendmahl die lebendige Gemeinschaft mit Christus bekennen, sieht bei ihnen aber „vor allem wegen des Fehlens des Weihesakramentes“ die volle Wirklichkeit des eucharistischen Mysteriums nicht bewahrt (UR 22).
Offizielle Quelle: Priestertum und apostolische Sukzession

Krankensalbung

Offizielle Lehrposition
Die lutherischen Bekenntnisschriften zählen die Letzte Ölung nicht zu den Sakramenten: Die Apologie rechnet sie zu den von den Vätern übernommenen Riten, die kein Gebot Gottes haben (Art. XIII).
Offizielle Quelle: Krankensalbung

Ehe

Offizielle Lehrposition
Die Ehe wird als von Gott gegebene Ordnung hochgehalten, aber nicht im katholischen Sinn als Sakrament gezählt.
Offizielle Quelle: Ehe

Gebet für Verstorbene und Fegefeuer

Offizielle Lehrposition
Die lutherischen Bekenntnisschriften verwerfen das Fegefeuer und die Messe als Opfer für Verstorbene, weil allein Christus und nicht Menschenwerk den Seelen helfe (Schmalkaldische Artikel II,2; CA XXIV). Das Gebet für die Toten verbietet die Apologie dagegen nicht; sie verwirft nur, dass das Abendmahl den Verstorbenen durch den bloßen Vollzug zugewendet werde (Apologie XXIV).
Offizielle Quelle: Gebet für Verstorbene und Fegefeuer

Die sieben Sakramente als biblische Gesamtstruktur

Offizielle Lehrposition
Taufe und Abendmahl werden als von Christus eingesetzte Sakramente bekannt; die Apologie des Augsburger Bekenntnisses zählt auch die Absolution zu den wahren Sakramenten und kann die Ordination ein Sakrament nennen, wenn sie als Dienst am Wort verstanden wird (Apol. XIII). Die private Absolution soll in der Kirche beibehalten werden (CA XI).
Offizielle Quelle: Die sieben Sakramente als biblische Gesamtstruktur

Maria: Seligpreisung, Fürbitte und die Mutter des Herrn

Offizielle Lehrposition
Das Augsburger Bekenntnis bekennt Christus als „geboren aus der reinen Jungfrau Maria“ (Art. III) und erinnert an die Heiligen als Vorbilder des Glaubens; nach Artikel XXI lehrt die Schrift aber weder die Anrufung der Heiligen noch die Bitte um ihre Hilfe, weil Christus der einzige Mittler ist. Die Unbefleckte Empfängnis und die Aufnahme Mariens lehrt es nicht.
Offizielle Quelle: Maria: Seligpreisung, Fürbitte und die Mutter des Herrn

Heilige und Fürbitte: Gemeinschaft unter dem einen Mittler

Offizielle Lehrposition
Das Augsburgische Bekenntnis (Art. XXI) bejaht das Gedenken der Heiligen als Beispiele des Glaubens, lehrt aber, dass sich aus der Schrift nicht beweisen lasse, dass man die Heiligen anrufen oder Hilfe bei ihnen suchen solle, weil Christus der eine Mittler und Fürsprecher ist. Die Apologie räumt ein, dass die Heiligen im Himmel für die Kirche im Allgemeinen beten, bestreitet aber, dass ihre Anrufung ein Gebot, eine Verheißung oder ein Beispiel in der Schrift habe.
Offizielle Quelle: Heilige und Fürbitte: Gemeinschaft unter dem einen Mittler

Bilder und Reliquien: Verehrung ohne Vergöttlichung

Offizielle Lehrposition
Die lutherische Reformation hat den Bildersturm abgelehnt: Martin Luther verteidigte 1525 in „Wider die himmlischen Propheten, von den Bildern und Sakrament“ Bilder als Hilfe zum Gedächtnis, und lutherische Kirchen behielten Kruzifixe und Altarbilder. Die lutherischen Bekenntnisse zählen die Zehn Gebote wie die katholische Kirche, verwerfen aber die Anrufung der Heiligen (CA XXI) und den Reliquienkult ihrer Zeit (Schmalkaldische Artikel II,2).
Offizielle Quelle: Bilder und Reliquien: Verehrung ohne Vergöttlichung

Gebet und katholische Praxis: Vaterwort, Wiederholung und Rosenkranz

Offizielle Lehrposition
Das Augsburgische Bekenntnis XXI lehrt, dass die Schrift weder die Anrufung der Heiligen noch die Bitte um ihre Hilfe lehrt, und stellt Christus als den einen Mittler und Fürsprecher vor die Kirche. Zugleich bejaht es das Gedenken der Heiligen als Beispiele des Glaubens.
Offizielle Quelle: Gebet und katholische Praxis: Vaterwort, Wiederholung und Rosenkranz

Glaube, Gnade und Werke: Leben aus der Gemeinschaft mit Christus

Offizielle Lehrposition
Die Rechtfertigung geschieht um Christi willen aus Gnade durch den Glauben; gute Werke folgen notwendig, verdienen aber weder Gnade noch Rechtfertigung.
Offizielle Vertiefung
Die Augsburgische Konfession verwirft Rechtfertigung aufgrund von Verdienst, Werken oder Genugtuungen. Der Glaube empfängt Christi Gnade, und gute Werke folgen notwendig als Frucht.
Bandbreite
Die lutherische Position unterscheidet den rechtfertigenden Glauben als empfangendes Vertrauen von den folgenden Werken. Seit 1999 stellen der Lutherische Weltbund und die katholische Kirche in der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre einen Konsens in Grundwahrheiten fest; die verbleibenden Unterschiede in Sprache, theologischer Ausgestaltung und Akzentsetzung gelten als tragbar (GER 13; 40).
Offizielle Quelle: Glaube, Gnade und Werke: Leben aus der Gemeinschaft mit Christus
Lehrpositionen aus offiziellen Quellen sowie, wo gesondert belegt, heutige Praxis und innerkonfessionelle Unterschiede
ThemaOffizielle LehrpositionOffizielle VertiefungPraxis und BandbreiteQuelle
Eucharistie und MessopferLutherische Kirchen bekennen mit dem Augsburger Bekenntnis, dass „der wahre Leib und das wahre Blut Christi wirklich unter der Gestalt des Brotes und Weines im Abendmahl gegenwärtig ist“, und verwerfen die Gegenlehre (CA X). Die Konkordienformel beschreibt diese Gegenwart als Gegenwart „in, mit und unter“ Brot und Wein und lehnt die Wandlung der Substanz ab. Zugleich verwirft das Augsburger Bekenntnis die Auffassung, die Messe sei ein Werk, das die Sünden Lebender und Verstorbener tilge; Christi einmaliges Opfer genüge (CA XXIV). Der lutherische Widerspruch richtet sich daher gegen die Lehre vom Messopfer, nicht gegen die wirkliche Gegenwart.Offizielle Quelle: Eucharistie und Messopfer
Dogma und GlaubenslehreDie Heilige Schrift ist alleiniger Richter, Maßstab und Norm. Die altkirchlichen Bekenntnisse und lutherischen Bekenntnisschriften gelten als treue Zeugnisse und Auslegungen der Schrift, nicht als gleichrangige unfehlbare Autorität.Offizielle Quelle: Dogma und Glaubenslehre
Petrus und PapstamtNach den Schmalkaldischen Artikeln (II,4) und dem Traktat über Gewalt und Vorrang des Papstes (1537) ist der Papst nicht nach göttlichem Recht das Haupt der ganzen Christenheit. Melanchthon hielt einen Vorrang des Papstes nach menschlichem Recht um des Friedens willen für annehmbar, sofern der Papst das Evangelium zulässt. Das Augsburger Bekenntnis (Art. XXVIII) unterscheidet geistliche und weltliche Gewalt der Bischöfe.Offizielle Quelle: Petrus und Papstamt
Sichtbare Kirche und LehramtNach dem Augsburger Bekenntnis ist die Kirche die Versammlung aller Gläubigen, bei denen das Evangelium rein gepredigt und die Sakramente dem Evangelium gemäß gereicht werden; das genügt zur wahren Einheit der Kirche (Artikel VII). Den Bischöfen steht nach göttlichem Recht zu, Sünden zu vergeben, Lehre zu beurteilen und dem Evangelium widersprechende Lehre zu verwerfen; darin schuldet ihnen die Gemeinde Gehorsam, nicht aber, wenn sie etwas gegen das Evangelium lehren (Artikel XXVIII).Offizielle Quelle: Sichtbare Kirche und Lehramt
Schrift und TraditionNach der Konkordienformel sind allein die prophetischen und apostolischen Schriften des Alten und Neuen Testaments Regel und Richtschnur, nach der alle Lehren und Lehrer zu beurteilen sind. Die Glaubensbekenntnisse und übrigen Schriften der Kirche sind nicht Richter wie die Schrift, sondern Zeugnis und Erklärung, wie die Schrift in den Streitfragen verstanden und ausgelegt wurde.Offizielle Quelle: Schrift und Tradition
BibelkanonDie lutherischen Bekenntnisschriften legen kein Verzeichnis der biblischen Bücher fest. In lutherischen Bibelausgaben stehen die deuterokanonischen Bücher seit Luther gesondert als „Apokryphen“; als kanonisch gelten in lutherischen Kirchen heute in der Regel 66 Bücher.Offizielle Quelle: Bibelkanon
Todsünde, lässliche Sünde und HeilDas lutherische Bekenntnis verwirft die Lehre, wer einmal zum Glauben gekommen sei, könne nicht wieder in Sünde fallen; wer als Glaubender wissentlich gegen sein Gewissen sündigt, verliert Glauben und Heiligen Geist. Wer nach der Taufe gesündigt hat, erlangt jederzeit Vergebung, wenn er Buße tut, und die Absolution soll ihm nicht verweigert werden (Augsburger Bekenntnis, Artikel 12; Schmalkaldische Artikel III,3). Eine Einteilung der Sünden nach Materie, Erkenntnis und Zustimmung kennt es nicht; Vergebung gründet in Christus und seiner Verheißung.Offizielle Quelle: Todsünde, lässliche Sünde und Heil
Beichte und SündenvergebungDas Augsburger Bekenntnis hält die private Absolution in der Kirche fest, verlangt aber nicht, alle Sünden aufzuzählen, weil niemand alle seine Verfehlungen kennt (CA XI; Ps 19,13). Buße besteht nach CA XII aus Reue und dem Glauben an die Absolution; eine Vergebung durch eigene Genugtuung wird verworfen. Die Apologie nennt die Absolution das Sakrament der Buße (Apol. XIII,4); nach dem Kleinen Katechismus empfängt der Beichtende die Absolution vom Beichtiger „als von Gott selbst“.Offizielle Quelle: Beichte und Sündenvergebung
Taufe und KindertaufeNach dem Augsburger Bekenntnis ist die Taufe heilsnotwendig, und durch sie wird Gnade angeboten; auch die Kinder sollen getauft werden, weil sie durch die Taufe Gott übergeben und in seine Gnade aufgenommen werden (Artikel IX).Offizielle Quelle: Taufe und Kindertaufe
FirmungDie lutherischen Bekenntnisschriften zählen die Firmung nicht zu den Sakramenten; sie gilt als von den Vätern übernommener Ritus ohne Gebot Gottes (Apologie XIII).Offizielle Quelle: Firmung
Priestertum und apostolische SukzessionDie Augsburgische Konfession bejaht ein geordnetes öffentliches Predigt- und Sakramentsamt. Sie verwirft die Messe, sofern sie als menschliches Werk zur Tilgung von Sünden Lebender oder Verstorbener verstanden wird; der Streit betrifft daher nicht die bloße Existenz eines Amtes. Das Zweite Vatikanische Konzil würdigt, dass die reformatorischen Gemeinschaften im Abendmahl die lebendige Gemeinschaft mit Christus bekennen, sieht bei ihnen aber „vor allem wegen des Fehlens des Weihesakramentes“ die volle Wirklichkeit des eucharistischen Mysteriums nicht bewahrt (UR 22).Offizielle Quelle: Priestertum und apostolische Sukzession
KrankensalbungDie lutherischen Bekenntnisschriften zählen die Letzte Ölung nicht zu den Sakramenten: Die Apologie rechnet sie zu den von den Vätern übernommenen Riten, die kein Gebot Gottes haben (Art. XIII).Offizielle Quelle: Krankensalbung
EheDie Ehe wird als von Gott gegebene Ordnung hochgehalten, aber nicht im katholischen Sinn als Sakrament gezählt.Offizielle Quelle: Ehe
Gebet für Verstorbene und FegefeuerDie lutherischen Bekenntnisschriften verwerfen das Fegefeuer und die Messe als Opfer für Verstorbene, weil allein Christus und nicht Menschenwerk den Seelen helfe (Schmalkaldische Artikel II,2; CA XXIV). Das Gebet für die Toten verbietet die Apologie dagegen nicht; sie verwirft nur, dass das Abendmahl den Verstorbenen durch den bloßen Vollzug zugewendet werde (Apologie XXIV).Offizielle Quelle: Gebet für Verstorbene und Fegefeuer
Die sieben Sakramente als biblische GesamtstrukturTaufe und Abendmahl werden als von Christus eingesetzte Sakramente bekannt; die Apologie des Augsburger Bekenntnisses zählt auch die Absolution zu den wahren Sakramenten und kann die Ordination ein Sakrament nennen, wenn sie als Dienst am Wort verstanden wird (Apol. XIII). Die private Absolution soll in der Kirche beibehalten werden (CA XI).Offizielle Quelle: Die sieben Sakramente als biblische Gesamtstruktur
Maria: Seligpreisung, Fürbitte und die Mutter des HerrnDas Augsburger Bekenntnis bekennt Christus als „geboren aus der reinen Jungfrau Maria“ (Art. III) und erinnert an die Heiligen als Vorbilder des Glaubens; nach Artikel XXI lehrt die Schrift aber weder die Anrufung der Heiligen noch die Bitte um ihre Hilfe, weil Christus der einzige Mittler ist. Die Unbefleckte Empfängnis und die Aufnahme Mariens lehrt es nicht.Offizielle Quelle: Maria: Seligpreisung, Fürbitte und die Mutter des Herrn
Heilige und Fürbitte: Gemeinschaft unter dem einen MittlerDas Augsburgische Bekenntnis (Art. XXI) bejaht das Gedenken der Heiligen als Beispiele des Glaubens, lehrt aber, dass sich aus der Schrift nicht beweisen lasse, dass man die Heiligen anrufen oder Hilfe bei ihnen suchen solle, weil Christus der eine Mittler und Fürsprecher ist. Die Apologie räumt ein, dass die Heiligen im Himmel für die Kirche im Allgemeinen beten, bestreitet aber, dass ihre Anrufung ein Gebot, eine Verheißung oder ein Beispiel in der Schrift habe.Offizielle Quelle: Heilige und Fürbitte: Gemeinschaft unter dem einen Mittler
Bilder und Reliquien: Verehrung ohne VergöttlichungDie lutherische Reformation hat den Bildersturm abgelehnt: Martin Luther verteidigte 1525 in „Wider die himmlischen Propheten, von den Bildern und Sakrament“ Bilder als Hilfe zum Gedächtnis, und lutherische Kirchen behielten Kruzifixe und Altarbilder. Die lutherischen Bekenntnisse zählen die Zehn Gebote wie die katholische Kirche, verwerfen aber die Anrufung der Heiligen (CA XXI) und den Reliquienkult ihrer Zeit (Schmalkaldische Artikel II,2).Offizielle Quelle: Bilder und Reliquien: Verehrung ohne Vergöttlichung
Gebet und katholische Praxis: Vaterwort, Wiederholung und RosenkranzDas Augsburgische Bekenntnis XXI lehrt, dass die Schrift weder die Anrufung der Heiligen noch die Bitte um ihre Hilfe lehrt, und stellt Christus als den einen Mittler und Fürsprecher vor die Kirche. Zugleich bejaht es das Gedenken der Heiligen als Beispiele des Glaubens.Offizielle Quelle: Gebet und katholische Praxis: Vaterwort, Wiederholung und Rosenkranz
Glaube, Gnade und Werke: Leben aus der Gemeinschaft mit ChristusDie Rechtfertigung geschieht um Christi willen aus Gnade durch den Glauben; gute Werke folgen notwendig, verdienen aber weder Gnade noch Rechtfertigung.Die Augsburgische Konfession verwirft Rechtfertigung aufgrund von Verdienst, Werken oder Genugtuungen. Der Glaube empfängt Christi Gnade, und gute Werke folgen notwendig als Frucht.

Die lutherische Position unterscheidet den rechtfertigenden Glauben als empfangendes Vertrauen von den folgenden Werken. Seit 1999 stellen der Lutherische Weltbund und die katholische Kirche in der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre einen Konsens in Grundwahrheiten fest; die verbleibenden Unterschiede in Sprache, theologischer Ausgestaltung und Akzentsetzung gelten als tragbar (GER 13; 40).

Offizielle Quelle: Glaube, Gnade und Werke: Leben aus der Gemeinschaft mit Christus